Das älteste Turnier unter den Grand Slams gibt am 30. Juni den Startschuss. Dabei tritt auf Londoner Rasen die Weltspitze gegeneinander an. Doch wer hat in Wimbledon die besten Chancen auf den Titel im Einzel der Männer?
Auch wenn momentan jemand anderes auf der Eins im Tennis steht, wird gerade auf dem Grün die Nummer zwei der Welt, Carlos Alcaraz, als der klare Titelfavorit gehandelt. Der Spanier hat eine beinahe fehlerlose Sandsaison, direkt mit einem Titelsieg auf dem Grün fortgesetzt. Damit stand Alcaraz nicht nur in seinen letzten fünf Turnieren jedes Mal im Finale und gewann dabei vier Titel, sondern holte sich nun auch schon drei Turniersiege in Folge. Dabei waren es nicht etwa kleine Erfolge, kein Titelsieg gab unter 500 Punkte. Dazu kommt das der Spanier auch schon letztes Jahr in Wimbledon den Titel gewann. Auf dem schnellen und unruhigen Rasenplatz zählt Athletik und Aufschlag umso mehr und gerade hier trumpft der Spanier. Mit der Siegesserie, der Geschichte und seiner momentanen Form steht nur eins zwischen ihm und dem Titelerfolg, seine körperliche Gesundheit. Nach so vielen langen Turnieren nacheinander muss sich selbst bei dem jungen Spanier langsam die Erschöpfung zeigen.
Wenn der Name Alcaraz fällt, ist auch Jannik Sinner meist nur ein paar Sätze entfernt. Die Nummer eins der Welt und der momentan einzige wirkliche Konkurrent vom Spanier wird auch als einer der Favoriten in Wimbledon gehandelt. Doch während Alcaraz auf dem Grün zur Höchstform aufläuft, so kämpft Sinner mit dem neuen Untergrund. Der Italiener dominiert auf dem Hartplatz und ist auch auf Sand dominant, doch mit Rasen hat der Italiener immer wieder Probleme. Als technisch erstklassiger und strategischer Spieler strauchelt er mit der Kraft und Athletik des Grüns. Sein Probelauf in Halle verlief dabei eher enttäuschend mit einer Niederlage im Achtelfinale gegen den Turniersieger Alexander Bublik. Trotzdem kann man Sinner nie unterschätzen, denn wenn der Italiener eins hat dann Willensstärke und Anpassungsfähigkeit.
Über die letzten Grand Slams hatten Sinner und Alcaraz den Titel fest in ihren Händen. Doch noch sind die Beiden nicht vollkommen ohne Rivalen. Gerade der junge Jack Draper, der formstarke Taylor Fritz und der Rekordmeister Novak Djokovic könnten den Beiden gefährlich werden. Draper kann dabei gerade auf die lautstarke Unterstützung des Publikums hoffen. Der junge Brite spielt bisher eine unglaubliche Saison und gehört zu den erfolgreichsten Spielern des Jahres. Auf Rasen zeigte er in Halle eine gute Form in der Vorbereitung und scheiterte erst im Halbfinale.
Auch der Amerikaner Fritz hofft auf einen Titel in London. Immerhin verlor er dieses Jahr bisher auf dem Grün noch nicht. In Stuttgart holte er den Titel und bei den Eastbourne Open steht er verdient im Halbfinale. Ein klarer Formwechsel für Fritz der gerade auf dem Sand nur wenig Erfolg fand. Bisher erlebte Fritz ein eher enttäuschendes Jahr und steht in der saisonalen Tabelle nur auf Platz 18, ein schlechtes Ergebnis für den Weltranglistenfünften.
Am Ende kann man einfach nie Djokovic vergessen. Auch wenn der Serbe bisher dieses Jahr erste einen Titel gewinnen konnte, ist der ehemalige Weltranglistenerste selbst noch mit 38-Jahren eine Naturgewalt. Als einer der besten Returnspieler, die der Tennis je gesehen hat, holte sich Djokovic schon unzählbare Titel. Dabei triumphierte er alleine in Wimbledon schon sieben Mal, könnte mit einem Sieg dieses Jahr sogar einen neuen Rekord aufstellen.
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