Jonas Vingegaard hat am Bola del Mundo ein Ausrufezeichen gesetzt und damit die Vuelta so gut wie entschieden. Der Däne fährt in Rot nach Madrid, nur ein Etappentag trennt ihn vom Gesamtsieg.
Der Bola del Mundo, berüchtigt für seine gnadenlos steilen Rampen, wurde zum Schauplatz eines weiteren Meisterstücks von Jonas Vingegaard. Mit einem Antritt, der alle Rivalen abschüttelte, sicherte er sich seinen dritten Etappensieg bei dieser Vuelta und ließ die Konkurrenz verzweifelt zurück. Er nahm seinem treuen Helfer Sepp Kuss elf Sekunden ab, Jai Hindley 18 Sekunden. Vor allem aber beseitigte er den letzten Zweifel am Gesamtsieg.
Hinter Vingegaards Triumph am Berg ordnete sich die Konkurrenz neu. Joao Almeida, der hartnäckigste Verfolger aus Portugal, verlor wertvolle Sekunden und kam mit 22 Sekunden Rückstand als Fünfter ins Ziel. Damit rückt die Vuelta-Trophäe für ihn in unerreichbare Ferne. Für Almeida bleibt immerhin das sichere Podium. Doch ein anderer fuhr ihm im Nacken den Rang ab: Tom Pidcock schob sich mit einer brillanten Leistung auf Platz vier des Tages und damit ins Gesamtklassement auf Rang drei. Ein Podiumsplatz in Madrid ist dem Briten kaum mehr zu nehmen.
Während der Kampf um den Gesamtsieg entschieden scheint, schlug das Herz der Nachwuchswertung höher. Matthew Riccitello, der kaum älter ist als viele der U23-Starter, schnappte sich das weiße Trikot. Der Amerikaner profitierte von der Schwäche Giulio Pellizzaris, der am letzten Anstieg völlig einbrach und fast drei Minuten verlor. Mit 1:28 Minuten Vorsprung in der Nachwuchswertung steht Riccitello nun vor dem größten Triumph seiner noch jungen Karriere.
Auch Jay Vine war am entscheidenden Berg ganz vorne mit dabei. Lange bestimmte er das Tempo und ließ die Gruppe der Favoriten spüren, dass er klettern kann. Zwar reichte es am Ende „nur“ zu Rang sieben ohne zusätzliche Bergpunkte, doch die Krone des Bergkönigs bleibt in australischer Hand. Die Punktedifferenz am Bola del Mundo war zu gering, um Vines Führung ernsthaft zu gefährden.
Giulio Ciccone versuchte sein Glück in der Fluchtgruppe und holte sich als Achter des Tages zumindest einen Achtungserfolg. Junior Lecerf zeigte auf Rang neun, dass er trotz des Verpassens der Top Ten im Gesamtklassement ein Fahrer für die Zukunft ist. Und mit Finlay Pickering schaffte es ein weiterer Jungspund in die Tages-Top Ten.
Weniger erfreulich verlief der Tag für Felix Gall. Der Österreicher musste Federn lassen, erreichte das Ziel mit über zwei Minuten Rückstand und fiel auf den achten Gesamtrang zurück. Ein bitterer Tag, der seine Hoffnungen auf eine noch bessere Platzierung zunichte machte.
Im Ziel blieb Vingegaard trotz allem vorsichtig. „Es steht noch immer eine Etappe aus“, erklärte der Däne. „Aber ich hoffe natürlich, in Madrid als Gesamtsieger über den finalen Strich zu rollen.“ Almeida zeigte sich als fairer Verlierer: „Jonas war super stark. Es ist nicht schlecht, Zweiter hinter ihm zu sein.“ Worte, die deutlich machen, dass Vingegaards Dominanz in diesem Jahr unumstritten ist.
In der Punktewertung hat Mads Pedersen mit 277 Zählern einen komfortablen Vorsprung, gefolgt von Vingegaard und Jasper Philipsen. Auch in der Teamwertung sind die Fronten geklärt: UAE Emirates steuert auf den sicheren Sieg zu, während Visma Lease a Bike 23 Minuten zurückliegt.
Und so rollt das Peloton nun in die spanische Hauptstadt, in der traditionell die Sprinter das letzte Wort haben. Doch egal, wer in Madrid jubelt: Der Gesamtsieg ist bereits entschieden. Jonas Vingegaard hat sich mit eiserner Härte und drei Etappensiegen das Rote Trikot gesichert. Ein Däne auf dem Höhepunkt seiner Kunst, bereit, in Madrid die letzte Ehrenrunde zu drehen.
Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung zur Nutzung verfügbar. Gewinne schließen den Einsatz von Wett-Credits aus. Es gelten die AGB, Zeitlimits und Ausnahmen.