Am Montagabend schließen Manchester United und Everton den zwölften Spieltag der Premier League ab. Während die Red Devils ihre Serie ausbauen wollen, hoffen die Toffees nach der Länderspielpause auf den nächsten Schritt.
Langsam, aber stetig arbeitet sich Manchester United unter Trainer Ruben Amorim zurück in Richtung Spitzenplätze. Nach der herben Pleite gegen Brentford folgte eine beeindruckende Reaktion: Aus den folgenden fünf Ligaspielen holte United elf Punkte, darunter zwei dramatische 2:2-Remis in Nottingham und London. Besonders der späte Ausgleich durch Matthijs de Ligt gegen Tottenham sorgte dafür, dass die Red Devils zur Pause in die Top sieben rutschten.
Auffällig ist, wie torreich Uniteds Partien zuletzt ausfallen. In den letzten vier Premier-League-Spielen fielen unglaubliche 17 Treffer. Das ist ein Sinnbild für ein Team, das derzeit zwischen strukturellem Fortschritt und wildem Chaos schwankt. Elf dieser Tore erzielte United selbst und am Old Trafford läuft es mit vier Heimsiegen in Serie besonders gut.
Everton reist mit neuer Zuversicht an. Nach den Niederlagen gegen City und Spurs stabilisierte sich die Mannschaft von David Moyes mit einem Punkt gegen Sunderland und einem verdienten 2:0-Sieg gegen Fulham. Trotz ungewöhnlicher Treffer durch Gueye mit der Zehenspitze und Keane mit der Schulter holten die Toffees wichtige Punkte. Im Tableau liegen sie nur drei Zähler hinter United, der Anschluss an das obere Drittel ist greifbar.
Doch die Auswärtsbilanz bleibt ein schweres Handicap: Nur vier von 15 Punkten holte Everton in fremden Stadien, dazu fehlt weiterhin das erste Auswärts-Clean-Sheet. Auch die historische Bilanz spricht wenig für die Toffees. Die 0:4-Niederlage in Manchester im Dezember 2024 ist noch präsent und der letzte Auswärtssieg liegt über ein Jahrzehnt zurück.
Der späte Punktgewinn bei den Spurs hatte seinen Preis: Neuzugang Benjamin Sesko fällt mehrere Wochen aus. Zudem fallen Maguire und der noch nicht ganz fitte Lisandro Martinez aus. Fraglich sind zudem Mainoo und Cunha, der sich im Training verletzt hat. Amorim dürfte deshalb auch gegen Everton auf Diallo, Mbeumo und Zirkzee setzen. Mbeumo ist mit sechs direkten Torbeteiligungen Uniteds effektivster Premier-League-Spieler dieser Saison, wartet jedoch weiterhin auf den ersten Scorer gegen Everton.
Im Mittelfeld werden Casemiro und Fernandes erneut viel Verantwortung tragen, während Mazraoui und Dorgu die Flügelbahnen abdecken werden. United bleibt damit strukturell ausbalanciert, muss aber defensiv für mehr Stabilität sorgen.
Moyes muss auf drei Spieler verzichten: Merlin Rohl fällt nach einer Leisten-OP bis Weihnachten aus, Patterson fehlt mit Leistenproblemen und Branthwaite mit einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung. In der Offensive ist Everton jedoch gut besetzt. Grealish kreiert konstant Chancen, leidet aber darunter, dass keiner seiner Mitspieler die letzten 19 von ihm vorbereiteten Möglichkeiten genutzt hat. Ndiaye, Barry und Dewsbury-Hall sollen gemeinsam für mehr Durchschlagskraft sorgen.
Manchester United: Lammens – Yoro, De Ligt, Shaw – Mazraoui, Casemiro, Fernandes, Dorgu – Mbeumo, Diallo, Zirkzee
Everton: Pickford – O'Brien, Keane, Tarkowski, Mykolenko – Garner, Gueye – Ndiaye, Dewsbury-Hall, Grealish – Barry
Die Partie wird live auf Sky und im Stream auf Wow übertragen.
Tore sind nahezu garantiert, wenn Manchester United spielt. Die letzten Wochen haben das eindrucksvoll bestätigt. Gleichzeitig besitzt Everton trotz fehlender Top-Leute die Fähigkeit, Chancen zu kreieren. Die Defensive der Red Devils bleibt anfällig, sodass die Toffees durchaus zu Abschlüssen kommen werden.
Doch die Heimstärke von United, seine offensive Qualität und die mentale Stärke bei den jüngsten Comebacks sprechen klar für die Hausherren. Everton hat sich zwar verbessert, ist auswärts aber nach wie vor inkonstant und defensiv anfällig.
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