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Tour de France

Die 8. Etappe des Giro d’Italia bringt Bewegung ins Klassement: Primoz Roglic gibt das Rosa Trikot ab, Georg Steinhauser zeigt sich in Angriffslaune und Juan Ayuso macht weiter Druck.

Italien im Mai bedeutet Giro-Zeit und damit Geschichten voller Taktik, Leiden und Überraschungen. In diesem Jahr prägt vor allem das Duell zwischen Routiniers und jungen Herausforderern das Rennen. Titelanwärter wie Roglic, Ayuso und Carapaz belauern sich in jeder Etappe, doch auch Fahrer wie Ulissi oder Steinhauser sorgen mit mutigen Aktionen für Akzente. Auf der achten Etappe zwischen Giulianova und Castelraimondo war von Abwarten bis Angriff alles dabei und der Giro zeigte erneut, warum er so unberechenbar ist.

Roglic verzichtet freiwillig

In der Welt des Radsports zählt oft nicht nur, wer vorne fährt, sondern warum. Primoz Roglic verlor auf dem Weg nach Castelraimondo das Rosa Trikot an Diego Ulissi. Doch der Slowene nahm es mit einem Lächeln hin. Das deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe hatte früh die Kontrolle über das Rennen abgegeben und das Tempo der Spitzengruppe bewusst gewähren lassen. Am Ende lag der Rückstand bei rund fünf Minuten. Genug, um das Trikot abzugeben, aber nicht zu viel, um in der Gesamtwertung ernsthaft zurückzufallen.

Sportlich ergibt das Sinn: Wer das Rosa Trikot trägt, trägt auch die Verantwortung, das Rennen zu kontrollieren. Eine Bürde, auf die man im Mittelteil einer dreiwöchigen Rundfahrt gerne verzichtet. Roglic rangiert nun 17 Sekunden hinter Ulissi auf Rang drei – dicht hinter ihm: Juan Ayuso.

Steinhauser zeigt Lebenszeichen

Ein Jahr nach seinem Etappensieg am Passo Bronco hat sich Georg Steinhauser eindrucksvoll zurückgemeldet. Der 23-Jährige schaffte es nach einer kraftraubenden Anfangsphase in die Spitzengruppe des Tages und bestimmte das Geschehen lange mit. Knapp 50 Kilometer vor dem Ziel konnte er das Tempo der Top-Vier nicht mehr halten, kämpfte sich aber durch und wurde Achter. Eine Leistung, die Mut macht.

Nach Problemen in der Vorbereitung und zähem Start in den Giro wirkte Steinhauser erleichtert: „Ich bin superhappy, dass ich die Beine wiedergefunden habe“, sagte er im Ziel. Sein Einsatz zeigte: Der Allgäuer ist bereit für weitere Angriffe, besonders in den kommenden Bergetappen dürfte mit ihm zu rechnen sein.

Ayuso nutzt jede Gelegenheit

Im Duell um das Rosa Trikot lässt Juan Ayuso keine Gelegenheit aus. Schon auf der 7. Etappe hatte er mit einem Etappensieg Zeit gutgemacht, nun schnappte er sich auf den letzten Metern in Castelraimondo eine weitere Sekunde. Es war ein minimaler Gewinn, aber einer mit Symbolkraft. Ayuso bleibt Roglic dicht auf den Fersen und sendet klare Signale: Er ist bereit, das Rennen an sich zu reißen.

Der Spanier weiß: Die Schotteretappe nach Siena am Sonntag könnte eine Schlüsselrolle spielen. Über fünf Schottersektoren führt der Weg in die Toskana: Defekte, Stürze und schlechte Positionierung könnten entscheidend sein. Und genau hier kommt Taktik ins Spiel: Je nach Rang in der Gesamtwertung sortieren sich die Teamfahrzeuge im Begleittross. UAE startet hinter Red Bull, die hinter dem neuen Gesamtführenden Ulissi fahren. Ein kleines, aber wichtiges Detail.

Schotterpisten als Wegweiser

Die 9. Etappe verspricht ein Spektakel: Fast 30 Kilometer über Schotter warten auf dem Weg nach Siena. Eine Etappe, die Erinnerungen an Strade Bianche weckt und für Unruhe im Gesamtklassement sorgen könnte. Ayuso liebt solche Herausforderungen, Roglic meidet sie eher und Ulissi? Der Italiener fährt im Rosa Trikot, ist aber im Hochgebirge kaum als echter Anwärter auf den Gesamtsieg zu sehen.

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