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Was steckt hinter dem weißen Trikot der Tour de France?

Es gilt als Symbol der Zukunft des Radsports: Jung, schnell, vielversprechend. Doch wer darf es tragen und welche Legenden trugen es schon vor dem heutigen Nachwuchs?

Wenn bei der Tour de France von Trikots die Rede ist, denken viele zuerst an das legendäre Gelbe Trikot für den Gesamtsieger oder das Grüne Trikot für den besten Sprinter. Doch auch das weiße Trikot (französisch: maillot blanc) hat eine besondere Bedeutung: Es zeichnet den besten Jungprofi im Fahrerfeld aus.

Es zeichnet den Führenden in der Nachwuchswertung der Tour de France aus. Wer unter 26 Jahre alt ist und im Gesamtklassement am besten platziert ist, darf es tragen und ist damit das größte Nachwuchstalent der Rundfahrt.

Kurze Geschichte des weißen Trikots

Das weiße Trikot wurde 1968 erstmals eingeführt, allerdings noch nicht für die Jugendwertung. Damals diente es zur Kennzeichnung des Führenden der sogenannten Kombinationswertung, einer Disziplin, die inzwischen nicht mehr existiert.

Erst seit 1975 steht das maillot blanc für die Jugendwertung; damals gewann es ein junger Francesco Moser. Doch die Kriterien für die Vergabe änderten sich über die Jahrzehnte mehrfach. Zwischen 1975 und 1983 durften nur Fahrer teilnehmen, die maximal drei Jahre Profi waren. Von 1983 bis 1986 war das Trikot exklusiv den Tour-Debütanten vorbehalten.

Seit 1987 gilt die bis heute bekannte Regel, dass nur Fahrer unter 26 Jahren in der Nachwuchswertung antreten können, ein Meilenstein in der Geschichte der Tour-de-France-Trikots.

Das Trikot, das fast verloren ging

Zwischen 1989 und 1999 wurde das Trikot zwar rechnerisch vergeben, aber nicht physisch überreicht. Das bedeutet, dass legendäre Fahrer wie Jan Ullrich oder Marco Pantani zwar die Nachwuchswertung gewinnen konnten, das weiße Trikot jedoch nie trugen.

Seit dem Jahr 2000 ist es wieder fester Bestandteil der visuellen Tradition der Tour. Fans, Sponsoren und Talentsucher achten ganz genau darauf, wer es trägt, denn oft kündigt sich hier ein zukünftiger Champion an.

Die großen Namen im weißen Trikot

Viele der heutigen oder früheren Topstars begannen ihre Karriere im weißen Trikot:

Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) ist mit vier Siegen (2020–2023) Rekordhalter in der Nachwuchswertung. 2020 und 2021 gewann er sogar gleichzeitig das gelbe Trikot.

Jan Ullrich (1996–1998) und Andy Schleck (2008–2010) holten jeweils drei weiße Trikots in Serie und krönten ihre Leistungen mit einem Gesamtsieg.

Nairo Quintana wurde zweimal ausgezeichnet (2013 und 2015) und belegte beide Male Platz zwei im Gesamtklassement hinter Chris Froome.

Auch Marco Pantani gewann das Maillot blanc zweimal (1994 und 1995), bevor er später die Tour de France dominierte.

Zu den Fahrern, die das weiße und gelbe Trikot innerhalb einer Tour gewinnen konnten, zählen nur eine Handvoll: Laurent Fignon, Ullrich, Contador, Schleck, Bernal und Pogacar.

Wer dominiert das weiße Trikot heute?

Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, wie hochkarätig die Konkurrenz in der Jugendwertung ist:

2019: Egan Bernal, Team Ineos

2020: Tadej Pogacar, UAE Team Emirates

2021: Tadej Pogacar, UAE Team Emirates

2022: Tadej Pogacar, UAE Team Emirates

2023: Tadej Pogacar, UAE Team Emirates

2024: Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step)

Der Belgier Evenepoel tritt in die Fußstapfen von Pogacar und gilt als einer der talentiertesten Fahrer seiner Generation.

Warum das weiße Trikot mehr als ein Nebenschauplatz ist

Wer das Trikot trägt, steht oft lange vor einem möglichen Toursieg im Rampenlicht. Die Nachwuchswertung zeigt, wer das Potenzial zum Champion hat. Sie ist Sprungbrett und Auszeichnung zugleich.

Die Trikotfarben der Tour de France haben alle ihre eigene Bedeutung: Das weiße Trikot steht für Hoffnung, Talent und Zukunft. Es ist der Beweis, dass der Radsport lebt und dass jeder große Champion einmal klein angefangen hat.

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