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Olympia/Tennis
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Feueralarm, Satzball, Sieg: Sinner trotzt Chaos in Cincinnati

Feueralarm, Stromausfall und ein Satzball gegen sich. In Cincinnati musste Jannik Sinner mehr als nur Tennis spielen. Doch der Weltranglistenerste fand einmal mehr einen Weg, das Match zu gewinnen.

Jannik Sinner ist für seine Nervenstärke bekannt. Doch was er am Montagabend bei den Cincinnati Open erlebte, dürfte selbst für ihn Neuland gewesen sein. In seinem Drittrundenmatch gegen den Kanadier Gabriel Diallo hielt sowohl der Gegner als auch das Umfeld einige Überraschungen bereit, darunter ein Feueralarm mitten im Spiel.

Bereits der Start hatte sich verzögert, da das vorherige Match zwischen Taylor Fritz und Lorenzo Sonego durch einen Stromausfall 75 Minuten unterbrochen worden war und erst verspätet begann. Als Sinner schließlich auf den Platz kam, legte er zunächst souverän los. Trotz eines frühen 0:2-Rückstands gewann der Italiener sechs Spiele in Serie und holte sich den ersten Satz mit 6:2.

Dann jedoch der kuriose Moment: Im zweiten Spiel des zweiten Satzes ertönte plötzlich ein Feueralarm aus dem 1899-Club-Bereich. Sirenen heulten, Lichter blinkten, doch beide Spieler entschieden sich, weiterzuspielen. Vier Punkte lang kämpften Sinner und Diallo im schrillen Klangteppich, ehe der Alarm verstummte.

Diallo, 2,03 Meter groß und die Nummer 35 der Welt, nutzte seinen Aufschlag, um den zweiten Satz offen zu gestalten. Mit zehn Assen und einer hohen Trefferquote beim ersten Aufschlag zwang er Sinner in den Tie-Break. Dort hatte der Kanadier bei 6:5 sogar Satzball. Doch nach einem gelungenen ersten Aufschlag brachte Sinner einen blitzschnellen Vorhand-Return direkt zu Diallos Füßen. Der entscheidende Schlag, der die Wende einleitete. Wenig später verwandelte Sinner seinen zweiten Matchball und gewann mit 6:2 und 7:6 (6).

„Es war ein sehr schwieriger Tag im Büro. Er hat vor allem im zweiten Satz unglaublich gut aufgeschlagen. In solchen Momenten muss man die Nerven behalten, sonst verliert man solche Matches“, erklärte der 22-Jährige im Anschluss.

Die Statistik unterstreicht Sinners Dominanz auf Hartplatz: Seit seiner Niederlage im Finale von Peking im Oktober gegen Carlos Alcaraz hat er 22 Matches in Folge auf diesem Belag gewonnen. Gegen Spieler außerhalb der Top 20 ist er auf Hartplätzen seit 46 Partien ungeschlagen, eine Serie, die bis zur Niederlage gegen Dusan Lajovic vor zwei Jahren in Cincinnati zurückreicht.

Für Diallo, der an der University of Kentucky studierte und nur zwei Stunden vom Turnierort entfernt aufwuchs, war es ein Auftritt mit Licht und Schatten. Neben seinen zehn Assen leistete er sich auch zehn Doppelfehler. So viele wie noch nie in seiner Karriere. Möglicherweise versuchte er gegen den Weltranglistenersten, besonders viel Risiko zu gehen, und bezahlte dafür den Preis.

Sinner hingegen bestätigte einmal mehr, warum er seit 61 Wochen ununterbrochen die Nummer eins im PIF ATP Ranking ist. In dieser Saison hat er 27 seiner 30 Matches gewonnen und ist nur noch zehn Siege von seinem 300. Karrieresieg entfernt. Bereits vor dieser Runde hatte er sich als zweiter Spieler für die Nitto ATP Finals im November qualifiziert, bei denen er als Titelverteidiger antreten wird.

In der nächsten Runde trifft Sinner auf den französischen Qualifikanten Adrian Mannarino. Der 36-Jährige überraschte mit einem Sieg in drei Sätzen gegen den an Position 13 gesetzten Tommy Paul und hat seit Beginn der Nordamerika-Hartplatzsaison seine Siege auf Tour-Level verdoppelt. Auch wenn die Rollen klar verteilt scheinen, weiß Sinner nur zu gut: In Cincinnati kann jederzeit das Unerwartete passieren. Nicht nur auf dem Platz, sondern offenbar auch daneben. 

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