Überspringen zum Inhalt
Olympia/Tennis
  1. TENNIS

Bublik brilliert in Gstaad

Wer jetzt nicht hinschaut, verpasst zwei Geschichten, die Tennisfans den Atem anhalten lassen: Alexander Bublik in Bestform und ein deutscher Youngster mit Grand-Slam-Ambitionen.

Wer dachte, er hätte nach seinem Coup bei den French Open genug für diesen Sommer geleistet, wurde am Donnerstag in Gstaad eines Besseren belehrt. Bei seinem Debüt im malerischen Höhenort legte der Kasache einen souveränen Auftritt hin und das, obwohl die Bedingungen alles andere als einfach waren.

Mit 6:2, 6:3 fegte er seinen Landsmann Alexander Shevchenko in nur 62 Minuten vom Platz. 20 Winner zu fünf, das war eine Machtdemonstration. Doch Bublik ließ nach dem Match auch durchblicken, wie viel Feingefühl und Vorbereitung hinter dem scheinbar mühelosen Sieg steckten: „Die Bälle fliegen hier ziemlich. Ich bin schon letzten Samstag angereist, um mich daran zu gewöhnen.“ Und es hat sich gelohnt. Er sei nervös gewesen, immerhin spielte er gegen einen Davis-Cup-Kollegen, doch am Ende behielt er die Nerven.

Der Lohn ist ein Viertelfinale gegen Francisco Comesana, der sich mit 6:1, 6:4 gegen Roberto Carballes Baena durchsetzte. Für den Argentinier war es ein Befreiungsschlag, denn nach fünf Niederlagen in Folge konnte er endlich wieder zwei Siege in Serie erzielen. Zudem ist es sein dritter ATP-Viertelfinaleinzug überhaupt. Für zusätzliche Spannung sorgt die Tatsache, dass Comesana erstmals bei einem ATP-Turnier gesetzt ist. Spürt er den Druck oder nutzt er den Moment?

Cerundolo kämpft sich ins Glück, während Ruud bereits wartet

Ebenfalls stark: Juan Manuel Cerundolo. Der Argentinier ließ sich von einem wetterbedingten Abbruch seines Matches am Mittwoch nicht beirren. Beim Stand von 4:4 im zweiten Satz gegen David Goffin wurde das Spiel unterbrochen. Am Donnerstag kehrte Cerundolo mit neuem Schwung zurück und holte sich die Partie mit 5:7, 6:4, 6:1. Acht der letzten neun Spiele gingen auf sein Konto. Sein nächster Gegner ist kein Geringerer als Casper Ruud. Kein Geringerer als Casper Ruud, Gstaad-Sieger 2021 und 2022, die Nummer eins des Turniers und Sandspezialist.

Cazaux sorgt für eine faustdicke Überraschung

Doch nicht nur Südamerika und Skandinavien liefern Highlights: Der an Position vier gesetzte Tomas Martin Etcheverry wurde von dem Franzosen Arthur Cazaux mit einem couragierten 6:3, 4:6, 6:4 geschockt. 42 Winner und zehn von elf abgewehrten Breakbällen lesen sich wie ein Märchen aus der Underdog-Feder. Für Cazaux ist es der erste Einzug ins Viertelfinale der ATP-Tour seiner Karriere. Und wer weiß, wie weit ihn der Rückenwind noch trägt? Im Viertelfinale wartet entweder der italienische Qualifikant Francesco Passaro oder der Schweizer Wildcard-Spieler Jérôme Kym.

Engel fliegt Richtung US Open.

Während sich in Gstaad die Sonne auf die Schläger der Etablierten legt, kämpft ein 17-jähriger Deutscher auf Challenger-Ebene um sein ganz persönliches Sommermärchen: Justin Engel. Justin Engel. Beim Turnier in San Marino besiegte er zunächst den ehemaligen US-Open-Junioren-Champion Daniel Rincón in zwei Sätzen und rang anschließend Kyrian Jacquet nach einem Satzrückstand nieder. Im Viertelfinale trifft er nun auf den formstarken Kroaten Dino Prizmic, der 16 seiner letzten 17 Matches gewonnen hat und zuletzt zwei Titel geholt hat.

Engels aktueller Platz 204 im Live-Ranking bringt ihn gefährlich nah an die Qualifikationsplätze für die US Open. Doch die Punkte für seinen Vorjahreserfolg in Uslar werden demnächst gestrichen, sodass ein Sturz auf Platz 225 droht. Damit könnte es eng werden. Glücklicherweise stehen noch Chancen auf weitere Punkte in San Marino und eventuell per Wildcard in Kitzbühel. Zudem ist er beim Challenger in Hagen gemeldet, wenngleich die dort erzielten Punkte nicht mehr für New York zählen.

Kohlschreiber-Schützling auf der Überholspur

Engel, der vom früheren Profi Philipp Kohlschreiber betreut wird, scheint das alles kaum zu beeindrucken. Sein Spiel ist reif, sein Auftreten entschlossen. Wer ihn beobachtet, merkt schnell: Dieser Teenager will nicht spekulieren, sondern liefern. Noch zwei, drei gute Matches, und sein Name könnte schon bald auf der Qualifikationsliste für die US Open stehen.

Zwischen Höhenluft und Aufstiegsdruck

Ob Bubliks Höhenflug in Gstaad weitergeht oder Engel den Sprung nach New York schafft, die nächsten Tage versprechen Drama, Emotionen und vielleicht den Start zweier ganz unterschiedlicher, aber gleichermaßen faszinierender Tennisreisen.

Weiterführende Artikel

bet365 verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um einen besseren und individuelleren Service bereitstellen zu können. Nähere Informationen finden Sie in den Richtlinien zu Cookies

Neu bei bet365? Erhalten Sie bis zu €100 in Wett-Credits Jetzt anmelden

Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.