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Olympia/Tennis
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Von Chengdu bis San Francisco: Tenniswoche der Entscheidungen

Mit zwei ATP-250-Turnieren in China und einem Laver Cup mit Carlos Alcaraz an der Spitze der Weltspitze verspricht die kommende Woche Hochspannung im Tennis. Wer schreibt seine Geschichte und wer verpasst die große Bühne?

Die ATP-Tour schlägt in dieser Woche ein neues Kapitel auf. Während in China gleich zwei Turniere starten, richtet sich der Blick Ende der Woche nach San Francisco, wo Carlos Alcaraz als frisch bestätigte Nummer eins beim Laver Cup auf die Bühne tritt. Es ist eine dieser Wochen, in denen alles möglich scheint: Überraschungen, Comebacks, Wendungen.

Musetti im Fokus von Chengdu

In Chengdu führt Lorenzo Musetti das Feld an. Der Italiener, aktuell Achter im „Race to Turin“, steht unter doppeltem Druck: Einerseits jagt er seinen dritten ATP-Titel, andererseits winkt ein entscheidender Schritt in Richtung Nitto ATP Finals. Im vergangenen Jahr scheiterte er im Finale an Shang Juncheng, die offene Rechnung ist also groß.

Und genau dieser Shang wird diesmal selbst zur spannenden Figur. Der Chinese schrieb 2024 Geschichte, als er als erster Spieler seines Landes einen ATP-Titel in China holte. Nun kommt er von einer von Verletzungen geprägten Saison zurück und will sich vor heimischem Publikum neu erfinden. Er startet mit einer Partie gegen Zizou Bergs, die sofort elektrisieren dürfte.

Auch Luciano Darderi und Coleman Wong wollen ihre Achtungserfolge bei den US Open bestätigen. Darderi, immerhin an Nummer zwei gesetzt, stoppte damals nur den Champion Alcaraz. Wong hingegen, Publikumsliebling aus Hongkong, startet mit einer Wildcard in Chengdu und bringt frischen Wind in das Teilnehmerfeld. Der Kroate Dino Prizmic, ein Kandidat für die Next Gen ATP Finals, nutzt ebenfalls seine Chance und könnte die Geschichte der Woche schreiben.

Rublev und Medvedev in Hangzhou unter Zugzwang

Während in Chengdu der Blick auf die Zukunft gerichtet ist, geht es in Hangzhou eher um die großen Namen. Andrey Rublev muss liefern, wenn er Turin nicht verpassen will. Rang elf im Live Race und 660 Punkte Rückstand auf die Qualifikationsplätze sind keine bequeme Ausgangslage. Sein Startmatch gegen Kovacevic oder einen Qualifikanten wird zeigen, ob er die nötige Energie mitbringt.

Noch größer ist der Druck für Daniil Medvedev. Der Russe, der früher eine unerschütterliche Konstante in den Top 3 war, sucht derzeit seine Form. Nur drei Siege in den letzten acht Matches sind viel zu wenig für seinen Anspruch. Ob ausgerechnet ein mögliches Auftaktmatch gegen Marin Cilic, den Titelverteidiger von Hangzhou, die Wende bringt? Es wäre typisch für Medvedev, genau in dieser Situation wieder aufzublühen.

Hinzu kommen starke Lokalgeschichten: Zhang Zhizhen ist nach einer langen Pause zurück und bekommt es gleich mit seinem Landsmann Buyunchaokete zu tun. Wu Yibing, Sohn der Stadt und gerade wieder in den Top 200 angekommen, fordert Adrian Mannarino heraus. Alexander Bublik reist mit elf Siegen aus den letzten zwölf Spielen im Gepäck an – der Kasache ist derzeit ein Synonym für unberechenbare Siege. Und dann ist da noch der 19-jährige Learner Tien, der erstmals bei einem ATP-Turnier in China am Start ist.

Laver Cup: Alcaraz als Anführer

Während in China um Punkte für Turin und Jeddah gekämpft wird, dreht sich in San Francisco alles um Prestige. Der Laver Cup bringt Europa gegen die Welt zusammen, mit Carlos Alcaraz als klarer Speerspitze. Der Spanier überzeugte schon 2024 in Berlin, als er acht Punkte beisteuerte und Team Europa knapp zum Sieg führte. Nun will er diesen Erfolg wiederholen.

Doch die Gegenseite schläft nicht: Taylor Fritz, die Nummer fünf der Welt, und Alex de Minaur, die Nummer acht, führen Team World an. Vor heimischem Publikum wollen sie die Trophäe zurückholen. Eine Mission, die beide sichtlich reizt. Fritz bringt die Erfahrung von fünf Teilnahmen mit, während De Minaur nach London nun zum zweiten Mal dabei ist.

Für zusätzliche Spannung sorgen die neuen Gesichter an der Seitenlinie. Andre Agassi ersetzt John McEnroe als Kapitän von Team World, während Yannick Noah die Rolle von Björn Borg bei Team Europa übernimmt. Allein diese Namen sorgen für Emotionen und Erinnerungen.

Und als ob das nicht genug wäre, schicken sich zwei Youngster an, ihre erste Laver-Cup-Erfahrung zu sammeln: Jakub Mensik, Sieger des Masters 1000 von Miami, und Joao Fonseca, der amtierende Next Gen Champion. Beide stehen für die Zukunft des Sports und könnten dem prestigeträchtigen Teamwettbewerb frisches Feuer verleihen.

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