Frühes Aus für Topstars, starke Auftritte von Außenseitern, das Traditionsturnier am Hamburger Rothenbaum überrascht mit packenden Geschichten und emotionalen Momenten.
Die ATP Hamburg Open 2025 sorgen bereits in der ersten Turnierhälfte für Furore. Mit Frances Tiafoe (USA) und Francisco Cerundolo (ARG) mussten sich zwei topgesetzte Spieler überraschend früh aus dem Turnier verabschieden. Beide galten als Mitfavoriten auf den Titel, konnten die Vorschusslorbeeren aber nicht bestätigen. Besonders bitter: Beide Niederlagen fielen deutlicher aus, als es der Spielverlauf zunächst vermuten ließ.
Der an Nummer zwei gesetzte Tiafoe unterlag dem spanischen Routinier Roberto Bautista Agut mit 2:6, 3:6. Bereits im ersten Satz bewies der 37-jährige Spanier Nervenstärke und nutzte zwei Breakbälle kompromisslos aus. Tiafoe kämpfte sich im zweiten Durchgang zurück, vergab aber seine einzige Breakchance. Der kampfstarke Bautista Agut zog verdient in sein erstes Viertelfinale auf Sand seit Kitzbühel 2022 ein.
Auch Francisco Cerundolo, derzeit die Nummer 18 der ATP-Weltrangliste, muss seine Hoffnungen auf den Titel in Hamburg begraben. Der Argentinier unterlag dem Tschechen Jiri Lehecka mit 5:7, 2:6, eine vor allem im zweiten Satz klare Angelegenheit. Dabei galt Cerundolo zuletzt als der Aufsteiger der Saison. Halbfinalteilnahmen in Madrid und München sowie starke Auftritte gegen Topspieler wie Alexander Zverev hatten ihn zum Geheimfavoriten gemacht.
Doch Lehecka präsentierte sich auf dem Sandplatz am Rothenbaum konzentriert und athletisch stark. Vor allem seine Konstanz bei eigenem Aufschlag war der Schlüssel zum Erfolg. Cerundolo fand kaum ein Durchkommen und musste sich dem formstarken Tschechen geschlagen geben.
Für ein echtes Highlight sorgte derweil der deutsche Nachwuchsspieler Max Engel, der erstmals in seiner Karriere ein Viertelfinale auf ATP-Ebene erreichte. Mit der lautstarken Unterstützung des Hamburger Publikums traf der Schützling von Philipp Kohlschreiber auf dem fast ausverkauften Center Court auf keinen Geringeren als Andrey Rublev.
Der Auftakt verlief vielversprechend: Engel nahm Rublev gleich das erste Aufschlagspiel ab. Doch der Russe, einst die Nummer fünf der Welt und Titelverteidiger in Hamburg 2020, konterte sofort und übernahm schnell das Kommando. Bereits nach 15 Minuten lag der junge Deutsche mit 1:3 zurück. Trotz des Rückstandes blieb Engel mutig, spielte offensiv und zwang Rublev immer wieder zu Wutausbrüchen. Dennoch ging der erste Satz mit 6:3 an den Favoriten.
Im zweiten Satz wuchs Engel wieder über sich hinaus. Mit energischem Spiel und getragen vom frenetischen Publikum ging er mit 4:3 in Führung und schaffte sogar ein Break zum 5:3. Doch Rublev zeigte seine ganze Routine, drehte das Spiel und machte mit 7:5 den Sack zu.
Der Applaus der Zuschauer sprach Bände: Engel hatte trotz der Niederlage einen guten Eindruck hinterlassen, als kämpferischer Hoffnungsträger des deutschen Tennis.
Dass Hamburg ein gutes Pflaster für aufstrebende Tennisstars ist, hat Tradition. Alexander Zverev erreichte hier 2014 im Alter von 17 Jahren sensationell das Halbfinale. Rafael Nadal erreichte bereits mit 16 Jahren das Achtelfinale. Nun reiht sich auch Max Engel in diese Riege ein, ein Name, den man sich merken sollte.
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