Arthur Ashe schrieb im Jahr 1968 Geschichte, als er als erster schwarzer Spieler die US Open gewann und damit zu einer Stimme im Kampf gegen Rassismus wurde. Ein Triumph, der weit über den Tennissport hinausstrahlte.
Als Arthur Ashe am 9. September 1968 im New Yorker Forest Hills den Niederländer Tom Okker in fünf Sätzen besiegte, veränderte er den Tennissport für immer. Sein Sieg bedeutete den Beginn einer außergewöhnlichen Karriere und war ein Wendepunkt in der Geschichte des Grand-Slam-Tennis sowie ein Symbol im Kampf um Gleichberechtigung. Mit diesem Triumph wurde Ashe der erste Afroamerikaner, der einen Grand-Slam-Titel gewann. Ein Durchbruch in einer Sportart, die bis dahin fest in der Hand der weißen Elite war.
1968 war ein Jahr des Umbruchs. Während in den Straßen der USA nach der Ermordung Martin Luther Kings Unruhen ausbrachen und die Bürgerrechtsbewegung für Gleichheit kämpfte, setzte Ashe auf dem Center Court ein stilles, aber unübersehbares Zeichen. Der 25-Jährige, schlank, elegant und kompromisslos in seinem Spiel, zeigte, dass schwarze Athleten auch in den sogenannten „Country-Club-Sportarten” nicht nur mithalten, sondern dominieren können.
Sein Spiel war eine Mischung aus Kraft, Eleganz und taktischem Feingefühl. Ashe schlug im Finale 26 Asse, punktete mit aggressivem Serve-and-Volley und einem Arsenal an Schlägen, das Gegner wie Zuschauer gleichermaßen in Staunen versetzte. „Ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg ist Selbstvertrauen. Ein wichtiger Schlüssel zu Selbstvertrauen ist Vorbereitung“, lautete eines seiner bekanntesten Zitate. Ein Satz, der in jedem Ballwechsel dieses Finals zu spüren war.
Doch das historische Gewicht dieses Sieges lag weit über den sportlichen Aspekten. Die US Open 1968 waren die ersten in der Open Era, bei denen Amateure und Profis erstmals gemeinsam antraten. Ashe selbst war noch Amateur und erhielt statt der 14.000 Dollar Siegprämie für Okker lediglich eine Tagespauschale von 20 Dollar. Dennoch stand er im Rampenlicht wie nie zuvor und nutzte diese Bühne, um Stellung zu beziehen.
In einem provisorischen Presseraum, der eng gefüllt war mit Reportern, sprach Ashe offen über seine Rolle als schwarzer Champion. „Ich habe nie zurückgeschaut. Nun bin ich gezwungen, zurückzuschauen“, sagte er und reflektierte über Black Power, gesellschaftliche Verantwortung und seine eigene Position „irgendwo dazwischen“. Zwischen moderat und militant, zwischen Sportstar und Aktivist. Diese Zerrissenheit sollte sein Leben prägen. Ashe war überall willkommen, aber nie vollständig Teil einer Welt – weder der weißen Tenniselite noch der radikalen Bürgerrechtsbewegung.
Sein Gegner Tom Okker erinnerte sich später: „Einerseits war er politischer Aktivist, andererseits auch wieder nicht. Er musste Kompromisse machen, und das war sicher nicht leicht. Aber an erster Stelle wollte er immer ein guter Tennisspieler sein. Er hat immer gesagt: ‚Wenn ich nicht gut spiele, hört mir niemand zu.‘“ Genau dieser Anspruch machte Ashe glaubwürdig. Sein Sieg gab ihm eine Stimme, die er in den folgenden Jahren gegen Rassismus, für Bildung und später gegen die Apartheid in Südafrika einsetzte.
Seine sportliche Laufbahn blieb ebenso beeindruckend wie sein gesellschaftliches Engagement. Nach den US Open gewann er 1970 die Australian Open und 1975 Wimbledon, dazu viermal den Davis Cup. Heute trägt das größte Stadion der US Open, das Arthur Ashe Stadium, seinen Namen und erinnert daran, dass sein Erbe weit über Pokale hinausgeht.
Doch sein Leben blieb von Brüchen geprägt. Eine Herzerkrankung zwang ihn zu mehreren Operationen und eine Bluttransfusion infizierte ihn mit dem HI-Virus, an dem er schließlich im Alter von nur 49 Jahren starb. Trotz dieser Tragik bleibt seine Botschaft lebendig. Tennis war für ihn nie nur Sport, sondern auch ein Mittel, um Brücken zu bauen, Grenzen zu verschieben und Sichtbarkeit zu schaffen.
Sein Triumph war nicht nur der Beginn der Open Era, sondern auch ein historischer Moment, der bis heute nachhallt. Er ist der Beweis, dass Mut, Haltung und Talent selbst auf dem grünen Rasen des Establishments Geschichte schreiben können.
TENNIS
Alexander Zverev steht im Halbfinale: Starker Auftritt gegen Rafael Jodar bei den French Open
Zverev präsentiert sich in Paris weiter in Topform und bleibt nach dem frühen Aus vieler Favoriten der größte Anwärter auf den Titel.
Kim Klos
vor 11 Stunden
TENNIS
Alexander Zverev gegen Rafael Jódar: Datum, Uhrzeit und und wo man das French-Open-Viertelfinale im Fernsehen und im Streaming sehen kann
Rafael Jódar fordert Alexander Zverev in Paris heraus, doch der deutsche Topspieler geht als klarer Favorit ins Viertelfinale. Hier erhalten Sie alle Informationen zur Begegnung.
Kim Klos
02 Jun 26
TENNIS
Zverevs große Chance: Sinners überraschendes Aus gegen Cerúndolo macht die French Open so offen wie selten zuvor
Jannik Sinner ist bei den French Open sensationell in Runde 2 ausgeschieden, Carlos Alcaraz fehlt verletzt, Novak Djokovic ist veraltet und damit öffnet sich für Alexander Zverev wohl die größte Grand-Slam-Chance seiner Karriere.
Kim Klos
28 Mai 26
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.