Wie kaum ein anderer prägt Boris Becker den modernen Tennissport. Vom Wunderkind aus Leimen zum dreifachen Wimbledon-Sieger, Olympiasieger und schließlich zum Trainer von Novak Djokovic. Seine Karriere ist geprägt von Triumphen, Umbrüchen und Neubeginn.
Boris Becker wurde am 22. November 1967 in Leimen geboren und wuchs in einem Umfeld auf, in dem Tennis eine Selbstverständlichkeit war. Sein Vater, selbst passionierter Spieler, legte früh den Grundstein für Beckers sportliche Entwicklung. Bereits in den Jahren 1980/81 gewann er gemeinsam mit Steffi Graf den Brühler Jüngsten-Tennis-Cup. Ein erstes Signal seiner außergewöhnlichen Laufbahn. In den folgenden Jahren dominierte Becker die deutschen Juniorenmeisterschaften und erreichte beim renommierten Orange Bowl in Miami gleich mehrfach das Finale.
1984 markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Becker schloss die mittlere Reife ab und widmete sich fortan voll und ganz dem Tennissport. Mit Ion Tiriac als Manager und Günther Bosch als Trainer erhielt seine Karriere eine klare Struktur. Erste Erfolge auf der großen Bühne folgten prompt: Bei den Australian Open erreichte er das Viertelfinale und in Wimbledon die dritte Runde.
Das Jahr 1985 veränderte alles. Nach ersten Turniersiegen und dem Junioren-Weltmeistertitel überraschte Becker im Juli die Tenniswelt: Mit nur 17 Jahren gewann er Wimbledon und wurde damit der jüngste Champion der Turniergeschichte sowie der erste deutsche Sieger überhaupt. Seine aggressive Spielweise und sein Mut am Netz machten ihn zum Publikumsliebling. Noch im gleichen Jahr wurde er zum „Sportler des Jahres” gewählt.
Becker bestätigte früh, dass sein Triumph kein Zufall war. 1986 sicherte er sich seinen zweiten Titel in Wimbledon und dominierte das Jahr mit weiteren Turniersiegen. Im Jahr darauf blieb er zwar ohne Erfolg in Wimbledon, prägte aber weiterhin das internationale Geschehen. 1989 gelang ihm sein dritter Sieg auf dem „heiligen Rasen“, ergänzt durch zahlreiche Grand-Prix-Titel und einen weiteren Davis-Cup-Erfolg. Die ITF kürte ihn zum Weltmeister und er wurde erneut „Sportler des Jahres“.
Die 1990er Jahre standen im Zeichen von Höhen und Tiefen. Verletzungen und Formschwankungen prägten mehrere Saisons, doch Becker bewies immer wieder seine Belastbarkeit. 1991 gewann er die Australian Open und erreichte für kurze Zeit den ersten Platz der Weltrangliste. 1992 folgte der Gewinn der olympischen Goldmedaille im Doppel, bevor er sich Mitte des Jahrzehnts erneut stabilisierte. 1995 erreichte er zum letzten Mal das Finale in Wimbledon und gewann die ATP-Weltmeisterschaft.
1997 erklärte Becker seinen Rückzug von den Grand-Slam-Turnieren. Abseits des Platzes übernahm er neue Rollen: Er war Teamchef im Davis Cup, Leiter des Mercedes-Junioren-Teams, TV-Analyst und Unternehmer. Seine Aktivitäten reichten von Moderationen über Marketingfirmen bis zu Kooperationen mit Medienhäusern.
2013 übernahm Becker überraschend die Rolle des Trainers von Novak Djokovic. Mit ihm gewann der Serbe sechs Grand-Slam-Titel und kehrte an die Spitze der Weltrangliste zurück. 2016 endete die Zusammenarbeit und Becker kehrte in die Rolle des Kommentators zurück.
Boris Becker bleibt eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Sports. Seine Karriere ist geprägt von extremen Höhen und Tiefen. Und dennoch gilt: Kaum ein deutscher Athlet hat weltweit so viel Wirkung entfaltet – auf dem Platz und darüber hinaus.
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