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Tennis
  1. TENNIS

Showdown um den ersten Karrieretitel

Im Finale der Washington Open trifft die Kanadierin Leylah Fernandez auf die Russin Anna Kalinskaja. Für Kalinskaja geht es dabei um den Premier‑Titel ihrer Laufbahn.

Bei den Citi Open der Damen endet eine Woche voller Überraschungen: Weder Fernandez (Weltrangliste 36) noch Kalinskaja (48) gehörten zu den Favoritinnen eines WTA‑500‑Feldes, das von Jessica Pegula, Emma Navarro und Wimbledon‑Siegerin Elena Rybakina angeführt wurde. Doch während die Topgesetzten früh scheiterten, setzten sich zwei Ungesetzte durch und spielen nun um 500 Punkte sowie den größten Pokal ihrer Karriere.

Unermüdliche Fernandez

Auf dem Weg ins Finale war die 22‑jährige Linkshänderin die „Giantkillerin“ des Turniers. Nach einem Dreisatz‑Kraftakt gegen Top‑Seed Pegula schlug sie Taylor Townsend und lieferte sich im Halbfinale einen epischen Schlagabtausch mit Rybakina: 6:7 (2), 7:6 (3), 7:6 (3) nach 3 Stunden 12 Minuten. Dabei wehrte sie bei 4:5 im zweiten Satz sogar einen Matchball ab und riss mit ihrem lautstarken „Vamos!“ das Publikum in Washington von den Sitzen. Insgesamt legte sie laut Tracking knapp elf Kilometer auf dem Court zurück und gewann 72 Prozent ihrer Punkte über den zweiten Aufschlag. Gleich die zwei Spitzenwerte der gesamten Turnierwoche.

„Ich habe einfach auf meinen Coach geschaut und versucht, jeden Aufschlag zu vergraben. Wenn ich schon verliere, dann wenigstens nach seinem Plan“, erklärte Fernandez, die bei 0‑40 im zweiten Satz kurz vor dem Aus stand. Mit einem Triumph würde sie zurück in die Top 30 springen. Alle ihre bisherigen drei Titel holte sie ebenfalls auf Hartplätzen.

Kalinskaja macht weiter Schlagzeilen

Die 26‑jährige Russin rauschte ohne Satzverlust durchs Tableau. Siege über Magda Linette, Clara Tauson und zuletzt Emma Raducanu (6:4, 6:3) unterstrichen ihre Formstärke; gegen die Britin schlug Kalinskaja 31 Winner und wehrte fünf von sechs Breakbällen ab. Dabei gab sie in ihren drei Partien zusammen gerade einmal 17 Spiele ab und verbrachte insgesamt weniger als vier Stunden auf dem Platz. Mit einem im Schnitt 187 km/h schnellen ersten Aufschlag gewann sie 80 Prozent der Punkte. Eine Effizienz, an die keine andere Spielerin der Turnierwoche heranreichte.

„Es war ein interessantes Match gegen Emma. Ich bin stolz, dass ich aggressiv geblieben bin und meinen Plan durchgezogen habe“, sagte Kalinskaja, die bei einem Finalsieg erstmals in die Top 30 klettern würde.

Kopf‑an‑Kopf & Ausblick

Das bisher einzige Duell entschied Fernandez 2021 in Guadalajara knapp in drei Sätzen für sich. Seither hat sie ihr Konter‑Tempo weiter geschärft, während Kalinskaja mit flachen Grundschlägen den Rhythmus diktiert. Auf dem schnellen Hartplatz von Washington dürfte jeder Aufschlagdurchbruch Gold wert sein. Das Momentum langer Matches spricht für Fernandez, die Frische für Kalinskaja.

Montreal wartet schon

Für die Siegerin bleibt kaum Zeit zum Durchatmen: Schon am 27. Juli schlägt die Tour in Montréal beim WTA‑1000‑Klassiker Omnium Banque Nationale auf (27. Juli – 7. August). Nachdem Weltranglistenerste Aryna Sabalenka eine Erholungspause einlegte, führt nun Coco Gauff als Topgesetzte das 96‑Spielerinnen‑Feld an; hinter ihr lauern Iga Swiatek (Nr. 2) und Titelverteidigerin Jessica Pegula (Nr. 3).

Kanadas Hoffnungsträgerin Bianca Andreescu erhielt eine Wildcard und könnte bereits in Runde eins auf French‑Open‑Champion Barbora Krejčíková treffen. Die Hartplatz‑Saison nimmt damit richtig Fahrt auf: Neben weiteren Grand‑Slam‑Siegerinnen wie Naomi Ōsaka und Elina Svitolina nutzen viele Stars Montréal als Generalprobe für die US Open. Für die frisch gekrönte Citi‑Open‑Championess, sei es Leylah Fernández mit Heimvorteil oder Anna Kalinskaja im Premierenrausch, bietet sich also die Chance, den Schwung sofort auf noch größerer Bühne mitzunehmen und die eigene Setzlistenposition für New York weiter zu verbessern.

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