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Tennis
  1. TENNIS

US-Damen dominieren in London

Beim HSBC Championship in Queens setzten sich Madison Keys, Emma Navarro und Amanda Anisimova auf dem prestigeträchtigen „Andy Murray Court” mit Dramatik, Power und einem Hauch von Glück durch.

Der Mittwoch im traditionsreichen Queen’s Club war eine glanzvolle Demonstration der Stärke des amerikanischen Tennissports. Gleich drei US-Spielerinnen, Madison Keys, Emma Navarro und Amanda Anisimova, zogen beim HSBC Championship souverän ins Viertelfinale ein. Das Besondere: Alle drei Siege fanden auf dem Center Court statt, der nicht ohne Grund nach Andy Murray benannt ist. Die Amerikanerinnen verwandelten die Bühne in ihre ganz persönliche Festung, jede auf ihre eigene Weise.

Navarros Nervenschlacht

Die spektakulärste Geschichte des Tages schrieb sicherlich Emma Navarro. In einem echten Krimi kämpfte sie sich gegen Beatriz Haddad Maia nach einem Stand von 1:6, 7:6 (4), 6:3 ins Ziel und das, obwohl sie im zweiten Satz bereits einen Matchball gegen sich hatte. In einem Moment höchster Anspannung spielte die an Position drei gesetzte Amerikanerin mutig einen Drop Shot mit anschließendem Passierschlag und rettete sich in den Tiebreak.

Dort schien alles verloren, als Haddad Maia mit 4:2 in Führung ging. Doch dann wurde das Match unterbrochen. Ein Zuschauer benötigte medizinische Hilfe und das Momentum kippte. Nach der Pause agierte die Brasilianerin fahrig, leistete sich Doppelfehler und leichte Fehler. Navarro nutzte das gnadenlos aus.

Bemerkenswert: Bereits vor drei Wochen standen sich beide Spielerinnen in Straßburg gegenüber, damals hatte Haddad Maia nach über drei Stunden die Nase vorn. Nun gelang Navarro die sportliche Revanche. In ihrer Analyse zeigte sie Humor: „Ich glaube, ich habe mit Bia mehr Zeit auf dem Court verbracht als mit irgendjemandem sonst auf der Tour.“ Der direkte Vergleich zwischen beiden steht jetzt bei 3:3, alle bisherigen Begegnungen fanden auf Sand statt. Dieser Thriller auf Rasen könnte ein neues Kapitel dieser Rivalität eröffnen.

Anisimova mit Kurzarbeit auf hohem Niveau

Im Gegensatz zur kräftezehrenden Partie von Navarro zeigte Amanda Anisimova, dass man auch in 64 Minuten eine klare Duftmarke setzen kann. Gegen die britische Lokalmatadorin Sonay Kartal ließ sie nichts anbrennen: 6:1, 6:3 lautete das deutliche Ergebnis.

Anisimova, die derzeit auf Platz 15 der Weltrangliste steht, dominierte insbesondere mit ihrer Rückhand, mit der sie 15 Winner erzielte. Während Kartal in der ersten Runde noch mit einem Überraschungssieg über Daria Kasatkina für Furore gesorgt hatte, blieb sie gegen Anisimova chancenlos. Zwar gelangen ihr zwei Breaks im zweiten Satz, allerdings konnte sie insgesamt nur zwei eigene Aufschlagspiele durchbringen. Die Konsequenz: Anisimova trifft im Viertelfinale nun ausgerechnet auf Emma Navarro. Das direkte Duell verspricht Spannung, auch wenn Anisimova mit einer 3:0-Bilanz und einem jüngsten Sieg in Navarros Heimatstadt Charleston selbstbewusst ins Match geht.

Keys macht klare Ansagen

Das letzte Match des Tages gehörte mit Madison Keys der wohl erfahrensten Akteurin. Die aktuelle Nummer 2 der Setzliste gewann souverän mit 6:3, 6:2 gegen die Qualifikantin Anastasia Zakharova. Zwar lag Keys früh mit 1:3 zurück, doch dann drehte sie das Match und gewann elf der nächsten dreizehn Spiele.

Zakharova, die in der ersten Runde mit einem Sieg über die Wimbledon-Halbfinalistin Donna Vekić überraschte, zahlte in ihrem ersten Duell gegen eine Top-10-Spielerin Lehrgeld. Für sie war es dennoch ein Turnier der Hoffnung, der Sprung in die Top 100 scheint nun sicher.

Keys hingegen untermauerte einmal mehr ihre Rolle als Rasenexpertin: Drei Titel auf Gras, zwei davon in Eastbourne, sprechen eine deutliche Sprache. Nur Petra Kvitova kann mit sechs Titeln in dieser Disziplin aktuell mehr vorweisen.

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