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Manfred Kaltz: Die schweigende HSV-Legende

Manfred Kaltz ist eine der prägendsten Figuren der Bundesliga-Geschichte. Er ist Rekordspieler des HSV, Titelgarant, Elfmeterkönig und Erfinder der „Bananenflanke“. Kaltz war ein Weltklasse-Verteidiger, der stets den leisen Weg wählte.

Rekordhalter ohne großes Aufsehen

Manfred Kaltz gehört zu den größten, aber auch zu den leisesten Spielern der Bundesliga-Geschichte. Der langjährige Rechtsverteidiger des Hamburger SV war an allen Titeln des HSV seit Einführung der Bundesliga beteiligt, stand dabei aber selten im Mittelpunkt. Seine Karriere ist geprägt von Rekorden, Konstanz und einer fast einzigartigen Vereinstreue.

Früher Einstieg, jahrzehntelange Konstanz

Kaltz wechselte als A-Jugendlicher aus Altrip zum Hamburger SV. Am 21. August 1971 debütierte er im Alter von 18 Jahren gemeinsam mit Uwe Seeler in der Bundesliga. Bereits in seiner ersten Saison absolvierte er 32 Spiele. Es folgten 19 Bundesligajahre beim HSV, in denen Kaltz 14-mal mindestens 31 Saisonspiele bestritt. 1991 beendete er seine Bundesliga-Karriere mit 581 Einsätzen, was Vereinsrekord beim HSV ist und bis heute den zweithöchsten Wert der Ligageschichte darstellt.

Diese Zahlen haben bis heute Bestand

In diesen 581 Bundesligaspielen erzielte Kaltz 76 Tore, davon 53 per Elfmeter, was einen weiteren Rekord darstellt. Gleichzeitig hält er mit sechs Eigentoren auch in dieser Kategorie den Höchstwert. Seine präzisen Hereingaben von der rechten Seite wurden als „Bananenflanken” berühmt. Besonders erfolgreich war die Verbindung mit Mittelstürmer Horst Hrubesch, die zu einem Markenzeichen des HSV wurde.

Titelgarant des HSV

Kein Spieler sammelte mehr Titel mit dem Hamburger SV als Manfred Kaltz. Er gewann drei deutsche Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal sowie zwei europäische Titel. 1983 stand er beim 1:0-Finalsieg gegen Juventus Turin im Europapokal der Landesmeister auf dem Platz. Im DFB-Pokalfinale 1987 gegen die Stuttgarter Kickers erzielte er in der 88. Minute das entscheidende Tor, der bislang letzte große Titel des HSV.

Abschied ohne Abschiedsspiel

1989 verließ Kaltz im Alter von 36 Jahren den HSV, da ihm kein langfristiger Vertrag angeboten wurde. Er wechselte zu Girondins Bordeaux in die französische Ligue 1, während der HSV in der Folge sportlich ins Straucheln geriet. Ein Jahr später kehrte Kaltz zurück und erreichte mit dem Klub erneut den Europapokal. Trotz seiner Verdienste erhielt er kein offizielles Abschiedsspiel.

Nationalmannschaft zwischen Höhepunkt und Schatten

Kaltz absolvierte zwischen 1975 und 1983 insgesamt 69 Länderspiele für Deutschland. Er wurde 1980 Europameister und 1982 Vizeweltmeister. Tiefpunkte prägten seine Zeit beim DFB ebenfalls: Bei der WM 1978 agierte er nach dem Rücktritt Franz Beckenbauers als Libero, doch das Experiment scheiterte. Er war an der „Schmach von Córdoba“ und der „Schande von Gijón“ bei der WM 1982 beteiligt.

Leben nach der Karriere

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete Kaltz kurzzeitig als Co-Trainer und anschließend in der freien Wirtschaft. Er war unter anderem Vertriebsdirektor, Immobilienmakler und Vermögensberater. Seit 2002 engagiert er sich in Fußballschulen. Öffentlich tritt er bis heute selten auf. Seinem Spitznamen „Der Schweiger“ bleibt er treu.

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