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Tennis
  1. TENNIS

Raducanu bezwingt Osaka im Duell der Grand-Slam-Siegerinnen

Was passiert, wenn zwei früh gekrönte Tennis-Königinnen aufeinandertreffen? In Washington kam es zum ersten Aufeinandertreffen zwischen Emma Raducanu und Naomi Osaka, bei dem es eine überraschend klare Siegerin gab.

Emma Raducanu schrieb 2021 mit ihrem Triumph bei den US Open Tennisgeschichte. Seitdem hat die Britin viel erlebt: Verletzungen, Trainerwechsel und Rückschläge. Doch beim WTA-Turnier in Washington zeigte die Britin, dass ihre Entwicklung keineswegs stagniert. Mit einem souveränen 6:4, 6:2-Erfolg gegen die vierfache Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka stürmte sie ins Viertelfinale und ließ dabei kaum Zweifel an ihrer aktuellen Form.

Erstes Aufeinandertreffen und gleich ein Statement!

Es war das erste Match überhaupt zwischen den beiden Grand-Slam-Champions, und Raducanu nutzte die Bühne für eine Ansage. Von Beginn an kontrollierte sie das Geschehen mit ihrem Aufschlag, was eigentlich Osakas Paradedisziplin ist. Doch an diesem Tag war es Raducanu, die ihre Service-Games mit Präzision und Reife durchzog.

Osaka gelangen zwar fünf Asse (eins mehr als Raducanu), doch ihre zweiten Aufschläge waren ein gefundenes Fressen für die Britin. Ganze 19 Punkte machte Osaka bei eigenem zweitem Aufschlag von 28 Versuchen. Dazu kamen sieben Doppelfehler und eine erste Aufschlagquote von nur 46 Prozent. Zahlen, die Raducanu eiskalt ausnutzte.

„Ich musste mein Service-Spiel managen“

Raducanus Spielplan war klar: Sie wollte so viele Punkte wie möglich mit dem ersten Schlag beenden. „Naomi ist extrem gefährlich, sie schlägt hart und liebt schnelle Hardcourts. Deshalb wusste ich, dass ich mein eigenes Service-Spiel durchbringen muss“, sagte sie nach dem Match. Und das tat sie: 29 von 39 Punkten beim ersten Aufschlag, 11 von 18 beim zweiten. Nur zwei Breakbälle musste sie abwehren, beide in der zweiten Satzhälfte. Sie rettete sich beide Male, einmal mit Netzglück, einmal mit einem Servicewinner.

Osakas Achterbahnfahrt

Auf der Gegenseite zeigte sich Osaka noch weit von ihrer alten Stärke entfernt. Die Japanerin, die seit ihrer Rückkehr aus der Babypause auf der Tour unterwegs ist, kämpfte mit ihrer Konstanz von der Grundlinie. Zwar gelangen ihr 19 Winner, doch sie produzierte auch 38 unerzwungene Fehler, oft aus aussichtslosen Positionen. Besonders der Rückhand fehlte jede Verlässlichkeit.

Kurze Lichtblicke, wie etwa zwei spektakuläre Rückhand-Winner im zweiten Satz, blieben Episoden. Raducanu hingegen spielte deutlich konservativer von der Grundlinie, setzte gezielt Akzente und glänzte mit punktgenauen Vorhand-Winnern entlang der Linie, als es darauf ankam.

Reifeprüfung bestanden mit Blick auf Sakkari

Mit dem Sieg zieht Raducanu zum dritten Mal in Folge ins Viertelfinale in Washington ein. Kurios: Bei ihren beiden bisherigen Auftritten scheiterte sie jeweils an der späteren Turniersiegerin: 2022 an Liudmila Samsonova und 2024 an Paula Badosa. Ob sich diese Serie fortsetzt?

Zunächst wartet mit Maria Sakkari die nächste große Herausforderung. Die Griechin, selbst ehemalige Nummer drei der Welt, hat als Wildcard den Weg ins Viertelfinale gefunden. Doch Raducanu geht mit einer klaren Statistik ins Match: In den bisherigen drei Duellen hat sie noch keinen Satz gegen Sakkari abgegeben.

Ein Turnier mit Signalwirkung?

Dieses Match gegen Osaka war mehr als nur ein Achtelfinale. Es war ein Auftritt, der Raducanus Anspruch untermauerte, wieder zu den Besten gehören zu wollen. Mit einem reiferen, durchdachteren und mental gefestigteren Spiel als noch vor ein oder zwei Jahren. Auch wenn der Weg zu den ganz großen Erfolgen, etwa bei den French Open oder den US Open, noch weit ist, sendet dieses Match ein klares Signal. Raducanu ist zurück. Und dieses Mal könnte sie gekommen sein, um zu bleiben.

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