Die US Open sind das krönende Finale der Tennissaison. Seit Beginn der Open Era 1968 prägen sie Legenden, die auf drei sehr unterschiedlichen Belägen bestehen mussten: bis 1974 auf Rasen, 1975–1977 auf Sand und seit 1978 auf Hartplatz in Flushing Meadows.
Wer hier dominiert, vereint Anpassungsfähigkeit, Nervenstärke und die Fähigkeit, Nachtmatches im größten Tennisstadion der Welt zu bestehen. Unter den großen Namen ragen einige Spielerinnen mit außergewöhnlichen Bilanzen heraus.
Evert ist die US-Open-Königin der Konstanz. Vier Titel in Serie zwischen 1975 und 1978 – davon drei auf Sand und einer schon auf dem neuen Hartplatz – zeigen ihre Vielseitigkeit wie kaum eine andere Bilanz. Ihre Spielformel aus fehlerarmer Grundliniensicherheit und unerschütterlicher Schusslaufsicherheit trug sie durch zahllose Tiebreaks und lange Rallys. Herausragend bleibt das 1978er-Finale im frisch eröffneten USTA National Tennis Center, als sie mit präzisem Konterten gegen Pam Shriver den Übergang ins Hartplatz-Zeitalter meisterte.
Serenas US-Open-Spanne umfasst 15 Jahre – von ihrem Durchbruch 1999 gegen Martina Hingis bis zum Dreifach-Turniersieg 2012–2014. In New York verband sie Aufschlag-Dominanz mit Return-Druck: Kaum jemand gewann so viele freie Punkte auf dem zweiten Aufschlag der Gegnerinnen. 2012 bezwang sie Victoria Azarenka in einem der hochklassigsten Finals der Dekade in drei Sätzen; 2014 vollendete sie ihren sechsten Triumph ohne Satzverlust im gesamten Turnier.
Graf steht für Tempo, Winkel und die Vorhand als Waffe. In New York gewann sie fünfmal, darunter 1988 auf dem Weg zum Golden Slam. Ihr 1995er-Finale gegen Monica Seles gilt als taktisches Meisterstück: flache, früh genommene Grundschläge gegen Seles’ druckvolle Zwei-Hände-Beidhändigkeit auf beiden Seiten. 1996 krönte sie ihre US-Open-Ära mit einem siebten Finaleinzug in acht Jahren – ein Ausdruck ihrer Dauerpräsenz an der Spitze.
Navratilovas Serve-and-Volley-Blaupause funktionierte auf Rasen, Sand und Hartplatz – in New York besonders, weil der schnelle erste Schritt und der linkshändige Slice-Aufschlag die Rückhandlinie öffneten. Vier Titel in fünf Jahren, dazu unzählige Doppelerfolge, machten sie zur prägenden Figur der 1980er. Ihre Finals gegen Evert schrieben das Kapitel einer der größten Rivalitäten des Sports fort – nun unter Flutlichtbedingungen.
King war Pionierin auf und neben dem Court. Sportlich gewann sie in der Open Era dreimal in New York; historisch bedeutsam: 1973 wurden die US Open als erstes Grand-Slam-Turnier Preisgeldgleichheit für Frauen und Männer einführen – ein Ziel, für das King maßgeblich kämpfte. Ihre New-York-Erfolge rahmen eine Karriere, die Leistung und gesellschaftlichen Fortschritt verband.
Court ist eine Brückenfigur zwischen Amateur- und Profiära. Sie triumphierte vor 1968 und dann noch dreimal in der Open Era – 1969 und 1970 auf Rasen in Forest Hills, 1973 bereits auf Hartplatz-Vorläufer in Flushing. Ihre Vielseitigkeit über Belagswechsel und Bälle hinweg bleibt bemerkenswert.
Clijsters verkörpert die moderne Hardcourt-Athletik der 2000er: defensive Beinarbeit, Konter in offene Felder, nahtlose Übergänge Richtung Netz. 2009 gewann sie in New York als Mutter ein Grand-Slam-Turnier – ein Meilenstein, den sie 2010 sofort bestätigte. Ihre US-Open-Matches lebten von spektakulären Verteidigungsbällen, die sie in Angriffe umwandelte.
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