Frances Tiafoe gewinnt im Commanders-Look, Tien schockt Rublev und Medvedev und De Minaur drehen auf. Das ATP-Turnier in Washington liefert schon vor dem Viertelfinale Drama, Überraschungen und starke Comebacks.
Frances Tiafoe wusste genau, was er tat, als er in den Farben der Washington Commanders, Gold und Burgunder, auf den Platz trat. Mit dem Heimvorteil im Rücken, dem Trikot im Herzen und einer Prise Showmanship kämpfte sich der Lokalmatador in drei Sätzen gegen Aleksandar Kovacevic durch (7:5, 3:6, 6:3). Und obwohl es nicht sein bestes Tennis war, war es genau die Art von Sieg, die große Turnierläufe einleiten: dreckig, eng, kämpferisch.
„Ich habe heute nicht mein bestes Tennis gespielt, aber ich will öfter so gewinnen“, sagte Tiafoe nach dem Match und traf damit den Nerv vieler Fans. 87 Prozent gewonnene Punkte beim ersten Aufschlag sprechen für seine Entschlossenheit, auch wenn nicht alles lief.
Nun wartet mit Flavio Cobolli, dem Finalisten des Vorjahres, ein starker Gegner auf ihn. Tiafoe führt im direkten Vergleich mit 1:0, doch wer Cobolli gegen Nishioka (6:2, 7:6) gesehen hat, weiß, dass der Italiener keine Angst vor großen Namen hat.
Die größte Überraschung des Tages kam jedoch von einem Spieler, den vor wenigen Monaten noch kaum jemand kannte. Learner Tien. Der 18-jährige US-amerikanische Nachwuchsprofi schlug die Nummer 10 der Welt, Andrey Rublev, mit 7:5, 6:2. Dies gelang ihm nicht etwa durch Glück oder Nervenflattern beim Russen, sondern dank einer glasklaren Taktik: solide, geduldig und unangenehm. Ganze 43 unerzwungene Fehler zwang er Rublev auf.
Damit verbessert Tien seine Statistik gegen Top-10-Spieler auf 4:2. Alle vier Siege holte er in dieser Saison. Ist das die Geburt eines neuen US-Stars?
Daniil Medvedev ist eigentlich dafür bekannt, Matches früh zu dominieren. Gegen Reilly Opelka lief es jedoch anders. Der 2,11 m große Aufschlagriese sicherte sich den ersten Satz mit 6:3 und ließ Medvedev zunächst kaum Raum zur Entfaltung. Doch was der Russe dann zeigte, war ein Statement: Break zum 7:5 im zweiten Satz und ein dominanter 6:1-Sieg im dritten Satz mit klassischer Medvedev-Routine.
Nach der kurzfristigen Absage von Holger Rune war Medvedev ohnehin einer der größten Namen im Tableau. Nun trifft er auf Yibing Wu, der gegen Alexei Popyrin ebenfalls drei Sätze brauchte. Es wird ein Match sein, bei dem Medvedev wieder auf seinen Rhythmus setzen muss, wenn er ins Viertelfinale will.
Auch Alex de Minaur tat sich zu Beginn seines Matches gegen Yunchaokete Bu schwer. Im ersten Satz brauchte der Australier einen Tiebreak, um sich die Führung zu sichern. Doch danach zeigte er, warum er aktuell auf Platz 13 der Weltrangliste steht: Mit mehr Druck, mehr Länge und deutlich mehr Selbstvertrauen fegte er seinen Gegner im zweiten Satz mit 6:2 vom Platz.
In der nächsten Runde wartet Jiri Lehecka, der gegen Zachary Svajda über drei Sätze gehen musste. Ein Match, das viele Körner gekostet hat.
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