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Fußball für Anfänger: Was ist Abseits? Die wichtigsten Regeln und Ausnahmen einfach erklärt

Wann liegt Abseits vor? Wann nicht? Und was ändert sich künftig?  Hier erklären wir einfach und verständlich mit allen wichtigen Ausnahmen.

Die Abseitsregel einfach erklärt

Kaum eine Fußballregel sorgt für so viele Diskussionen wie das Abseits. Obwohl die Regel auf den ersten Blick kompliziert wirkt, lässt sie sich mit wenigen Grundsätzen leicht verstehen.

Hier erklären wir die Abseitsregel Schritt für Schritt einfach und verständlich:

1. Ein Spieler kann nur in der gegnerischen Hälfte im Abseits stehen

Befindet sich ein Spieler noch in seiner eigenen Spielfeldhälfte, kann niemals auf Abseits entschieden werden. Erst in der gegnerischen Hälfte wird die Regel überhaupt angewendet. 

2. Der Moment des Passes entscheidet

Entscheidend ist nicht, wann der Spieler den Ball erhält. Entscheidend ist ausschließlich der Moment, in dem sein Mitspieler den Pass spielt. Genau in diesem Augenblick überprüft der Schiedsrichter die Position aller Spieler auf dem Feld. 

3. Zwei Gegenspieler müssen zwischen Angreifer und Tor sein

Ein Angreifer steht im Abseits, wenn sich im Moment des Passes

  • weniger als zwei Gegenspieler zwischen ihm und der Torlinie befinden.

Meistens sind diese beiden Spieler:

  • Der Torwart

  • Ein Verteidiger

Steht der Torwart jedoch weit vor seinem Tor, können auch zwei Feldspieler die Abseitslinie bilden. 

4. Gleiche Höhe ist kein Abseits

Befindet sich der Angreifer exakt auf einer Linie mit dem vorletzten Verteidiger, ist das kein Abseits.

Im Zweifel soll die Entscheidung zugunsten des Angreifers ausfallen. Moderne Technik misst heute allerdings oft auf wenige Millimeter genau.

5. Passives Abseits: Nicht jede Abseitsstellung wird abgepfiffen

Eine Abseitsstellung allein ist nicht strafbar.

Erst wenn der Spieler:

  • Den Ball spielt

  • Einen Gegner oder das Spiel beeinflusst 

  • Sich durch seine Position einen Vorteil verschafft

6. Rückpässe können niemals Abseits sein

Steht der Passempfänger hinter dem Ball, liegt grundsätzlich kein Abseits vor.

Wann gibt es niemals Abseits?

Bei diesen Spielfortsetzungen kann grundsätzlich kein Abseits entstehen:

  • ✅ Einwurf

  • ✅ Eckball

  • ✅ Abstoß

Egal wie weit vorne der Angreifer steht, bei diesen drei Situationen wird niemals auf Abseits entschieden. 

Welche Körperteile zählen überhaupt?

Für die Abseitslinie zählen nur Körperteile, mit denen offiziell ein Tor erzielt werden darf, dazu gehören:

  • Kopf

  • Oberkörper

  • Beine

  • Füße

Nicht berücksichtigt werden:

  • Arme

  • Hände

Auch wenn nur die Schulter oder die Fußspitze wenige Zentimeter im Abseits ist, wird der Treffer aberkannt werden. 

Warum gibt es die Abseitsregel überhaupt?

Ohne die Abseitsregel würden viele Stürmer dauerhaft direkt vor dem gegnerischen Tor stehen und auf lange Bälle warten.

Die Regel verhindert dieses sogenannte “Torstehen” und sorgt dafür, dass Mannschaften gemeinsam angreifen und verteidigen müssen.

Sie ist damit eine der wichtigsten Regeln des gesamten Fußballs. 

Was macht der VAR beim Abseits?

Dabei erfassen zahlreiche Hochgeschwindigkeitskameras sowie ein Sensor im Spielball die Positionen aller Spieler. Dadurch können Abseitsentscheidungen innerhalb weniger Sekunden berechnet werden, sodass Fehlentscheidungen, die zu einem Tor geführt haben, im Nachhinein schnell korrigiert und zurückgenommen werden können.

Wann und wieso wurde das Abseits erfunden?

Die Wurzeln des Abseits reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, als es erstmals im Cornish Hurling erwähnt wurde. Zwei Jahrhunderte später griffen englische Privatschulen ähnliche Prinzipien auf. Als die Football Association im Jahr 1863 ihre ersten offiziellen Regeln veröffentlichte, waren Vorwärtspässe jenseits der Mittellinie strikt verboten.

Erst 1866 wurde diese Regel gelockert: Ein Spieler galt nun nicht mehr als im Abseits, wenn mindestens 3 Gegner zwischen ihm und der Torlinie standen. Der entscheidende Schritt kam jedoch erst 1925: Auf Druck des schottischen Verbandes wurde die Zahl der benötigten Verteidiger auf zwei reduziert. Dadurch wurde das Spiel offensiver: Diagonalpässe und Tore schossen in die Höhe und die Trefferquote stieg um rund 35 Prozent.

In den 1990er-Jahren begann eine Phase, in der die Abseitsregel immer stärker zugunsten des Angriffsspiels angepasst wurde. Eine der wichtigsten Änderungen lautete: „Gleiche Höhe ist kein Abseits.“ Dadurch wurden knappe Situationen eher zugunsten der angreifenden Mannschaft gewertet. Zudem wurde die Unterscheidung zwischen passivem und aktivem Abseits eingeführt, was den Schiedsrichtern zwar mehr Interpretationsspielraum, aber auch neue Herausforderungen brachte.

Die Abseitsregel in einem Satz

Ein Spieler steht nur dann im Abseits, wenn er sich beim Pass eines Mitspielers in der gegnerischen Hälfte näher zur Torlinie befindet als Ball und vorletzter Gegenspieler und anschließend aktiv ins Spiel eingreift.  

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