Zum zweiten Mal in Folge trifft im Finale der Grand Slams Jannik Sinner auf Carlos Alcaraz. Nach dem Sieg von Alcaraz bei den French Open, hofft nun Sinner auf die Revanche in Wimbledon.
Schon vor dem Turnierstart in London stand klar, dass Sinner und Alcaraz, die Nummer eins und zwei der Welt, die klaren Favoriten auf den Titel sind. Die beiden NextGen-Stars dominieren nun schon zusammen seit zwei Jahren das Tennis und kündigen sich als die neue Rivalität der nächsten Dekade an. Gerade bei Grand Slam-Turnieren, kam in letzter Zeit niemand mehr an den Beiden vorbei. Über die letzten sechs Majors ging jeder Titel entweder an Sinner oder Alcaraz. Im direkten Wettkampf zwischen den Beiden führt momentan Alcaraz, der seit dem Start der Sandsaison eine beinahe perfekte Serie aufspielt. In seinen letzten fünf Turnieren erreichte er fünfmal das Finale und holte viermal den Titel. Darunter gleich auch zwei Siege im Finale gegen Sinner, einmal in Rom bei den Italien Open und dann bei den French Open. Dabei ist Sinner auch der Titelverteidiger von Wimbledon.
Dieses Jahr gab es gerade auf den letzten Metern von Wimbledon nur wenige Überraschungen. Am Ende standen die vier Spieler im Finale, die auch schon vorher als die Favoriten gesehen wurden. Ein formstarker Novak Djokovic, ein Taylor Fritz auf dem Comeback, Sinner und Alcaraz. Dabei spielte der Spanier gegen Fritz und Sinner gegen den Serben.
Im ersten Halbfinale musste Alcaraz den Aufschlagwirbel von Fritz und drückende Hitze auf dem Centre Court wegstecken, blieb aber nervenstark: Nach verlorenem zweitem Satz drehte er das Momentum, rettete im vierten-Satz-Tiebreak zwei Satzbälle und machte mit 6:4, 5:7, 6:3, 7:6 (6) den dritten Wimbledon-Finaleinzug in Folge perfekt. Wichtig hierfür war seine starke Antwort auf die bisher kaum aufhaltbaren Aufschlag – Vorhand-Kombination von Fritz, die seine Spiele dominierten. Trotzdem war das Spiel eng and eng und ging fast in den fünften Satz. Ein wichtiger Sieg für Alcaraz, aber auch ein weiteres starkes Zeichen von Fritz, der nach langer Talfahrt nun wieder um Titel kämpft.
In der zweiten Partie zeigte Sinner gegen einen sichtlich gehandicapten Djokovic kaum Schwächen. Der Südtiroler diktierte die Ballwechsel mit knallharten Grundschlägen, servierte gnadenlos präzise und ließ den siebenfachen Champion mit 6:3, 6:3, 6:4 keine Luft. Es war dabei sein fünfter Sieg in Serie über den Serben. Man merkte in der Partie klar das Alter von Djokovic, der auch in einem Interview danach sagte, dass er einfach nicht mehr mit jemanden wie Sinner mithalten kann. Sinner sagte dabei nach der Partie: „Ich habe mich auf dem Platz großartig gefühlt. Ich habe mich heute viel besser bewegt, und ich denke, wir haben alle gesehen, vor allem im dritten Satz, dass er ein bisschen verletzt war. Er ist in den letzten paar Punkten im Viertelfinale gefallen.“
Alcaraz geht in das Finale von Wimbledon als der klare Favorit. Nicht nur auf dem Papier war er über die letzten Monate stärker als Sinner, sondern auch im direkten Duell behielt er die Oberhand, auch wenn gerade die French Open knapp wurde. Dabei kann auf der Gegenseite Sinner nie unterschätzen, der Italiener ist absolut verdient momentan der Weltranglistenführende, wenn auch viele seiner Punkte vom Hartplatz kommen. Gegen den Spanier muss Sinner einen guten Tag erwischen. Sicher ist nach Rom und Paris, dass auch in London ein fantastisches Finale auf Fans zu kommt.
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