Portugal empfängt Irland in Lissabon zu einem Duell mit klaren Vorzeichen. Während Cristiano Ronaldo weiter auf Rekordjagd geht, sucht Irland nach dem ersten Sieg in der Qualifikation.
Portugal gehört traditionell zum Favoritenkreis jeder Qualifikation, doch seit dem EM-Triumph 2016 fehlt dem Team ein weiteres großes Ausrufezeichen. Trainer Roberto Martínez steht zwischen Anspruch und Realität. Der Vorwurf des „Ronaldo-Dilemmas“ begleitet ihn: Trotz des hohen Alters des Superstars setzt er weiterhin auf den 39-Jährigen, der mit ungebrochener Torgefahr und Führungsqualitäten überzeugt, auch wenn Tempo und Dynamik schwinden.
Der Start in die Qualifikationsgruppe lief weitgehend nach Plan. Gegen Ungarn zitterte sich Portugal zu einem 3:2-Erfolg: Ronaldo traf vom Punkt, Bernardo Silva und Joao Cancelo legten nach. Gegen Armenien folgte ein 5:0-Schützenfest, das die Offensivstärke der Iberer unterstrich. Problematisch bleibt jedoch die Flügelbesetzung: Es gibt zu viele zentrale Spielertypen und zu wenige klassische Außenbahnspieler.
Martinez vertraut auf sein bewährtes Konstrukt mit einem stabilen Doppelsechser aus Palhinha und Vitinha, flankiert von Kreativspielern wie Bruno Fernandes und Bernardo Silva. Die Defensive um Ruben Dias soll dieses Mal sicherer stehen, während Nuno Mendes über links für Vortrieb sorgen soll.
Für Irland läuft es bislang alles andere als rund. Nach einem 2:2 gegen Ungarn und einer 1:2-Pleite gegen Armenien wartet die Mannschaft von Stephen Kenny weiterhin auf den ersten Sieg. Zwar zeigte sich das Team in beiden Partien kämpferisch, doch mangelte es spielerisch an Durchschlagskraft und Struktur.
Portugal (4-2-3-1): Costa – Mendes, Dias, Neves, Cancelo – Palhinha, Vitinha – Neto, Fernandes, Silva – Ronaldo
Irland (3-4-2-1): Kelleher – O’Shea, Collins, O’Brien – Manning, Knight, Cullen, Ogbene – Azaz, Taylor – Ferguson
Das Duell gegen Ungarn zeigte Licht und Schatten: Nach einem frühen 0:2-Rückstand kämpften sich die Boys in Green durch Tore von Evan Ferguson und Adam Idah zurück. Gegen Armenien fehlte am Ende jedoch die Cleverness, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. Ein Elfmeter in der Schlussphase kostete das Team alles.
Immerhin kann Irland auf Talente wie Ferguson bauen, der in der Offensive für Hoffnung sorgt. Dennoch sind die strukturellen Probleme offensichtlich: Die Defensive ist instabil, das Mittelfeld wirkt fahrig und die mangelnde Effizienz vor dem Tor zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Auftritte.
Die Partie kann in Deutschland über den Streamingdienst DAZN live verfolgt werden.
Rein vom Talentlevel her liegen zwischen beiden Teams Welten. Portugal ist in allen Mannschaftsteilen besser besetzt und verfügt über die individuelle Klasse, um Spiele auch aus dem Nichts zu entscheiden. Vitinha, Silva und Fernandes sorgen im Übergangsspiel für Tempo und Kreativität, während Ronaldo im Strafraum auf Vorlagen lauert.
Der Heimvorteil im Estadio Jose Alvalade in Lissabon spielt den Portugiesen zusätzlich in die Karten. Auch die Bilanz spricht klar für die Gastgeber: In den bisherigen drei Begegnungen blieb Irland sieglos.
Ronaldo mag nicht mehr der Schnellste sein, doch seine Abschlussstärke bleibt unübertroffen. Gegen eine irische Defensive, die in den letzten zwei Partien vier Gegentore kassierte, dürfte der Altmeister genügend Chancen bekommen. Alles andere als ein Treffer des fünfmaligen Weltfußballers wäre eine Überraschung.
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