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Swiatek gegen Anisimova: Wer wird Rasen-Königin?

Ein Wimbledon-Finale, mit dem niemand gerechnet hat. Wer hätte vor Turnierbeginn auf Iga Swiatek gegen Amanda Anisimova getippt?

Iga Swiatek hat es tatsächlich geschafft: Die Polin, die bisher vor allem als Sandplatz-Queen bekannt war, steht zum ersten Mal im Endspiel von Wimbledon. Mit einer eindrucksvollen Machtdemonstration fegte sie die Schweizerin Belinda Bencic im Halbfinale regelrecht vom Centre Court: 6:2, 6:0 in nur 72 Minuten. Eine Lehrstunde auf Rasen, ausgerechnet von einer Spielerin, die diesen Belag früher eher mied.

Swiatek, die Nummer 8 der Setzliste, galt auf Gras lange als unsicher. Doch diese Saison läuft plötzlich alles anders: Schon in Bad Homburg erreichte sie ihr erstes Finale auf diesem Belag, nun folgt direkt das zweite auf der größten Bühne der Tenniswelt. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin wartet seit ihrem Triumph bei den French Open 2024 auf einen Titel und steht nun kurz davor, sich auch in Wimbledon zu verewigen.

Und wenn Swiatek einmal in einem Grand-Slam-Finale steht, ist sie kaum zu stoppen. Ihre Bilanz? Fünf Endspiele, fünf Siege! Viermal triumphierte sie in Paris, einmal bei den US Open. Wird Wimbledon nun Nummer sechs?

Doch der Weg zur Trophäe wird alles andere als einfach. Denn ihre Gegnerin im Finale heißt Amanda Anisimova und die US-Amerikanerin sorgt in London für die wohl größte Sensation dieses Sommers.

In einem hochdramatischen Halbfinale rang sie die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka mit 6:4, 4:6, 6:4 nieder. Das nervenaufreibende Duell dauerte ganze 2 Stunden und 37 Minuten, bei dem Anisimova vor allem mit ihrem kühlen Kopf beeindruckte. Es war nicht nur ihr erster Sieg gegen eine aktuelle Nummer eins der Welt, sondern bereits ihr vierter Erfolg gegen Sabalenka auf jeder denkbaren Oberfläche.

Doch damit nicht genug: Anisimova schreibt ebenfalls Geschichte. Sie ist die erste Spielerin, die im 21. Jahrhundert geboren wurde und das Finale von Wimbledon erreicht hat. Noch vor einem Jahr war sie in der Qualifikation gescheitert und stand auf Platz 189 der Weltrangliste. Der Weg zurück? Hart. 2023 hatte sie wegen mentaler Probleme sogar sieben Monate Pause genommen.

Und jetzt? Jetzt steht sie am Samstag im Finale des wohl prestigeträchtigsten Tennisturniers der Welt. Ihr Lauf begann mit dem Einzug ins Finale in Queens, setzte sich in Berlin fort und findet nun auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon seinen vorläufigen Höhepunkt. Ab Montag wird Anisimova erstmals in den Top 10 der Weltrangliste stehen.

Ihr Halbfinale gegen Sabalenka war ein Thriller in drei Akten: Zunächst hielten beide Spielerinnen ihre Aufschläge stabil, dann steigerte sich die Dramatik. Im zweiten Satz wehrte Anisimova vier Satzbälle ab, verlor ihn dennoch knapp. Im Entscheidungssatz schien Sabalenka zunächst das Ruder an sich zu reißen, doch Anisimova konterte sofort und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen, obwohl es noch einmal richtig eng wurde, als sie beim Stand von 5:2 zunächst nicht den Sack zumachen konnte.

Doch Anisimova blieb hartnäckig. Nach einem dramatischen Hin und Her beendete sie das Match schließlich mit einem krachenden Vorhand-Winner und brach danach emotional auf dem Rasen zusammen. Ihr Traum ist Realität geworden.

Nun kommt es also zum Duell Swiatek gegen Anisimova – eine Paarung, die es auf Profi-Ebene noch nie gegeben hat. Einzig 2016 standen sich die beiden als Juniorinnen gegenüber, damals siegte Swiatek.

Doch diesmal geht es um weit mehr als einen Nachwuchstitel. Es geht um Wimbledon, um Geschichte, um den Platz an der Spitze des Tennistrios. Holt Swiatek den nächsten Grand-Slam-Pokal? Oder krönt Anisimova ihr märchenhaftes Comeback mit dem ganz großen Coup?

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