Nur wenige Männer der Open Era gewannen die French Open und Wimbledon nacheinander. Diese Tennislegenden schafften es.
Alexander Zverev steht vor einer historischen Chance. Nach seinem ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open 2026 kämpft sich der Deutsche auch bei Wimbledon Richtung Finale. Im Halbfinale trifft Zverev auf den britischen Außenseiter Arthur Fery und ist dort klarer Favorit. Gewinnt er das Turnier, würde er in einen extrem kleinen Kreis von Spielern vorstoßen, die in der Open Era die French Open und Wimbledon direkt hintereinander gewinnen konnten.
Zverev ist längst Teil der deutschen Tennisgeschichte. Über Jahre wurde er als „bester Spieler ohne Grand-Slam-Titel“ bezeichnet, als "ewiger Dritter" hinter Alcaraz und Sinner. Mit seinem Triumph in Paris hat er diese Last endlich abgelegt. Nun wirkt sein Spiel befreiter, stabiler und selbstverständlicher.
Zunächst muss Zverev aber Arthur Fery schlagen. Der britische Wildcard-Spieler ist die Überraschung des Turniers, steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale und wird vom Publikum getragen. Sollte Zverev ins Finale einziehen, wartet dort entweder Jannik Sinner oder Novak Djokovic.
Spieler: | Jahr: |
Rod Laver | 1969 |
Björn Borg | 1978, 1979, 1980 |
Rafael Nadal | 2008, 2010 |
Roger Federer | 2009 |
Novak Djokovic | 2021 |
Carlos Alcaraz | 2024 |
Damit könnte Alexander Zverev erst der 7. Spieler der Open Era werden, dem dieses Kunststück gelingt.
Bei den deutschen Männern war Boris Becker der letzte und einzige Spieler, der zwei Grand-Slam-Titel direkt nacheinander gewinnen konnte. Im Jahr 1989 gewann Becker zunächst Wimbledon und anschließend die US Open. Damit holte er 2 aufeinanderfolgende Major-Titel und spielte eines der besten Jahre seiner Karriere.
Bei deutschen Frauen war Steffi Graf die letzte deutsche Spielerin mit aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Titeln. Sie gewann 1996 die French Open, Wimbledon und die US Open.
Rod Laver: gewann 1969 alle 4 Grand Slams
Ken Rosewall: US Open 1970 – Australian Open 1971
Jimmy Connors: Wimbledon 1974 – US Open 1974
Björn Borg: mehrfach French Open – Wimbledon
John McEnroe: Wimbledon 1984 – US Open 1984
Boris Becker: Wimbledon 1989 – US Open 1989
Stefan Edberg: US Open 1991 – Australian Open 1992
Jim Courier: Australian Open 1992 – French Open 1992
Pete Sampras: mehrere Serien, u. a. Wimbledon 1993 – US Open 1993 – Australian Open 1994
Andre Agassi: US Open 1994 – Australian Open 1995
Roger Federer: mehrere Serien, u. a. French Open 2009 – Wimbledon 2009
Rafael Nadal: u. a. French Open 2008 – Wimbledon 2008 und French Open 2010 – Wimbledon 2010 – US Open 2010
Novak Djokovic: mehrere Serien, u. a. French Open 2021 – Wimbledon 2021
Carlos Alcaraz: French Open 2024 – Wimbledon 2024
Im Halbfinale gegen Arthur Fery ist Alexander Zverev klarer Favorit. Fery startete als Wildcard-Spieler und Nummer 114 der Welt ins Turnier. Sein Lauf ist beeindruckend, doch Zverev bringt deutlich mehr Erfahrung, mehr Konstanz und die bessere Form mit.
Sollte Zverev ins Finale einziehen, wäre er gegen Jannik Sinner oder Novak Djokovic wahrscheinlich nicht automatisch Favorit. Gegen beide müsste er sein bestes Tennis abrufen. Sinner bleibt trotz körperlicher Fragezeichen der stärkste Spieler der Welt, Djokovic ist auf Rasen weiterhin eine Legende und jagt seinen 25. Grand-Slam-Titel.
Aber genau das ist der Punkt: Zverev gehört seit Jahren zur Elite. Jetzt hat er auch den Grand-Slam-Durchbruch geschafft. Mit dem Selbstvertrauen aus Paris und seinem starken Wimbledon-Lauf kann er jeden Gegner schlagen.
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