Mit Rückenwind starten Sabalenka und Swiatek in die US Open. Doch schon früh warten alte Rivalinnen, junge Aufsteigerinnen und heiße US-Duelle. Wer behauptet sich im letzten Grand Slam des Jahres?
Die Auslosung ist da und sorgt bereits vor dem ersten Ballwechsel für Gesprächsstoff. Titelverteidigerin Aryna Sabalenka und die aktuelle Weltranglistenerste Iga Swiatek dürfen sich zwar über einen machbaren Start freuen, doch hinter jeder Ecke lauern Spielerinnen, die das Turnier ordentlich durcheinanderwirbeln könnten.
Für Sabalenka beginnt die Mission Titelverteidigung gegen Rebeka Masarova. Auf dem Papier ist dies ein lockerer Auftakt, doch die Belarussin weiß: Bei einem Grand Slam gibt es keine Selbstläufer. In der nächsten Runde warten Nuria Parrizas-Diaz oder Polina Kudermetova, ehe es in der dritten Runde richtig brenzlig werden könnte. Denn dort könnte Leylah Fernandez bereitstehen, die US-Open-Finalistin von 2021, ein Publikumsliebling und immer für eine Überraschung gut.
Auch Clara Tauson, die in Montreal das Halbfinale erreichte, ist in Sabalenkas Teil des Tableaus unterwegs. Ein mögliches Achtelfinale gegen die Dänin verspricht Intensität pur. Der wahre Härtetest wartet jedoch im Viertelfinale: Jasmine Paolini, die frischgebackene Cincinnati-Finalistin, und Elena Rybakina, die Sabalenka zuletzt klar die Grenzen aufgezeigt hat, sind in ihrem Viertel positioniert. Für die Titelverteidigerin heißt das: keine Zeit zum Durchschnaufen.
Iga Swiatek wiederum geht mit einem dicken Vertrauenspolster ins Turnier. Die Polin gewann gerade Cincinnati und strotzt vor Selbstbewusstsein. Zum Auftakt trifft sie auf Emiliana Arango aus Kolumbien. Das ist lösbar, aber kein Spaziergang. In der dritten Runde könnte Anna Kalinskaya die erste ernsthafte Prüfung darstellen. Spätestens im Viertelfinale wird es spannend, denn dort droht eine Neuauflage des Wimbledon-Endspiels gegen Amanda Anisimova. Ein Duell mit besonderer Brisanz, denn Swiatek hat noch eine Rechnung offen.
Die untere Hälfte des Tableaus gleicht einem Minenfeld. Hier sind French-Open-Siegerin Coco Gauff und Australian-Open-Champion Madison Keys gesetzt. Sollten die Setzlisten so bleiben, würde es im Viertelfinale zum rein amerikanischen Kracher zwischen Gauff und Keys kommen. Ein Match, das in New York schon jetzt für große Begeisterung sorgt. Mit Jessica Pegula und Mirra Andreeva sind sogar vier US-Spielerinnen unter den Top Acht gesetzt. Ein Heimvorteil, den das Publikum nicht zu unterschätzen weiß.
Doch nicht nur die Stars im Rampenlicht machen das Tableau so explosiv. Victoria Mboko, die gerade erst 18 Jahre alt geworden ist und nach ihrem Durchbruch beim Canadian Open plötzlich in den Top 25 steht, hat ein Hammerlos erwischt: Barbora Krejcikova gleich zum Auftakt. Sollte sie diese Hürde nehmen, könnte es in der dritten Runde gegen Emma Navarro weitergehen. Auch Mirra Andreeva, der Shootingstar des Jahres, bekam mit Alycia Parks eine gefährliche Gegnerin zugelost.
Für Emotionen sorgt zudem eine große Bühne für die Veteraninnen. Venus Williams, die mittlerweile 45 Jahre alt ist, trifft auf Karolina Muchova. Ein Generationenduell, das das Publikum spalten dürfte: Nostalgie gegen Zukunft. Naomi Osaka, einst Siegerin der US Open, trifft derweil auf Greet Minnen und will beweisen, dass ihre Comebacks mehr als nur Randnotizen sind. Caroline Garcia wiederum bestreitet ihren letzten Grand Slam und trifft gleich in Runde eins auf Kamilla Rakhimova. Ein Kapitel geht zu Ende, ein neues öffnet sich.
Und die deutschen Spielerinnen? Tatjana Maria hat ein besonders schweres Los gezogen: Gleich zum Auftakt wartet Maria Sakkari, die griechische Kämpferin. Laura Siegemund bekommt es mit der gesetzten Diana Shnaider zu tun, während Eva Lys zunächst gegen eine Qualifikantin antritt. Vielleicht eine Gelegenheit, ins Turnier hineinzufinden.
Zieht man ein Fazit, wirkt die Auslosung wie ein Kaleidoskop: Die Favoritinnen haben klare Wege, aber es lauern auch Stolperfallen, die jederzeit für ein Beben sorgen können. Im Fokus stehen Sabalenka und Swiatek, doch die Jagd nach dem Titel ist weit offen. Wird Sabalenka ihre Mission Titelverteidigung meistern? Kann Swiatek ihre Form konservieren? Oder jubelt am Ende doch eine der vielen Amerikanerinnen, die in New York fast schon Heimrecht genießen?
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