Mexiko oder Brasilien? Während Sabalenka die Spitze der Weltrangliste verteidigt, liefern sich die Spielerinnen in Guadalajara und Sao Paulo packende Matches, die Überraschungen, Rivalitäten und emotionale Geschichten versprechen.
Kaum sind die US Open Geschichte, dreht sich das Rad auf der WTA-Tour schon wieder mit voller Geschwindigkeit. Wer dachte, die großen Stars würden sich erst einmal eine längere Verschnaufpause gönnen, liegt nur teilweise richtig. Zwar haben sich Aryna Sabalenka, Amanda Anisimova und einige andere Topspielerinnen nach den Strapazen von New York eine Auszeit genommen. Doch die Teilnehmerfelder in Guadalajara und Sao Paulo sind für eine Woche nach einem Major erstaunlich hochkarätig besetzt und versprechen Spannung.
Im mexikanischen Guadalajara steht mit Elise Mertens die aktuelle Nummer neun der Welt an der Spitze des Feldes. Die Belgierin startet nach einem Freilos direkt in Runde zwei und könnte es dort mit Maria Sakkari oder der jungen Französin Elsa Jacquemot zu tun bekommen. Spätestens im Viertelfinale könnte dann ein Duell mit Tatjana Maria warten. Die an Position sechs gesetzte Deutsche eröffnet ihr Turnier gegen Zeynep Sonmez aus der Türkei. Ein Match, das für Maria zur Standortbestimmung wird. Kann sie in Mexiko für eine Überraschung sorgen und das Viertelfinale erreichen?
Nicht nur Mertens und Maria machen das Turnier spannend. Auch Jelena Ostapenko, Veronika Kudermetova und Magdalena Frech profitieren zunächst von einem Freilos. Für Frech könnte es in der zweiten Runde besonders heikel werden. Dort droht ein Aufeinandertreffen mit Sloane Stephens, der US-Open-Siegerin von 2017, die sich allerdings zunächst gegen die Italienerin Lucrezia Stefanini behaupten muss. Ein frühes Duell Stephens gegen Frech hätte definitiv das Potenzial zum Stimmungs-Hit.
Während in Guadalajara die Schlagzeilen vor allem um Europas Topspielerinnen kreisen, richtet sich der Blick in Brasilien auf eine Lokalmatadorin. Beim 250er-Turnier in Sao Paulo führt Beatriz Haddad Maia das Teilnehmerfeld an. Die Brasilianerin, die in den letzten Jahren einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt hat, wird vor heimischem Publikum mit besonderer Energie antreten. Auch Alexandra Eala und Ajla Tomljanovic gehören zu den prominenten Namen im Teilnehmerfeld. Deutschsprachige Spielerinnen sind hier zwar nicht am Start, doch für südamerikanische Tennisfans könnte São Paulo zu einer echten Party werden.
Parallel zu den Turnieren lohnt sich auch ein Blick auf die aktualisierte WTA-Weltrangliste. Aryna Sabalenka thront nach ihrem Triumph bei den US Open weiterhin souverän an der Spitze. Mit 11.225 Punkten verteidigt sie ihr Ranking und damit auch den psychologischen Vorteil, an der Spitze zu stehen. Ihre stärkste Verfolgerin bleibt Iga Swiatek, die trotz starker Ergebnisse knapp den Sprung zurück auf Rang eins verpasst hat. Stattdessen rangiert sie nun auf Platz zwei vor Coco Gauff, die mit 7.874 Punkten nur hauchdünn dahinterliegt.
Für frischen Wind sorgt Amanda Anisimova: Die 23-Jährige erreicht mit Platz vier ein neues Karrierehoch. Mit 5.159 Punkten etabliert sie sich endgültig im Kreis der Topspielerinnen. Gleich dahinter sorgt Mirra Andreeva für Aufsehen. Trotz ihres Ausscheidens in der dritten Runde der US Open klettert die junge Russin auf Platz fünf. Ein Zeichen, dass ihre Entwicklung rasant weitergeht.
Auch andere Geschichten prägen das Ranking: Naomi Osaka ist nach ihrer Rückkehr endgültig wieder in den Top 15 angekommen. Mit Platz 14 (2.489 Punkte) meldet sich die Japanerin eindrucksvoll zurück. Ganz anders das Bild bei Emma Raducanu: Die Sensationssiegerin der US Open von einst hängt weiter hinterher und steht nur noch auf Rang 33.
Jelena Ostapenko, die zuletzt eher durch markige Worte als durch Glanz auf dem Platz auffiel, will in Guadalajara den Weg zurück in die Erfolgsspur finden.
Während Spielerinnen wie Belinda Bencic (Rang 17) und Paula Badosa (Rang 20) aktuell stagnieren oder verletzungsbedingt zurückfallen, verschiebt sich das Kräfteverhältnis in der Weltspitze spürbar. Junge Talente wie Anisimova und Andreeva mischen die etablierten Namen auf, sodass sich die Frage aufdrängt: Wer kann Sabalenka in den kommenden Wochen wirklich gefährlich werden?
Guadalajara und Sao Paulo bieten die nächste Bühne für spannende Antworten. Überraschungen sind programmiert und vielleicht sorgt Tatjana Maria ja dafür, dass auch aus deutscher Sicht eine Schlagzeile die Runde macht.
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