Mit einem historischen Start in Tirana, Albanien hat die Giro d’Italia am Freitag begonnen und ging am Samstag ins Zeitrennen.
Es wird Geschichte geschrieben beim diesjährigen Giro d’Italia. Zum ersten Mal fängt die bedeutendste Radtour, nach der Tour de France, im Balkan an. Dabei fahren die Teams von Albanien nach Rom, überwinden auf dem Weg 3400 Kilometer und knapp mehr als 50000 Höhenmeter, deutlich mehr als noch im letzten Jahr. Insgesamt gibt es über das gesamte Rennen nur zwei Einzelzeitfahren und dazu noch 21 weitere Etappen, nur sechs von ihnen bleiben flach, beim Rest werden Hügel und Berge überwunden. Nach den ersten drei Etappen in Albanien kommt der erste Ruhetag, dabei geht es für alle Radfahrer nach Italien, wo jede Menge Schotter auf sie wartet. Kurz vor Rennende geht es dann noch einmal in die Alpen, wo das letzte Rest an Kraft von den Radfahren gefordert wird, bis es zum Endspurt nach Rom kommt.
Den Startschuss gab es dabei schon am Freitag. In einen der wenigen flachen Etappen ging es über 160km von Durres nach Tirna. Nach einem ruhigen Auftakt auf flachem Terrain wurde die erste Etappe des Giro d’Italia 2025 zwischen Durrës und Tirana auf den letzten Kilometern zur echten Herausforderung. Mit 1.800 Höhenmetern und zwei Anstiegen des Surrel-Passes verlangte das Finale den Fahrern alles ab. Am Ende setzte sich Mads Pedersen (Lidl–Trek) im Sprint einer reduzierten Gruppe knapp vor Wout van Aert (Visma | Lease a Bike) durch und sicherte sich damit das erste Rosa Trikot der Rundfahrt. Dritter wurde Orluis Aular (Movistar). Für einen der Favoriten, Mikel Landa (Soudal–Quick-Step), endete der Giro bereits am ersten Tag: Ein unglücklicher Sturz im Finale führte zu einem Wirbelbruch und zwang ihn zum Ausstieg.
Petersen zeigte sich nach dem Rennen begeistert: „Den Auftakt zu gewinnen und ins Maglia Rosa zu fahren, ist absolut unglaublich. Es ist kaum zu fassen, wie hart das Team gearbeitet hat. Ich bin glücklich, es ihnen mit dem Sieg zurückzahlen zu können. Unser genauer Plan war, am Anstieg sehr hart zu fahren und das Feld für den Sprint zu verkleinern.“ Der Titelverteidiger Tadej Pogacar ist in diesem Jahr nicht am Start, was das Feld für neue Favoriten öffnet. Primoz Roglic der Sieger von 2023 gilt als Topfavorit und strebt an der älteste Giro-Sieger der Geschichte zu werden. Unterstützt wird er von einem starken Team bei Red Bull BORA hansgrohe darunter Jai Hindley und Dani Martinez.
In der zweiten Etappe, einem 13,7 km langen Einzelzeitfahren in Tirana, sorgte der 21-jährige Brite Josh Tarling für Aufsehen, indem er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51 km/h die Etappe gewann und damit der jüngste Grand-Tour-Zeitfahrsieger wurde. Primož Roglič belegte den zweiten Platz und übernahm mit einem Vorsprung von einer Sekunde auf Pedersen das Maglia Rosa.
Die Gesamtwertung nach der zweiten Etappe führt Roglič an, gefolgt von Pedersen und Mathias Vacek. Juan Ayuso liegt auf dem fünften Platz mit 16 Sekunden Rückstand. Am Sonntag folgt die letzte Etappe auf albanischem Boden. Die dritte Etappe führt über 172 Kilometer von Elbasan nach Korça. Dabei erwarten das Feld erneut mehrere Anstiege, insgesamt stehen rund 2.300 Höhenmeter auf dem Programm. Vor allem im letzten Drittel der Strecke wird es mit einem langen Anstieg und einer welligen Zielanfahrt nochmals anspruchsvoll, ein Terrain, das eher bergfeste Klassikerfahrer oder puncheurs bevorteilen dürfte.
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