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Tennis

Was folgt auf Wimbledon?

Das älteste Turnier der Tour schließt seine Schranken für ein Jahr und damit zieht auch wieder der Rasenplatz aus der Tour. Nun folgt ein Gemisch aus Sand und Hartplatzturnieren mit Ziel US Open.

Kaum sind die letzten Rasenschlieren auf dem Centre Court getrocknet, rollt der Tross schon weiter und mit ihm das Ewige Rad der WTA. Die Woche nach Wimbledon fühlt sich immer ein wenig an wie das tiefe Durchatmen nach einem Sprint: keine Showcourts mit zehn Tausend Zuschauern, aber Sandstaub, Sommerhitze und jede Menge Punkte, die unter dem Radar verteilt werden.

Die nächste Woche

Montagmorgen, Budapest: Zwischen Donauufer und rötlich schimmerndem Aschebelag beginnt die Hungarian Grand Prix. Das 250er-Event ist ein Magnet für Spielerinnen, die in London früher als geplant ausschieden oder dem Körper nach den schnellen Rasenwechseln einen weicheren Untergrund gönnen. Top-30-Gesichter wie Martina Trevisan oder Elisabetta Cocciaretto haben ihr Kommen angekündigt, Lokalmatadorin Anna Bondár trägt als Wildcard die Hoffnungen der ungarischen Fans. Iga Świątek? Die frischgebackene Wimbledon-Siegerin gönnt sich eine Pause denn ein Rasenmärchen verarbeiteten sich nicht in drei Tagen. Doch für Clara Burel oder Linda Nosková bietet Budapest die Chance, still und heimlich an der Top-20-Tür zu klopfen.

Währenddessen greifen in Amerika schon die Hard-Court-Spezialisten zum klebrigen Tour-Griffband: Die Sommerhitze Nordamerikas wirft ihre Schatten voraus. Bevor jedoch die großen Hartplatz-Festivals starten, schiebt sich noch ein Sand-Klassiker unter die Sonnencreme-Saison: Palermo. Ab übernächster Woche wird auf Sizilien um einen 125-Titel gespielt. Kleiner Preisgeldtopf, großer Prestige-Faktor, denn der Country Time Club gilt seit den 1990ern als Sprungbrett für kommende Stars. Nicht selten hat hier eine spätere Top-10-Spielerin das erste Profotrophäe in den Händen gehalten. Wer in Budapest früh strauchelt, bucht deshalb gern die Nachtfähre nach Italien, um dort den Rhythmus zu retten.

Es geht in die Vorbereitung

Danach aber schlägt der Puls hörbar schneller. Washington D.C. eröffnet Ende Juli den „US-Summer-Swing“. Seit der Aufwertung zum 500er-Status ist das Citi Open nicht bloß Warm-up, sondern Gradmesser: Die Temperaturen liegen jenseits der 30 Grad, die Platzbedingungen erinnern an New York, und Sponsoren locken die Top 10 mit satten Antrittsprämien. Jessica Pegula hat bereits zugesagt und will auf heimischem Boden den von Świątek gebauten Grand-Slam-Druck kontern.

Kaum ist dort der Siegerpokal vergeben, rücken Montréal und Toronto in den Vordergrund. Der National Bank Open macht ab diesem Jahr ernst mit seinem neuen Zwölf-Tage-Format: 96er-Hauptfeld, zwei Ruhetage, Finale am 7. August. Heißt für die Stars: Mehr Matches, dafür aber auch mehr Verschnaufpausen, was Aryna Sabalenka, die sich nach drei Finalniederlagen in Serie nach einer Titelbestätigung sehnt, besonders begrüßt. Direkt im Anschluss folgt das umgebaute Cincinnati Open, jetzt ebenfalls über fast zwei Wochen gestreckt. Die Organisatoren haben das Lindner Family Tennis Center generalüberholt, mehr Schattenplätze gebaut und die Qualifikation in den ersten Hauptrundentag integriert. Für Spielerinnen bedeutet das: Keine Nachtflüge mehr, sondern ein durchgetaktetes Hartplatz-Doppel, das in Summe fast 2000 Weltranglistenpunkte ausschüttet, mehr als ein Grand-Slam-Finaleinzug.

Und doch ist allen klar, dass auf dieser Reise jede Entscheidung unter dem Scheinwerfer des US Open steht. New York beginnt am 25. August, diesmal mit dem Versprechen einer Titelverteidigung entweder für Aryna Sabalenka oder für das nächste Breakthrough-Gesicht der Tour. Bis dahin wird gemanagt, dosiert, einmal vielleicht sogar still verzweifelt: Wer sich in Budapest auf roter Asche verrenkt, muss innerhalb von drei Wochen den Slide in einen Hartplatz-Split-Step verwandeln. Eine falsche Trainingseinheit, ein überhitzter Oberschenkel, und der Traum von Flushing Meadows platzt.

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