Die Chicago Bears stehen vor einer wichtigen Saison 2025, in der sich zeigen wird, ob die getroffenen Veränderungen greifen.
Die Chicago Bears starten in die Saison 2025 mit erheblichen Änderungen auf der Offense, angeführt vom neuen Head Coach Ben Johnson, der als offensives Genie gilt. Obwohl Caleb Williams im Rookie-Jahr einige Lichtblicke zeigte, war seine Saison insgesamt enttäuschend. Besonders markant waren zwei Vorfälle: Zum einen der mentale Aussetzer im Thanksgiving-Spiel, bei dem er die Uhr auslaufen ließ, obwohl noch Zeit für einen Angriff gewesen wäre. Dieser Fehler kostete den damaligen Head Coach Matt Eberflus den Job. Zum anderen die Tatsache, dass Williams im vergangenen Jahr viel zu lange den Ball in der Pocket hielt, was zu einer Ligahohen 68 Sacks führte. Dieser kritische Schwachpunkt führte dazu, dass die Offensivabteilung der Bears in der Offseason die Offensive Line vollständig erneuerte. Im Zentrum der Neuerungen steht die Verpflichtung von Guard Joe Thuney, der als Elite-Spieler gilt, dazu noch Jonah Jackson, der jedoch häufig mit Verletzungen zu kämpfen hatte und Drew Dalman, der als exzellenter Center gilt. Ergänzt wird das Ganze durch den Zweitrunden-Rookie Ozzy Trapilo, der als Backup bei Braxton Jones und Darnell Wright fungieren soll. Jones und Wright waren stark, doch Jones hat insgesamt 11 Spiele in den letzten zwei Jahren verpasst, was die Passive der Linie schwächt.
Das Offensivarsenal wurde ebenfalls verstärkt. Besonders in der Draft holte Chicago mit Colston Loveland einen talentierten Tight End, der die Formation mit zwei Tight Ends ermöglicht. Die Receiver-Duelle mit D.J. Moore und Rome Odunze bleiben bestehen, wobei Odunze in diesem Jahr verletzungsbedingt kaum Einsatzzeit hatte. Zusätzlich wurde Luther Burden in der zweiten Runde gezogen, ein vielversprechendes Talent, das produktiver sein soll. Mit diesem neuen Personal sollte Caleb Williams mehr Zeit im Pocket haben und seine Fähigkeiten besser entfalten können. Der Laufspiel-Zweikampf bleibt mit D’Andre Swift und Roschon Johnson bestehen, wobei Johnson in letzter Zeit mehr auf Goal-Line-Scenario eingesetzt wurde. Die Offseason wurde allerdings kaum genutzt, um den Kader im Laufspiel deutlich zu verstärken, sodass die Taktik voraussichtlich auf der Rotation der beiden gesetzt bleibt. Swift bringt die Vertrautheit zu Coach Ben Johnson aus Detroit mit, was die Zusammenarbeit erleichtern dürfte.
Die Verteidigung der Bears rangiert derzeit auf Rang 27 in den zugelassenen Yards. Trotz der Fokussierung auf die Offensive Line leisteten sie sich auch Investitionen im Frontseven, um wichtige Schwachstellen zu schließen. Die Verpflichtungen von Veteranen und jungen Talenten sollen die Defensive verbessern, vor allem bei den Edge-Rushers. Dayo Odeyingbo wurde als junger, talentierter Rusher geholt, der gut mit Montez Sweat harmonieren könnte. Sweat war mit 5,5 Sacks der Top-Defender, zeigte jedoch in den Vorjahren nicht immer Konstanz. Der Schlüssel der Defensive ist jedoch die Interior-Front: Der ehemalige Falcons-Defensiv-Tackle Grady Jarrett wurde geholt, um die Lücke zu schließen. Trotz seiner Alterung gilt er als erfahrener Spieler, der wie in der Vergangenheit eine wichtige Rolle spielen kann, solange er fit bleibt. Neben ihm soll Gervon Dexter, der im letzten Jahr fünf Sacks erzielte, starten; er wird jedoch um den Startplatz mit dem rohen, aber talentierten Shemar Turner, einem Rookie in der zweiten Runde, konkurrieren.
Fans hätten sich vor allem eine Verbesserung im Secondary gewünscht, doch das Team bleibt vorerst bei seinen bestehenden Cornerbacks. Jaylon Johnson und Kyler Gordon bildeten ein solides Tandem, während Tyrique Stevenson auf der zweiten Corner-Draht bemüht ist, sich zu beweisen. Stevenson hatte vergangenes Jahr Schwierigkeiten und wurde vor allem durch seinen Fehler im Playoff-Spiel gegen die Cowboys bekannt. Auf Safety-Seite kehrt Jaquan Brisker zurück, der 12 Spiele aufgrund seiner dritten Verletzung in drei Jahren verpasste. Trotz des Risikos bleibt Brisker ein vielversprechender Spieler, der das Team in der Defensive stärken kann. Neben ihm soll Kevin Byard spielen, der schon in Tennessee eine zentrale Rolle innehatte; er ist jedoch inzwischen älter, bringt aber Erfahrung ins Team. Das Linebacker-Core wurde durch die Auswahl von Ruben Hyppolite im vierten Rundestark ergänzt. T.J. Edwards und Tremaine Edmunds haben zwar in der Vergangenheit gute Leistungen gezeigt, konnten aber in letzter Zeit nicht immer an ihre Topform anknüpfen. Die Defensive wird zudem von einer besseren Leistung im Defensive Tackle profitieren, damit das Spiel in der Front besser funktioniert.
Kicker Cairo Santos zeigte im letzten Jahr starke Leistungen. Punter Tory Taylor war solide, aber nicht herausragend. Die Bears haben einen einfachen Spielplan und spielen gegen Teams wie die Giants, Raiders, Saints, Cowboys und Browns. Es gibt aber auch schwere Spiele gegen die Eagles, Ravens, Steelers und Redskins.
Obwohl viele Experten den Bears eine positive Entwicklung zutrauen, gibt es noch einige Fragezeichen. Ob die vielen Veränderungen greifen, bleibt abzuwarten. Die Verpflichtung von Colston Loveland wurde kritisiert, während die Verpflichtungen von Luther Burden und Ozzy Trapilo positiv bewertet wurden. Insgesamt wurde der Draft als solide, aber nicht herausragend bewertet.
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