Am Freitagabend empfängt Hertha BSC Eintracht Braunschweig im Olympiastadion. Während die Berliner oben angreifen wollen, steckt der BTSV tief im Tabellenkeller. Zwei Welten, ein Flutlichtspiel, viel Druck.
Hertha kommt mit breiter Brust. Vier Siege aus den letzten fünf Ligaspielen, dazu vier Partien ohne Gegentor am Stück, wenn man den Pokal einbezieht. Unter Stefan Leitl hat sich die Mannschaft stabilisiert und wirkt aktuell reifer, ruhiger und abgeklärter.
Insgesamt stehen sechs Siege, zwei Unentschieden und vier Niederlagen zu Buche. Die Berliner liegen damit im dichten Verfolgerfeld, nur drei Zähler hinter Platz drei. Zuhause zeigt Hertha eine solide Bilanz mit drei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 5:5.
Koordinationspunkt dieser positiven Entwicklung ist die Defensive: Mit Ernst im Tor, Leistner, Dardai und Karbownik davor als solide Basis sowie Krattenmacher, Cuisance oder Reese im Mittelfeld verfügt die Mannschaft über genügend Kreativität, um Spiele zu kontrollieren.
Ob Kapitän Reese nach Trainingsproblemen einsatzbereit ist, bleibt offen. Auch Goller, Klemens, Kownacki und Gechter stehen weiterhin nicht zur Verfügung.
Eintracht Braunschweig reist mit schwerem Gepäck an. Drei Niederlagen in Folge, darunter ein 0:3 gegen Hannover, bedeuten, dass die Mannschaft von Heiner Backhaus tief im Kampf um den Klassenerhalt steckt.
Nur drei Siege aus zwölf Spielen, dazu ein Remis und bereits acht Pleiten. Die Eintracht befindet sich im gefährlichen Drehkreuz zwischen Unsicherheit, fehlender Stabilität und dem Druck, endlich Punkte zu holen.
Auswärts gab es immerhin zwei Siege, aber auch vier Niederlagen. Mit 12:24 Toren nach zwölf Spieltagen hat die Mannschaft die zweitschwächste Defensive der Liga. Besonders schmerzhaft sind die sechs Platzverweise in zwölf Partien.
In Berlin fehlt Angreifer Yardimci nach einer roten Karte, dazu kommt die Verletzung von Jäkel. Backhaus muss erneut improvisieren.
Es gab bereits 58 Pflichtspiele zwischen beiden Klubs, die Historie ist fast ausgeglichen. Hertha führt mit 23 Siegen knapp, Braunschweig hält mit 17 Erfolgen dagegen, dazu kommen 18 Unentschieden.
In der jüngeren Vergangenheit hatten die Berliner allerdings die Nase vorn: Es gab Siege mit 3:0, 1:1, 3:1 und 5:1 in den letzten vier Ligaduellen. Das Pokalduell entschied Braunschweig per Elfmeterschießen für sich, doch über 90 Minuten war Berlin das bessere Team. Diese Bilanz zeigt: Die Partien sind oft intensiv, selten langweilig und in der Regel torreich.
Hertha BSC: Ernst – Gechter, Leistner, M. Dardai, Karbownik – Demme, Seguin – Krattenmacher, Cuisance, Reese – Schuler
Eintracht Braunschweig: R. Hoffmann – S. Köhler, Ehlers, L. Breunig – Aydin, Marie, Flick, Di Michele Sanchez, Tempelmann – C. J. Conteh, Yardimci
Hertha geht als das formstärkere Team in die Partie. Die Berliner sind defensiv stabiler, offensiv variabler und haben zuletzt gezeigt, dass sie enge Spiele für sich entscheiden können.
Braunschweig kommt dagegen aus einer Phase, in der vieles gegen sie läuft: Verletzungen, Sperren, defensive Instabilität und fehlende Konstanz.
Doch die 2. Bundesliga liebt Überraschungen und Braunschweig hat in der Vergangenheit oft gezeigt, dass sie sich am Leben festbeißen können, wenn man sie unterschätzt.
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