Die Las Vegas Raiders sind nach der Entlassung von Pete Carroll nach nur einer Saison auf Trainersuche. Carroll, der zuvor 14 Jahre lang die Seattle Seahawks coachte und Super Bowl XLVIII gewann, erlebte in Nevada eine rabenschwarze Spielzeit: Die Raiders schlossen mit einer 3–14-Bilanz ab – geteilter Negativwert der NFL.
Offensiv landete Las Vegas in nahezu allen Schlüsselstatistiken auf dem letzten Platz: Punkte (14,2 pro Spiel), Yards (245,2 pro Spiel), Rushing Yards (77,5 pro Spiel) sowie zugelassene Sacks (3,8 pro Spiel). Besitzer Mark Davis bestätigte, dass General Manager John Spytek im Amt bleibt und gemeinsam mit Minderheitseigner Tom Brady die Suche nach dem inzwischen sechsten Head Coach seit Anfang 2021 leitet. Nachfolgend die spannendsten Kandidaten für den Posten im Allegiant Stadium.
Auch Kevin Stefanski wurde am NFL-„Black Monday“ freigestellt: Die Cleveland Browns trennten sich nach einer enttäuschenden 5–12‑Saison 2025 vom zweifachen Coach of the Year. Stefanski führte Cleveland 2020 zum ersten Play-off‑Sieg seit 1994 und verantwortete mehrere 11‑Siege‑Spielzeiten. Untergraben wurde seine Amtszeit durch Entscheidungen auf Quarterback-Ebene: Baker Mayfield wurde getradet, Deshaun Watson für drei Erstrundenpicks geholt, anschließend folgte eine Reihe wenig überzeugender Nachfolger wie Jameis Winston und Dillon Gabriel. Trotz des bitteren Endes in Cleveland gilt Stefanski weiterhin als hoch angesehen. Der 43‑Jährige könnte in Las Vegas einen Neustart wagen – zumal die Franchise mit dem Nummer‑1‑Pick einen Rookie‑Quarterback ins Auge fasst.
Klint Kubiaks Marktwert ist nach einer starken Regular Season der Seattle Seahawks erheblich gestiegen: Seattle holte den Titel in der NFC West zurück und sicherte sich den Nummer‑1‑Seed. Der Offensive Coordinator formte Sam Darnold zum Franchise‑Quarterback. Trotz eines leichten Rückgangs der Offensivwerte zum Saisonende zählte Seattles Angriff über weite Strecken zu den besten der Liga. Der 38‑Jährige, Sohn des Super‑Bowl‑Trainers Gary Kubiak, wird bereits mit der offenen Head‑Coach‑Stelle in Atlanta in Verbindung gebracht und gilt als nächster heiß begehrter Assistent, der bereit ist, die Hauptrolle zu übernehmen.
Die Raiders hatten Robert Saleh bereits im Vorjahr kontaktiert, um Carrolls Staff in Las Vegas mitzugestalten. Der frühere Jets‑Cheftrainer kehrte jedoch als Defensive Coordinator zu den San Francisco 49ers zurück. Trotz des Ausfalls wichtiger Leistungsträger – darunter All‑Pro‑Edge‑Rusher Nick Bosa – lieferte San Franciscos Defense unter Saleh respektable Zahlen. Allgemein wird erwartet, dass der Absolvent der Northern Michigan University eine zweite Chance als Head Coach erhält.
In New York wurde Saleh durch offensive Probleme und die Achillessehnenverletzung von Aaron Rodgers ausgebremst. Eine erneuerte O‑Line in Las Vegas könnte ihm jedoch die Basis geben, um seine Handschrift auch als Head Coach wieder erfolgreich zu etablieren.
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