Zwei Deutsche sind in New York ausgeschieden. Daniel Altmaier musste aufgeben, Alexander Zverev verlor in vier Sätzen. Für Jan-Lennard Struff steht nun ein Abend gegen Novak Djokovic an.
Daniel Altmaier war gegen Alex de Minaur bereits im vierten Satz, als er nicht mehr weiterspielen konnte. Der Australier führte 6:7, 6:3, 6:4, 2:0, dann kam das Aus. Altmaier hatte zuvor den ersten Satz im Tiebreak geholt und die Partie offen gehalten. In den längeren Rallys gewann de Minaur jedoch zunehmend die Oberhand. Nach zwei Stunden intensiver Grundlinienarbeit setzte die Verletzung den Schlusspunkt. Es bleibt ein starker Turnierauftritt, denn Altmaier hatte in Runde zwei Stefanos Tsitsipas aus dem Feld genommen. Der Sieg über den Griechen war sein bisher größter Moment in Flushing Meadows und trug die Handschrift seiner Wochenform mit klarer Linie und guter Rückhandlänge. Gegen de Minaur fehlte am Ende die körperliche Stabilität, um die Partie noch einmal zu drehen.
Alexander Zverev unterlag Felix Auger-Aliassime 6:4, 6:7, 4:6, 4:6. Nach starkem Start verpasste er im zweiten Satz die Vorentscheidung. Der Kanadier zog das Tiebreak an sich und rückte danach mit aggressiven Returns und hohem Erstaufschlaganteil die Statik zu seinen Gunsten. Zverev geriet häufiger früh in die Defensive und fand zu selten freie Punkte über den ersten Schlag. In den entscheidenden Momenten kassierte er jeweils das späte Break. Es ist ein früher Abschied für die Nummer drei der Welt, die damit erstmals seit Jahren die zweite Woche der US Open verpasst. Zverev wirkte nach der Partie selbstkritisch und sprach von einer Leistung, die nicht reichte. Er müsse es nächstes Jahr besser machen, sagte er. Dabei sah es vor der Partie noch recht gut für den Deutschen aus. In der Vorbereitung auf die US Open zeigte er sich meist souverän und punktete auch schon vorher auf dem Rasen. Doch am Ende konnte er gegen diesen Erfolg nicht nach New York mitbringen. Auger-Aliassime steht mit dem Erfolg erneut in Woche zwei und trifft nun auf Andrey Rublev.
Jan-Lennard Struff spielt sich in New York in einen Rhythmus. Der 35-Jährige kam über die Qualifikation, setzte sich in fünf Sätzen gegen Holger Rune durch und schlug danach Frances Tiafoe in zwei Sätzen. Der Mix aus druckvollem Aufschlag, frühen Treffpunkten und klaren Musterwechseln trägt auch auf den großen Courts. Nun wartet Novak Djokovic im Achtelfinale. Das Head-to-Head spricht deutlich für den Serben. In sieben Duellen gab es noch keinen Sieg für Struff, Djokovic hat 17 von 18 Sätzen gewonnen. Der Schlüssel liegt für den Deutschen im Aufschlagspiel. Hohe Trefferquote beim ersten Service, kurze Punkte und mutige Zweitschläge sind zwingend. Im Return geht es um den ersten Zugriff auf Djokovics zweiten Aufschlag, um überhaupt längere Sequenzen zu öffnen. Gelingt Struff die erste Phase, kommt sein Vorwärtsdrang zur Geltung. Bleibt Djokovic stabil in den Grundlinienmustern und neutralisiert den ersten Schlag, verschiebt sich das Match in seine Komfortzone. Struff bringt Selbstvertrauen und Matchpraxis aus der Qualifikation mit. Djokovic bringt Routine, Organisation und die Erfahrung vieler Abende auf dem Arthur Ashe. Die Bühne ist gesetzt.
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