Der Auftakt in Flushing Meadows hat geliefert. Am ersten Turniertag gab es klare Statements und einen frühen Upset. Am Montag stehen zwei namhafte Duelle auf den großen Courts an. Vier Partien im Überblick, im gleichen Takt wie bei den Männern: knapp, strukturiert, mit Fokus auf Form und Kontext.
Emma Raducanu startet souverän in ihr Lieblingsturnier. Die US-Open-Siegerin von 2021 ließ Qualifikantin Ena Shibahara auf dem Louis-Armstrong-Stadium keine Luft und gewann 6:1, 6:2. Es ist ihr erster Sieg in New York seit dem Titelrun, ein klarer Fingerzeig nach einer eher schwankenden US-Hardcourt-Sommerphase. Für Runde zwei ist damit der Weg frei, das Selbstvertrauen stimmt. Doch auch die Wahrzeichen stehen in der Luft. Gerade in der Vorbereitung auf die US Open, konnte die Britin kaum überzeugen. Auch Schuld daran ein frühes Los in Cincinnati gegen die Nummer eins der Welt Aryna Sabalenka. Doch auch in Montreal reichte es nur für ein Sechzehntelfinale, wenn auch die Citi Open mit einem Halbfinaleinzug ein Ausrufereichen setzten.
Doch große Titelchancen kann sich Raducanu in den US Open nicht erhoffen. Nach einer durmischten Saison steht sie in der Weltrangliste nur noch unter den besten 40 und konnte bisher gerade gegen die Top 10-Spielerinnen kaum überzeugen. Doch vielleicht schreibt Raducanu erneut Geschichte in New York.
McCartney Kessler setzte gleich ein Zeichen und schlug Magda Linette in zwei engen Sätzen 7:5, 7:5. Das war kein Selbstläufer, aber genau der konzentrierte Auftritt, den eine gesetzte Spielerin in Runde eins braucht. Der Aufschlag hielt in den heiklen Momenten, die längeren Rallys gingen häufiger an Kessler. Für sie ist es ein Win, der Rhythmus gibt und die Setzlistenrolle bestätigt. Dabei stand auch das Publikum lautstark hinter Kessler, die einer der amerikanischen Hoffnungsträgerinnen ist.
Montag wartet Power-Tennis: Elena Rybakina trifft zum Auftakt auf die argentinische Wildcard Julieta Pareja. Auf dem kleineren, aber lauten Stadium 17 kann Rybakina mit dem ersten Schlag sofort die Kontrolle übernehmen. Wichtig wird ihre Returnposition gegen die zweite Aufschlagphase von Pareja, um schnelle Mini-Runs zu erzwingen. Gelingt der frühe Zugriff, ist der Weg in Runde zwei kurz. Dabei ist Rybakina nicht nur im Duell die klare Favoritin, sondern wird auch als Favoritin auf den Titel gehandelt.
Ebenfalls am Montag: Karolina Muchova gegen Venus Williams. Muchova kommt als gesetzte Spielerin mit variabler Platzabdeckung, Slice-Varianten und guter Courtcraft, Williams als Wildcard mit Erfahrung, Timing und Publikum im Rücken. Der Schlüssel liegt bei Muchovas Rhythmuswechseln in den Grundlinienduellen. Hält Venus die Ballwechsel kurz und bekommt erste Kontakte sauber in die Ecken, ist das ein Match mit echtem Upset-Potenzial. Ansonsten spricht die Variabilität für Muchova.
Tag 1 hat eine klare Botschaft geliefert: Favoritinnen mit Fokus sind schwer zu knacken, aber das Feld ist tief. Raducanu hat ihre New-York-Energie wiedergefunden, Kessler ist stabil durch die erste Runde gegangen. Am Montag liegt der Blick auf Rybakinas Startschuss und einem Abendklassiker mit Williams auf großer Bühne. Das Setup passt: kurze Punkte, viel Druck von oben, dazu die Möglichkeit für Momente, die das Turnier gern produziert.
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