Im vollen Tourkalender warten dieses Wochenende gleich drei Finals auf Zuschauer. Dabei geht es in Bastad und Gstaad am Samstag ins Halbfinale.
Beim ATP-250-Turnier in Gstaad hat Juan Manuel Cerundolo für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Der Argentinier besiegte Topfavorit Casper Ruud nach einem packenden Duell mit 6:2, 1:6, 6:3 und feierte damit den bislang größten Sieg seiner Karriere. Nach 0:3-Rückstand im dritten Satz drehte Cerundolo das Match mit sechs Spielgewinnen in Serie und beendete Ruuds makellose 10:0-Bilanz in Gstaad.
Der 23-Jährige, derzeit auf Platz 109 der Weltrangliste, kehrt damit erstmals seit Oktober 2023 zurück in die Top 100. Im Halbfinale trifft er auf den peruanischen Qualifikanten Ignacio Buse, der sich gegen Roman Burruchaga durchsetzte. Vor dem Turnier in der Schweiz stand Cerundolo in der Tour nur selten auf dem Platz und wenn meist als der Verlierer. Bei 10 Spielen gab es sechs Niederlagen. Aber bei den Challengers deutete der Argentinier schon mehrmals sein Comeback dieses Jahr an, so stand er schon vor Gstaad im 125er Finale von den Braunschweig Open. Dabei unterlag er dort seinem Landsmann Mariano Navone in zwei Sätzen.
Auch Alexander Bublik steht in der Vorschlussrunde. Der Kasache bezwang Francisco Comesana souverän mit 6:4, 6:3 und feierte seinen zehnten Saisonsieg auf Sand. Es ist für ihn ein persönlicher Bestwert.
Während sich Juan in der Schweiz durchsetzt, sorgt auch sein Bruder Francisco Cerundolo bei den Nordea Open für positive Ergebnisse für die Familie. Dabei revanchierte er seinen Bruder direkt in der ersten Runde und schmiss den Sieger von Braunschweig, Navone, direkt aus dem Turnier. Nun trifft er als Nächstes auf Damir Dzumhur.
Im Gegensatz zu seinem Bruder geht Francisco in Bastad, Schweden als der Favorit ins Turnier. Während Juan seinen Einzug in die Top 100 feiert, kämpft er selbst um ein Verbleib in den Top 20. Zwar lief die Saison bisher nicht schlecht, doch einen großen Erfolg gab es noch nicht. Damit hofft Francisco auf seinen ersten Titel in Schweden.
Im Halbfinale warten schon Jesper de Jong und Luciano Darderi. Die Beiden kamen als Underdogs ins Viertelfinale setzten sich aber Beide überraschend souverän durch. Gerade der Erfolg von de Jong gegen Landsmann Tallon Griekspoor kam aus dem Nichts. Der 25-jährige Niederländer steht außerhalb der Top 100 und wartet bislang noch auf seinen ersten Tourtitel. Griekspoor auf der anderen Seite hofft auf den Einzug in die Top 20 und gewann dazu schon einen Titel dieses Jahr. Auf der anderen Seite sorgte Darderi schon bei den Marrakesch Open für Schlagzeilen mit seinem Titelerfolg. Doch seit dem kam nur wenig vom Italiener gerade über die letzten Monate, Schweden ist damit ein überraschend gutes Zeichen.
Auch Camilo Ugo Carabelli mischte in Bastad kräftig mit. Der an fünf gesetzte Argentinier schlug im Viertelfinale den starken Qualifikanten Filip Misolic glatt mit 6:3, 7:5 und zog damit ins Halbfinale ein. Carabelli, derzeit rund Platz 56 ATP, präsentierte sich bislang konstant, zuvor bezwang er Cristian Garin (6:4, 6:4) und Botic van de Zandschulp in einem knappen Dreisatzmatch.
Der 26-Jährige, 1,85 m groß, mit druckvollem Grundlinienspiel und acht Challenger-Titeln im Rücken, macht in dieser Woche einen weiteren großen Schritt: Sein Halbfinalgegner wird Jesper de Jong sein, und Carabelli hat die Chance, erstmals in der ATP-Tourgeschichte das Finale in Bastad zu.
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