Vom Skifahren zum Tennis: Die schicksalhafte Weichenstellung eines Jungen aus Sexten, der die Weltspitze des Tennis eroberte. Die Erfolge, Rekorde und der unaufhaltsame Aufstieg von Jannik Sinner bis zum Status als Nummer 1 der Welt.
Was wäre passiert, wenn Jannik Sinner sich entschieden hätte, bei den Skiern zu bleiben, anstatt zum Schläger zu greifen? Angesichts seines Charakters wäre er wahrscheinlich auch im Wintersport ein Champion geworden. Eine schicksalhafte Entscheidung oder einfach Bestimmung. Denn die Wahl, sich dem Tennis zu widmen, traf die heutige Nummer eins der Welt schon sehr früh.
Gerade genug Zeit, um 2008 italienischer Juniorenmeister im Riesenslalom zu werden, dann folgte der große Sprung. Es gibt Menschen, die von einer fast magischen Aura umgeben sind, die dazu bestimmt zu sein scheinen, an der Spitze zu stehen. Sinner ist einer dieser Fälle, auch wenn der junge Mann aus dem Hochpustertal hart an seinem Talent gearbeitet hat.
Wie viele junge Sportler, die den Traum einer Profikarriere hegen, musste auch Sinner seine Familie verlassen und nach Bordighera ins Piatti Tennis Center ziehen, um vom Team um Riccardo Piatti betreut zu werden. So begann eine Ära, die den italienischen Sport prägen sollte. Und doch stehen wir erst am Anfang. Man hat das Gefühl, das Beste kommt erst noch.
2017 war das Jahr, in dem Jannik Sinner den Sprung zu den Profis schaffte. Aus einem vielversprechenden Talent wurde der Junge Sinner ein vollwertiger Athlet. Ein Jahr später erreichte er beim Turnier in St. Christina in Gröden sein erstes Finale bei einem Futures-Turnier. Der eigentliche Durchbruch gelang ihm jedoch 2019 beim Challenger in Bergamo, dem ersten einer langen Reihe von Rekorden. Er war der erste Spieler des Jahrgangs 2001, der ein Turnier dieser Kategorie gewann.
Die Teilnahme am Masters in Rom und das Halbfinale beim ATP-Turnier in Antwerpen brachten ihn einen weiteren Schritt näher an den Ruhm. Den wichtigsten Schritt machte er jedoch bei den Next Gen ATP Finals 2019, als er im Finale Alex De Minaur besiegte. Die ganze Welt wurde auf sein Talent aufmerksam, das auch vom Verband mit dem ATP Award als „Newcomer of the Year“ gewürdigt wurde.
Trotz des Titels als „Newcomer des Jahres“ fühlte sich Sinner noch nicht bereit für den ganz großen Wurf. Nach einem eher enttäuschenden Wimbledon-Turnier 2021 entschied er sich gegen eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. „Ich muss arbeiten und mich weiterentwickeln“, lautete seine Begründung.
Es ist schwierig, alle Titel von Jannik Sinner aufzuzählen, daher konzentrieren wir uns auf die bedeutendsten. Den Anfang macht der Turniersieg in Washington 2021, der seinen Status als einer der besten jungen Spieler der Welt festigte. Auch in der Weltrangliste gab ihm dieser Erfolg einen kräftigen Schub und brachte ihn auf den achten Platz, als jüngster italienischer Tennisspieler, der je in die Top Ten einzog.
Der Weg zum Erfolg verläuft, wie so oft, nicht geradlinig, sondern führt auch durch schwierige Phasen. Das Jahr 2022 war für den Italiener aufgrund zahlreicher Verletzungen nicht einfach. Er fand jedoch durch ein starkes Jahr 2023 und ein sensationelles Jahr 2024 zu alter Stärke zurück. Die Erfolge der letzten Saison führten Sinner schließlich an die Spitze der ATP-Weltrangliste.
Kategorie / Turnier: | Wo / Wann: |
ATP 250: | Sofia 2020; Melbourne 2021; Sofia 2021; Antwerpen 2021; Umag 2022; Montpellier 2023 |
ATP 500: | Washington 2021; Peking 2023; Wien 2023; Rotterdam 2024; Halle 2024; Peking 2025; Wien 2025 |
ATP Masters 1000: | Toronto 2023; Miami 2024; Cincinnati 2024; Shanghai 2024; Paris 2024; Indian Wells 2026; Miami 2026; Monte-Carlo 2026; Madrid 2026; Rom 2026 |
Grand Slam: | Australian Open 2024; US Open 2024; Australian Open 2025; Wimbledon 2025 |
ATP Finals: | Turin 2024; Turin 2025 |
Olympia: | Noch kein Titel |
Insgesamt konnte Sinner in seiner bisher noch jungen Karriere bereits ganze 29 Titel gewinnen. Er ist auf einem guten Weg, einer der erfolgreichsten Spieler dieses Sports zu werden.
Durch seine Erfolge hat Jannik Sinner bereits ein beachtliches Vermögen angehäuft und gehört schon jetzt zu den zehn bestverdienenden Tennisspielern aller Zeiten.
Das Karrierepreisgeld des italienischen Champions beläuft sich auf mehr als 63 Millionen US-Dollar.
Mit dem jüngsten Erfolg in Wimbledon konnte er diese Summe weiter steigern und überholte damit auch in dieser speziellen Rangliste seinen Rivalen Carlos Alcaraz. Zwar haben die „Großen Drei“ Federer, Nadal und Djokovic, in Sachen Preisgeld noch einen Vorsprung, stellt sich nur die Frage: Wie lange noch?
Eines der Erfolgsgeheimnisse von Jannik Sinner ist seine Geduld. Er ist ein junger Mann, der keine Angst davor hatte, auf prestigeträchtige internationale Events zu verzichten, wenn er nicht vollkommen davon überzeugt war, dort eine Hauptrolle spielen zu können. Auch auf diese Weise hat sich der Südtiroler die große Bühne erobert: durch konstante tägliche Arbeit und im Bewusstsein, dass sich Opfer und Engagement auszahlen würden. Talent hatte der junge Jannik ohnehin von Anfang an im Überfluss.
Sein Spiel zeichnete sich schon immer durch eine solide Technik, exzellentes Ballgefühl und die Fähigkeit aus, sich an verschiedene Beläge anzupassen, auch wenn er, wie alle Tennisspieler, bestimmte Oberflächen bevorzugt.
Auf dem Platz ist er für seine Schnelligkeit und die Präzision seiner Schläge bekannt. Seine größte Stärke ist jedoch seine mentale Verfassung, die es ihm ermöglicht, auch dann einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn viel auf dem Spiel steht. Dabei hilft ihm auch sein extrem zurückhaltender Charakter, der sich voll und ganz auf seinen Sport konzentriert. Sein Ehrgeiz ist vollständig auf das Erreichen seiner Ziele ausgerichtet.
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