Am Samstag empfängt Georgien im Boris-Paitschadse-Stadion den souveränen Tabellenführer Spanien. Während die Gastgeber mit drei Punkten ums Überleben in der WM-Qualifikation kämpfen, will die „Furia Roja“ ihre bisher makellose Bilanz ohne Gegentor fortsetzen.
Die Rollen sind eindeutig verteilt. Georgien liegt mit drei Punkten aus vier Spielen auf Rang drei der Gruppe und steht schon unter Druck. Nach der 1:4-Niederlage in der Türkei ist die Stimmung gedrückt. Spanien hingegen führt mit vier Siegen aus vier Spielen und einer makellosen Tordifferenz von 15:0 die Tabelle an.
Während Georgien einen Sieg benötigt, um zumindest theoretisch im Rennen zu bleiben, kann Spanien das Ticket für die Weltmeisterschaft schon fast buchen. Der Klassenunterschied spiegelt sich sowohl in den Ergebnissen als auch in der Spielanlage wider.
Georgiens jüngste Auftritte waren wechselhaft. Das Team von Trainer Willy Sagnol gewann nur eine seiner letzten fünf Partien, dazu kam ein Unentschieden und drei Niederlagen. Besonders die Defensive wackelt. Neun Gegentore in vier Qualifikationsspielen sprechen eine deutliche Sprache.
Zwar sind die Georgier im eigenen Stadion traditionell kämpferisch stark und können sich auf die Unterstützung der leidenschaftlichen Fans in Tiflis verlassen, doch es fehlt ihnen an Struktur in der Defensive. Schlüsselspieler wie Kvaratskhelia und Mikautadze können zwar offensiv Akzente setzen, doch gegen einen Gegner mit Spaniens Ballbesitzdominanz wird das selten reichen, um für Entlastung zu sorgen.
Der entscheidende Faktor ist, dass Georgien gegen Mannschaften auf Augenhöhe bestehen kann, aber regelmäßig Probleme hat, wenn Tempo, Technik und taktische Präzision des Gegners steigen, genau das, was Spanien im Überfluss bietet.
Die spanische Nationalmannschaft wirkt unter Luis de la Fuente wie aus einem Guss. Vier Spiele, vier Siege, 15:0 Tore. Das spricht für eine perfekte Balance zwischen Ballkontrolle, Defensive und Kreativität.
Beim jüngsten 4:0 gegen Bulgarien zeigten sich die Iberer in Galaform: hohe Passsicherheit, aggressives Gegenpressing und ein Mittelfeld, das den Gegner förmlich erdrückt. Schlüsselspieler wie Pedri, Merino oder Zubimendi diktieren das Tempo, während Oyarzabal, Olmo und Ferran Torres vorne für ständige Unruhe sorgen.
Auch auswärts hat Spanien bisher keine Schwäche gezeigt: Beide bisherigen Gastspiele wurden gewonnen. Der defensive Wandel unter de la Fuente ist bemerkenswert: Seit vier Qualifikationsspielen hat Spanien kein Gegentor kassiert. Eine solche Stabilität war von der spanischen Nationalmannschaft lange nicht zu sehen.
Der direkte Vergleich fällt eindeutig aus: Fünf Spiele, fünf spanische Siege. Georgien hat noch nie gegen die „Furia Roja“ gepunktet. Beim letzten Aufeinandertreffen gewann Spanien souverän mit 2:0.
Taktisch dominiert Spanien diese Begegnungen regelmäßig. Georgien läuft meist hinterher, verteidigt tief und kann sich nur selten selbst entlasten. Genau dieser Spielverlauf ist auch am Samstag zu erwarten.
Georgien wird voraussichtlich im kompakten 4-2-3-1-System mit Kvaratskhelia als kreativer Schaltstelle auf dem linken Flügel antreten. Das Ziel besteht darin, über schnelle Umschaltmomente zum Abschluss zu kommen.
Spanien bleibt hingegen seiner Linie treu: kontrollierter Aufbau über Zubimendi und Merino, viele Positionswechsel in der Offensive und konsequente Nutzung der Halbräume. Entscheidend dürfte sein, wie früh Spanien den Rhythmus bestimmt. Gelingt das, droht Georgien ein langer Abend.
Georgien: Mamardashvili – Kakabadze, Kashia, Goglichidze, Azarovi – Gagnidze, Kochorashvili, Mekvabishvili – Davitashvili, Mikautadze, Kvaratskhelia
Spanien: Simon – Porro, Le Normand, Cubarsí, Cucurella – Pedri, Merino, Zubimendi – Olmo, Oyarzabal, F. Torres
Die Partie wird live auf DAZN übertragen.
Alles spricht für den Favoriten: Spaniens Dominanz, die makellose Defensive und die individuelle Klasse des gesamten Teams. Georgien hat zwar Heimvorteil, aber kaum Mittel, um die Iberer dauerhaft unter Druck zu setzen. Wir erwarten ein Spiel, das früh in eine Richtung kippt, mit einem geduldigen, aber konsequenten Spanien, das den fünften Sieg im fünften Qualifikationsspiel einfährt.
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