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Was uns bei der elften Etappe erwartet

Nach dem Ruhetag geht es für das Peloton mit der explosiven 11. Etappe der Tour de France 2025 weiter. Diese könnte das Gesamtklassement durcheinanderwirbeln.

Die Tour de France 2025 gönnte sich am 15. Juli eine Pause. Kein Rollen der Räder, kein Kampf ums Gelbe Trikot, kein hektisches Positionsgerangel im Finale, sondern Beine hoch und Regeneration. Nach zehn harten Etappen war der erste Ruhetag mehr als verdient. Doch ab dem 16. Juli heißt es wieder: taktieren, attackieren, leiden.

Die elfte Etappe führt in einem Rundkurs nach und durch Toulouse. Es ist kein Monsterprofil, aber ein gefährliches: kurz, explosiv und voller taktischer Fallstricke. Hier entscheidet nicht allein die Kraft, sondern auch der richtige Riecher. Was uns erwartet, ist eine Etappe, die perfekt für Überraschungen geeignet ist.

Das Profil ist kurz, zackig und tückisch

Mit 156 Kilometern ist die Strecke vergleichsweise kurz, doch das macht sie nicht harmlos, im Gegenteil. Es ist genau diese Kürze, die die Intensität nach oben treibt. Zahlreiche kurze Anstiege, ein welliges Profil und eine finale Rampe mit 10 Prozent Steigung erwarten uns. Hier werden die Beine brennen.

Besonders die Cote de Pech David, nur neun Kilometer vor dem Ziel, dürfte zum Brennpunkt des Rennens werden. Sie ist 800 Meter lang und brutal steil. Wer hier rausnimmt, ist raus. Danach geht es bergab Richtung Toulouse und schließlich flach ins Ziel. Das klingt machbar, wäre da nicht der permanente Druck um Positionen und Sekunden.

Wer greift an? Wer kontrolliert?

Das Team Visma-Lease a Bike könnte die Dynamik diktieren, etwa durch einen Vorstoß von Matteo Jorgenson, der Tadej Pogacar unter Druck setzen soll. Doch auf diesen Rampen ist Pogacar kaum zu erschüttern: zu souverän, zu clever, zu explosiv.

UAE Team Emirates ist bestens aufgestellt. Mit Tim Wellens und Jhonatan Narvaez verfügt er über zwei Helfer, die das Rennen in seinem Sinne prägen können, sei es durch Tempodiktat oder gezielte Nadelstiche.

Für Pogacar dürfte es ein Tag zum Mitrollen sein oder einer, an dem er sich Bonussekunden schnappt. Wenn er sich gut fühlt, ist auch ein Etappensieg denkbar.

Wer kommt im Sprint durch?

Sollte es zu einem Sprint kommen, wird dieser nicht klassisch sein. Die vielen Hügel im Finale werden das Feld dezimieren. Reine Sprinter wie Tim Merlier oder Jonathan Milan haben es schwer, denn der Parcours ist zu zäh. Dafür könnten kraftvolle Allrounder wie Wout van Aert, Biniam Girmay oder Bryan Coquard zur Geltung kommen.

Auch bergfeste Sprinter wie Kaden Groves, Danny van Poppel oder Magnus Cort Nielsen, die Außenseiterchancen haben, werden hoffen, dass das Rennen hart wird. Dann könnten sie im reduzierten Finale ihre Chance wittern.

Joker aus der Flucht?

Eine weitere Option ist die frühe Fluchtgruppe. Gerade Klassikerfahrer mit Kletterbeinen wie Matej Mohoric, Fred Wright oder Valentin Madouas könnten hier ihre Chance suchen. Auch Julian Alaphilippe, Mathieu van der Poel und Quinn Simmons haben das Profil für eine späte Attacke.

Und dann wäre da noch Remco Evenepoel: Wenn er sich in den letzten Kilometern löst und niemand sofort reagiert, könnte er der große Gewinner sein.

In Toulouse ist alles möglich

Ob Sprint, Solo oder Taktik-Schach: Die elfte Etappe hat das Potenzial für ein echtes Tour-Highlight. Die Pause war kurz, doch der Kampf um Gelb, Etappensiege und Prestige geht mit voller Wucht weiter.

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