Giovanni Mpetshi Perricard triumphiert an den Swiss Indoors und stellt damit einen Rekord auf: Der Franzose ist der am tiefsten eingestufte Sieger seit 1975, als das Turnier in Basel in die ATP-Tour aufgenommen wurde.
Mit einer beeindruckenden Leistung sicherte sich Giovanni Mpetshi Perricard am Sonntag den Titel an den Swiss Indoors Basel. Der 21-jährige Franzose besiegte Ben Shelton in zwei Sätzen mit 6:4 und 7:6(4) und ist damit der am tiefsten eingestufte Turniersieger in der Geschichte des ATP-500-Turniers. Er schlug nicht weniger als 22 Asse, ohne auch nur einmal seinen Aufschlag abzugeben. Ein Triumph, der umso erstaunlicher erscheint, wenn man bedenkt, dass Mpetshi Perricard in den Wochen zuvor acht seiner letzten neun Matches verloren hatte.
„Es ist ein großartiges Gefühl, mein erstes 500er Turnier zu gewinnen“, sagte ein überglücklicher Mpetshi Perricard nach dem Match. „Die letzten Wochen waren wirklich hart, aber dieser Sieg zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“ Für den 1,80 Meter großen Rechtshänder, der mit knallharten Aufschlägen und starkem Grundlinienspiel überzeugte, war der Erfolg in Basel eine Bestätigung seiner Entschlossenheit.
Das Match gegen Shelton stand ganz im Zeichen der Aufschlagspezialisten. Beide Spieler zogen ohne Satzverlust ins Finale ein, doch schon früh gelang es Mpetshi Perricard, den Rhythmus seines Gegners zu stören. Einen verhaltenen Start des Linkshänders Shelton nutzte der Franzose eiskalt aus und schaffte im dritten Spiel des ersten Satzes ein Break - das entscheidende Manöver, um den Auftaktsatz für sich zu entscheiden. Shelton setzte zwar einige Glanzpunkte, darunter einen spektakulären Returnwinner nach einem Aufschlag mit 236 Stundenkilometern, doch der Franzose ließ sich nicht beeindrucken.
Shelton hatte seine Chancen, konnte sie aber nicht nutzen: Laut ATP-Statistik konnte der Amerikaner keinen einzigen Breakball verwandeln. Im Tiebreak des zweiten Satzes ließ Mpetshi Perricard keine Zweifel aufkommen. Beim Stand von 4:4 unterlief Shelton ein folgenschwerer Vorhandfehler, der dem Franzosen das einzige Mini-Break und damit die Führung bescherte. Zwei Asse später war der Sieg nach 87 Minuten besiegelt.
„Mein Aufschlag ist auf diesem Belag ein großer Vorteil“, sagte Mpetshi Perricard selbstbewusst. „Aber ich habe auch versucht, von der Grundlinie aggressiv zu spielen und meinen Gegner unter Druck zu setzen. Das war der Schlüssel in dieser Woche.“ Mit seinem ersten 500er-Titel im Gepäck und einem Sprung auf Platz 31 der Weltrangliste hat der junge Franzose eindrucksvoll bewiesen, dass er auf der Tour angekommen ist.
2024 hat Mpetshi Perricard bereits einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Anfang des Jahres noch auf Platz 205, hat er sich in die Top 50 gespielt - ein Aufstieg, mit dem niemand gerechnet hatte. „Mein Ziel war es, ein 250er- oder 500er-Turnier zu gewinnen“, sagt der strahlende Sieger. „Dass ich beide Titel in einem Jahr gewinnen konnte, übertrifft alle Erwartungen. Es gibt noch viel zu verbessern, aber ich bin glücklich, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat.“
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