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Kane trifft doppelt, Tuchel vollendet perfekte Quali

England schließt die WM-Qualifikation makellos ab: acht Spiele, acht Siege, kein Gegentor und wieder trifft Harry Kane doppelt. Thomas Tuchel formt ein Team, das diszipliniert, effizient und unaufhaltsam wirkt.

England hat seine WM-Qualifikation mit einem historischen Rekord abgeschlossen. Acht Spiele, acht Siege, achtmal zu null – das hat es in Europa noch nie gegeben. Beim 2:0-Auswärtssieg in Tirana gegen Albanien unterstrich die Mannschaft von Thomas Tuchel einmal mehr, wie geschlossen und kontrolliert sie mittlerweile auftritt. Wieder war es Harry Kane, der mit zwei Treffern den Unterschied machte.

Für Tuchel hatte dieser Abend eine besondere Symbolik. Seine Amtszeit hatte mit einem Sieg gegen Albanien begonnen, und nun endete die Gruppenphase gegen denselben Gegner erneut mit einem 2:0.

Der Trainer, der England seit Monaten Schritt für Schritt strukturiert, scheint die Mannschaft zu einer Einheit geformt zu haben. Seine Bilanz ist makellos. Kein Gegentor, keine Unklarheit über Rollen oder Abläufe. Tuchel hat eine Hierarchie geschaffen, in der jeder weiß, was zu tun ist.

Lange sah es in Tirana jedoch nicht nach einem lockeren Spaziergang aus. Albanien verteidigte diszipliniert im 4-5-1, lauerte auf Konter und ließ England kaum Räume. Die Gastgeber hatten vor dieser Partie erst drei Gegentreffer in der gesamten Qualifikation kassiert und machten es auch diesmal eng. Erst ab der 60. Minute löste sich der Knoten. Tuchels Joker stachen, seine Umstellungen wirkten.

Bukayo Saka kam ins Spiel, übernahm erstmals in dieser Qualifikation einen Eckball und leitete mit seiner Hereingabe den Führungstreffer ein. Der Ball wurde leicht abgefälscht und Harry Kane stand am kurzen Pfosten goldrichtig. Sekunden später war der Bann gebrochen, Albanien wankte und Kane schlug erneut zu: Nach einer Flanke von Marcus Rashford köpfte er sein zweites Tor des Abends.

Mit nun 78 Länderspieltoren hat der Bayern-Stürmer Pele überholt. Eine Marke, die seinen Stellenwert unterstreicht. 28 Tore in 22 Spielen für Klub und Land in dieser Saison sprechen eine klare Sprache: Kane ist der Fixpunkt einer Mannschaft, die umso gefährlicher wird, je länger die Spiele dauern.

Zwischendurch sorgte Jude Bellingham für Aufsehen, als Tuchel ihn nach einer Stunde vom Feld nahm. Der Mittelfeldspieler wirkte unzufrieden, doch der Trainer blieb seiner Linie treu: klare Strukturen, klare Entscheidungen. Bellingham hatte, wie England insgesamt, etwas gebraucht, um ins Spiel zu finden, dann aber Takt und Tempo bestimmt.

Die defensive Stabilität blieb dabei beeindruckend. Jarell Quansah, der auf der für ihn ungewohnten Position des Rechtsverteidigers debütierte, hielt gegen den gefährlichen Arber Hoxha tapfer dagegen. Dean Henderson, der selten zum Einsatz kommt, parierte zweimal stark, als Hoxha gefährlich wurde. Das englische Gegenpressing griff, der Spielaufbau blieb diszipliniert und Tuchels Plan ging voll auf.

England kontrollierte Ball und Gegner, auch wenn es offensiv selten spektakulär zuging. Einmal kombinierte sich das Team sehenswert durch: Bellingham und Kane setzten Jarrod Bowen in Szene, dessen Schuss der albanische Torhüter Thomas Strakosha stark parierte. Solche Momente blieben rar, doch das Spiel lebte von Effizienz statt von Zauber.

Tuchels Wechsel entschieden schließlich die Partie. Mit Foden und Saka brachte er frische Kreativität und mit Rashford Wucht ins Spiel. Das System wurde auf ein offensiveres 4-1-4-1 umgestellt und plötzlich flossen die Angriffe. Saka und Foden kombinierten, Kane vollstreckte.

England hat in dieser Qualifikation nicht nur alle Spiele gewonnen, sondern auch eine Spielidee entwickelt. Struktur statt Chaos, Klarheit statt Zufall. Tuchel spricht von „Brüderlichkeit im Camp“ und tatsächlich wirkt dieses Team so geschlossen wie selten zuvor. Der Trainer hat auf dem Weg zur WM in Amerika ein stabiles, unaufgeregtes und erfolgshungriges Fundament gelegt.

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