Haben die Indianapolis Colts endlich ihren Franchise-Quarterback gefunden?
Die Indianapolis Colts steuern in die Saison 2025 mit einer Achterbahnfahrt durch die letzten Jahre. Der Quarterback Anthony Richardson, einst als langfristiges Projekt gehandelt, überraschte im Rookie-Jahr durch starke Leistungen, obwohl der Start in der Preseason besorgniserregend war. Trotz geringer Spielzeit erzielte er beeindruckende 4.108 Yards, 23 Touchdowns und nur eine Interception, was den Teamgeist befeuerte, vor allem da er trotz Verletzungsproblemen gegen die Rams ein Comeback fast allein erreichte. Im zweiten Jahr jedoch fiel Richardson dramatisch ab. Er schlug nur noch 47,7 Prozent seiner Pässe an, warf 12 Interceptions und nur acht Touchdowns – eine völlige Regression. Diese Entwicklung ist alarmierend und es bleibt abzuwarten, ob er sich wieder fängt. Falls nicht, steht Daniel Jones, den die Colts in der Offseason verpflichteten, bereit. Jones ist zwar auch ein First-Round-Fehlschlag, doch hatte er bei den Giants kaum eine echte Chance, weil das Blocking extrem schwach war. In der Saison 2024 bekam er endlich einen Top-Receiver in Malik Nabers, der ihm half, sein Potenzial zu entfalten.
Jones wird hinter einer verbesserten Offensive Line starten, doch es gibt Bedenken: Ryan Kelly und Will Fries wechselten zu den Vikings. Die neuen Guards, Tytus Howard und Juice Scruggs, kamen aus dem College und sind noch unerfahren. Howard, der vom Tackle zum Guard wechselte, könnte profitieren. Scruggs, der zuvor Center spielte, wurde im zweiten Jahr etwas besser, ist aber weiterhin kein Weltklasse-Blocker. Im Zentrum bleibt Jarrett Patterson, der nicht wirklich überzeugen konnte. Die offensive Linie ist durch Verletzungen belastet. Braden Smith wurde mit einer psychischen Erkrankung diagnostiziert, was seine Einsatzfähigkeit in Frage stellt. Falls er ausfällt, leidet das Blocking enorm, denn Smith ist einer der besten Tackle. Auf der anderen Seite steht Bernhard Raimann, der auf der Blindseite startet und eine talentierte Option darstellt. Im Receiver-Korps gab es ebenfalls Veränderungen: Anthony Richardson oder Daniel Jones können auf die bewährten Duos Michael Pittman Jr. und Josh Downs setzen. Pittman ist eine echte Waffe, während Downs als Slot-Receiver viel Potenzial hat. Alec Pierce ist unbeständig, doch mit verbesserten Quarterbacks sollte sich das ändern. Das Laufspiel bleibt ein Trumpf: Jonathan Taylor, wieder fit, lief im vergangenen Jahr stark und erzielte 1.431 Rushing Yards und 11 Touchdowns, obwohl er nahezu eine letzte Chance in einer umstrittenen Szene bei der „Battle of the Horses“ verpasste.
Trotz der Unsicherheiten im Angriff blieb die Defensive das Erfolgsgeheimnis der Colts. Das Team beendete die Saison auf Platz 6 in Yards Allowed und war eines der besten Teams im Pass-Rush der Liga. Hauptakteure sind Will Anderson und Danielle Hunter, die zusammen 23 Sacks verbuchten. Die Abwehr konnte durch den Transfer von Darrell Taylor ergänzt werden, der zusammen mit Autry die Front verstärkt. Die Defensive Line ist die große Stärke: DeForest Buckner gilt als einer der besten Defensive Tackles der NFL, während Grover Stewart eine Elite-Run-Stopper-Option ist. Allerdings gibt es hier auch Schwachstellen, besonders bei der Tiefe. Sheldon Rankins wurde geholt, bringt aber Verletzungsprobleme mit.
Der Pass-Rush auf der Edge-Position ist weiterhin stark: Laiatu Latu, die erste Wahl 2024, soll zusammen mit J.T. Tuimoloau, einem talentierten zweiten Runden-Pick, die Kante verstärken. Außerdem lieferten die Inside-Linebacker eine solide Leistung, angeführt von E.J. Speed, der den Lauf gut verteidigt und den verbesserten defensiven Spielmachern wie Henry To’oTo’o und E.J. Speed. In der Secondary stellte Charvarious Ward eine signifikante Verbesserung auf der Außenbahn dar, auch wenn die Leistung im Vorjahr fraglich war. Jaylon Jones ist ein durchschnittlicher Cornerback, doch Kenny Moore auf der Slot-Position bleibt eine Konstante. Die Safeties bestehen aus Nick Cross und dem Neuzugang Cam Bynum, der nach einem schwachen Jahr bei den Vikings die Lücke bei Julian Blackmon schließt.
Die Colts sind auf eine harte Saison vorbereitet. Das Team hat ein ausgeglichenes Programm mit Gegnern wie den Chiefs, Broncos, Chargers, Rams und Steelers. Die Heimspiele in Indianapolis gelten, als äußerst vorteilhaft, was sich auch auf ihre Historie zeigt: Seit 2012 haben sie zu Hause eine Bilanz von 71-36.
Die Colts setzen auf vielseitige Ergänzungen mit Warren (A+), Tuimoloau, Walley, Travis, Giddens, Leonard, Smith und Wohler. Sie fügen stille Stärke in O-Line, Pass Rush, Secondary und Special Teams hinzu, um ihre schwächeren Bereiche zu verbessern und dafür zu sorgen, dass sie im Wettbewerb bestehen können.
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