Die US Open sind das Grand-Slam-Turnier der Superlative: frühe Jahre auf Rasen in Forest Hills, ein kurzer Abstecher auf amerikanischen Sand (Har-Tru) und seit 1978 die Flutlicht-Show in Flushing Meadows. Wer hier Rekorde setzt, verbindet Anpassungsfähigkeit über Belagswechsel mit Nervenstärke in Night Sessions und schreibt Tennisgeschichte.
Bei den Männern halten Jimmy Connors, Pete Sampras und Roger Federer mit jeweils fünf Einzeltriumpfen die Open-Era-Bestmarke. Connors’ Erfolge spannen sich über drei Jahrzehnte; Sampras gewann seine US-Open-Premiere mit 19 und verabschiedete sich 2002 mit dem letzten Titel seiner Karriere; Federer dominierte die 2000er und ist zudem der einzige Profi mit fünf New-York-Titeln in Serie. Bei den Frauen führen Chris Evert und Serena Williams mit je sechs Titeln. Evert gewann viermal hintereinander zwischen 1975 und 1978 und trug damit den Übergang vom Sand- ins Hartplatzzeitalter maßgeblich mit. Serena spannte ihre Erfolge über 15 Jahre und erreichte insgesamt zehn Endspiele – Rekord in der Open Era. Bei den Männern steht Ivan Lendl mit acht Endspielen in Serie (1982–1989) einzigartig da; seine Mischung aus Konstanz und Hartplatz-Effizienz bleibt unerreicht.
Federers fünf Titel in Folge resultierten in einer 40-Matches-Serie ohne Niederlage, die erst 2009 im Finale endete. Eine absolute Dominanz in New York, die bis heute auch nur ansatzweise einen Rivalen sucht. Connors ist bis heute der Spieler mit den meisten US-Open-Matchsiegen überhaupt; seine fast hundert Erfolge dokumentieren Langlebigkeit wie Anpassungsfähigkeit – schließlich gewann er hier auf drei verschiedenen Untergründen. Chris Evert hält bei den Frauen die Maßstäbe für Konstanz: sechs Titel, neun Endspiele und eine beispiellose Gesamtbilanz in New York. Ihre langen Siegesserien über mehrere Jahre veranschaulichen, wie schwer sie auf Hartplatz zu knacken war, als das Turnier Ende der 1970er den Standort wechselte und die Bedingungen schneller wurden.
Die Spanne reicht bei den Männern vom jüngsten Sieger Pete Sampras im Jahr 1990, der mit 19 Jahren den Durchbruch schaffte, bis zum ältesten Open-Era-Champion Ken Rosewall, der 1970 mit 35 Jahren und knapp elf Monaten triumphierte. Bei den Frauen blieb Tracy Austin 1979 als 16-Jährige die jüngste Titelträgerin der Open Era und setzte damit einen Maßstab, an den seitdem keine andere Teenagerin in New York heranreichte. Am anderen Ende der Skala steht Flavia Pennetta, die 2015 mit 33 Jahren gewann und ihren Rücktritt direkt im Siegerinterview ankündigte – ein seltener Abschied auf dem Höhepunkt.
Titel ohne Satzverlust sind in New York eine Rarität – die Kombination aus Wind, Lautstärke und späten Ansetzungen macht Fehler unvermeidlich. Umso bemerkenswerter sind Serenas perfekte Läufe 2002, 2008 und 2014, Steffi Grafs makelloses 1996 sowie Justine Henins stürmische Dominanz 2007. In die gleiche Kategorie fällt Emma Raducanus Sensationssieg 2021: als Qualifikantin, zehn Matches in Folge, kein Satzverlust – einzigartig in der Grand-Slam-Historie. Ein Sonderkapitel gehört Jimmy Connors: Als einziger Mann gewann er die US Open auf allen drei Belägen – 1974 auf Rasen, 1976 auf Sand, 1978 auf Hart – und zementierte damit einen Rekord, der wegen des fixen Belags seit 1978 wohl für immer Bestand haben dürfte.
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