Erneut werden 16 Nationalmannschaften an dem Turnier teilnehmen: zehn aus Südamerika und sechs aus dem CONCACAF-Raum, wobei auch eine europäische Überraschung möglich ist. Ecuador gilt als Favorit für die Austragung.
Die WM-2026 ist gerade erst mit dem Triumph Spaniens zu Ende gegangen, doch schon jetzt richtet sich der Blick auf das nächste große Turnier und das ist in Amerika die Copa América 2028.
Obwohl der südamerikanische Fußballverband CONMEBOL bisher nur wenige Informationen preisgegeben hat, was im Vergleich zu anderen großen Fußballwettbewerben ungewöhnlich ist, gibt es bereits erste Spekulationen.
Besonders auffällig ist die Ungewissheit über das Gastgeberland (oder die Gastgeberländer) der 49. Ausgabe des Turniers. Dies steht im starken Kontrast zur Planung anderer Großereignisse: Die Austragungsorte für die EM 2028 (Vereinigtes Königreich und Irland) und die WM 2030 (Marokko, Spanien, Portugal sowie für je ein Spiel Argentinien, Uruguay und Paraguay) sind bereits bekannt.
Fest steht jedoch, dass das Format mit 16 Mannschaften beibehalten wird, was erneut vier Gruppen, gefolgt von Viertelfinale, Halbfinale und Finale, bedeutet.
Eine starke Bewerbung steht im Zusammenhang mit der bereits erwähnten Weltmeisterschaft 2030. Da Argentinien, Uruguay und Paraguay die Eröffnungsspiele ihrer jeweiligen Nationalmannschaften ausrichten werden, könnten die Fußballverbände beschließen, die Organisation und die Stadien dieser drei Länder vorab zu testen, ähnlich wie es diesen Sommer mit den USA geschah. In diesem Fall würde es sich um eine Copa América handeln, die in mehreren Ländern ausgetragen wird.
Ein solches Modell gab es zuletzt nur in den Jahren 1975, 1979 und 1983, den ersten drei Ausgaben unter dem heutigen Namen. Zuvor war das Turnier als „Campeonato Sudamericano de Football“ bekannt.
Doch das Trio ist nicht der einzige Anwärter. Auch die Kandidatur Ecuadors ist ernst zu nehmen. Das Land verfügt nicht nur über viele modernisierte oder brandneue Stadien, sondern hat das Turnier auch seit 1993 nicht mehr ausgerichtet. CONMEBOL muss bei der Vergabe auch die Rotation der Gastgeberländer berücksichtigen, insbesondere nach der auffälligen Konzentration der letzten Jahre, in denen die jüngsten Ausgaben in nur zwei Nationen stattfanden (2016 und 2024 in den USA, 2019 und 2021 in Brasilien).
Aus diesem Grund und angesichts der organisatorischen Probleme während der Endphase des letzten Turniers erscheint eine erneute Austragung in den USA eher unwahrscheinlich.
Die ecuadorianische Regierung hat bereits eine Liste potenzieller Austragungsorte für das Turnier vorgelegt. Die Spiele würden demnach in folgenden Städten und Stadien stattfinden:
Stadt: | Stadion: |
|---|---|
Quito | Estadio Olímpico Atahualpa |
Quito | Estadio Rodrigo Paz Delgado |
Guayaquil | Estadio Monumental Banco Pichincha |
Manta | Estadio Jocay |
Cuenca | Estadio Alejandro Serrano Aguilar |
Machala | Estadio 9 de Mayo |
Ambato | Estadio Bellavista |
Riobamba | Estadio Olímpico de Riobamba |
Salinas | Estadio Camilo Gallegos Domínguez |
Wie bereits erwähnt, wird auch die nächste Ausgabe der Copa América mit 16 Mannschaften ausgetragen. Die Zusammenarbeit zwischen CONMEBOL und CONCACAF wird fortgesetzt: Neben den zehn südamerikanischen Nationen werden 6 weitere aus Nord- und Mittelamerika teilnehmen.
Diese erhalten jedoch keine einfache Wildcard, sondern qualifizieren sich über die CONCACAF Nations League für das Turnier.
Zehn Nationalmannschaften haben ihre Teilnahme an der nächsten Copa América bereits sicher. Dies sind die Mitglieder des CONMEBOL-Verbandes:
Argentinien
Bolivien
Brasilien
Chile
Ecuador
Kolumbien
Paraguay
Peru
Uruguay
Venezuela
Die CONMEBOL wurde 1916 von Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay gegründet. Anschließend kamen schrittweise weitere Verbände hinzu:
Jahr: | Beitritt zur CONMEBOL: |
1916 | Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay |
1921 | Paraguay |
1925 | Peru |
1926 | Bolivien |
1927 | Ecuador |
1936 | Kolumbien |
1952 | Venezuela |
Damit bestand die CONMEBOL ab 1952 aus den heutigen zehn Mitgliedern. Venezuela wurde allerdings erst 1953 formell als CONMEBOL-Mitglied geführt und nahm 1967 erstmals an der Copa América teil.
Von den zehn CONMEBOL-Mitgliedern wird normalerweise niemand sportlich aussortiert. Änderungen betreffen vor allem die zusätzlichen Teilnehmer:
Die CONMEBOL kann Gastmannschaften einladen.
CONCACAF-Mannschaften können sich über einen eigenen Wettbewerb qualifizieren.
Eingeladene Teams können absagen oder ersetzt werden.
In besonderen Fällen kann das Turnier nur mit den zehn CONMEBOL-Teams stattfinden.
Das geschah beispielsweise 2021: Australien und Katar waren ursprünglich eingeladen, sagten aber wegen Terminproblemen im Zusammenhang mit der Pandemie und der asiatischen WM-Qualifikation ab. Deshalb wurde die Copa América letztlich nur mit den zehn südamerikanischen Mannschaften ausgetragen.
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