Mit der Tour zurück auf den Hartplätzen Amerikas geht es bei den Washington Open am Wochenende ins Finale.
Taylor Fritz war für viele der Favorit von Washington. Die Nummer vier der Welt erlebte nach einer langen Talfahrt ein Comeback auf dem Rasen und überzeugte in Wimbledon und davor in Eastbourne. Damit kam er mit viel Rückenwind zu den Citi Open und startete direkt mit zwei dominanten Siegen ohne Satzverlust. Doch im Viertelfinale traf er auf den Spanier Alejandro Davidovich Fokina. In einem engen Spiel trennten die beiden Spieler am Ende nur drei Punkte bei über 250 Duellen. Dabei zeigte sich Fritz im eigenen Aufschlag dominanter als der Spanier und erarbeitete sich auch mehr Breakchancen. Doch in den entscheidenden Tiebreak im ersten und letzten Satzpunkt im dritten Spiel war der Spanier konsequenter. Es war mit 6:7, 6:3 und 6:7 ein starker Erfolg von Fokina und eine ärgerliche Niederlage für Fritz, der seine vielen Chancen auf den Sieg nicht umsetzten konnte. Trotzdem bleibt Fritz weiterhin auf gutem Weg zum zweiten Titel des Jahres. Seine gute Form konnte er bei den Citi Open zumindest weitestgehend halten.
Nun geht es für den Spanier ins Halbfinale gegen einen weiteren Amerikaner in Ben Shelton. Wieder wird das Stadion gegen ihn tosen, aber bisher ließ sich der Spanier davon nicht ablenken. Dazu kommt, dass er auch wieder als der klare Underdog in die Partie kommt, wenn man auf die Weltrangliste schaut.
Ben Shelton setzte sich im Viertelfinale gegen Publikumsliebling Frances Tiafoe durch und erreichte damit bereits zum vierten Mal in diesem Jahr ein Halbfinale auf der ATP-Tour. In einem stimmungsvollen Flutlichtmatch präsentierte sich der Linkshänder mit aggressivem Grundlinienspiel, dominanter Vorhand und starker Nervenstärke in den entscheidenden Momenten. Besonders im Tiebreak des ersten Satzes schlug Shelton mit einem Ass über 230 km/h und ließ Tiafoe kaum eine Chance. Auch im zweiten Durchgang zeigte der 22-Jährige Konstanz und nutzte nach hart umkämpften Aufschlagspielen die Gelegenheit zum entscheidenden Break.
Für Shelton war es nicht nur ein emotionaler Sieg gegen seinen Landsmann, mit dem er gemeinsam im Doppel antrat, sondern auch eine sportlich bedeutende Revanche für die Niederlage bei den US Open im vergangenen Jahr. Durch den Erfolg in Washington steht er erstmals auf Rang sieben der Weltrangliste und damit auf seine bisher beste Platzierung.
Im zweiten Halbfinale der Citi Open steht Überraschungsmann Corentin Moutet dem gesetzten Australier Alex de Minaur gegenüber. Der Franzose, der nur durch eine späte Absage als Lucky Loser ins Hauptfeld rutschte, sorgt in Washington weiter für Furore. Nach Siegen gegen Draper, Evans und nun den favorisierten Daniil Medvedev steht Moutet erstmals in seiner Karriere bei einem ATP-500-Turnier unter den letzten Vier.
Im Viertelfinale nutzte der Linkshänder die Schwächen des Russen im entscheidenden Moment gnadenlos aus. Nach einer wetterbedingten Unterbrechung beim Stand von 5:4 im dritten Satz kehrte Moutet fokussiert auf den Court zurück und profitierte von drei Doppelfehlern Medvedevs im letzten Spiel. Mit 1:6, 6:4, 6:4 rang er die Nummer 14 der Welt nieder und sicherte sich damit den bislang größten Erfolg seiner Laufbahn.
Nun wartet mit de Minaur ein Gegner, der ganz andere Qualitäten mitbringt: extrem laufstark, taktisch diszipliniert und mental gefestigt. Der Australier setzte sich im Viertelfinale gegen Brandon Nakashima durch und steht zum dritten Mal in dieser Saison in einem Halbfinale. Während Moutet mit seiner Kreativität und seinem Gespür für das Spiel überrascht, überzeugt de Minaur durch Konstanz, Intensität und kaum Fehler.
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