Felix Magath prägte den deutschen Fußball als genialer Spielmacher und kompromissloser Trainer. Vom Europapokalhelden des HSV bis zum Meistermacher in Wolfsburg spannt sich eine Karriere voller Titel, Brüche und Machtkämpfe.
Felix Magath zählt zu den prägendsten Figuren des deutschen Fußballs der vergangenen Jahrzehnte. Als Spieler war er der kreative Kopf der erfolgreichen HSV-Mannschaft der 1980er-Jahre und als Trainer gewann er mit dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg die Meisterschaft. Kaum ein anderer vereinte strategische Brillanz, eiserne Disziplin und kompromisslose Führungsstärke so konsequent.
1976 wechselte der in Aschaffenburg geborene Magath vom 1. FC Saarbrücken zum Hamburger SV und wurde sofort zur Schlüsselfigur. Der technisch herausragende Linksfuß überzeugte mit Übersicht, Spielintelligenz und Laufstärke. Bereits in seiner ersten Saison feierte Magath den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und erzielte im Finale gegen den RSC Anderlecht das entscheidende Tor zum 2:0.
Der HSV entwickelte sich unter Ernst Happel zu einer europäischen Spitzenmannschaft. Zwischen 1979 und 1984 gewann der Klub drei deutsche Meisterschaften und stand mehrfach auf Platz zwei. Der Höhepunkt folgte 1983 im Finale des Europapokals der Landesmeister gegen Juventus Turin: Magath traf bereits in der achten Minute und führte den Außenseiter aus Hamburg zum Titelgewinn. Später bezeichnete er dieses Tor als den emotionalsten Moment seiner Karriere.
Trotz seiner Bedeutung im Verein blieb Magath im DFB-Team oft zweite Wahl. Bundestrainer Jupp Derwall bevorzugte Paul Breitner, woraufhin Magath 1982 zunächst seinen Rücktritt erklärte. Erst Franz Beckenbauer holte ihn zurück. Magath absolvierte sein letztes von 43 Länderspielen im WM-Finale 1986 gegen Argentinien, in dem er nach rund einer Stunde ausgewechselt wurde.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Magath nahtlos ins Management und übernahm den Managerposten beim HSV. Doch die fehlende Nähe zum Spielfeld und mehrere kurze Stationen führten zu einer Neuorientierung. 1992 begann er seine Trainerkarriere beim FC Bremerhaven, kehrte später als Assistent zum HSV zurück und wurde 1995 Cheftrainer.
Magath entwickelte sich schnell zu einem kompromisslosen Antreiber. Seine Trainingsmethoden, die er von Branko Zebec und Ernst Happel übernommen hatte, brachten ihm den Spitznamen „Quälix“ ein. Er war kurzfristig erfolgreich und galt bald als Spezialist für schwierige Missionen. Legendär wurde sein Klassenerhalt mit Eintracht Frankfurt, den Jan Åge Fjørtoft mit einem vielzitierten Bonmot kommentierte.
Beim VfB Stuttgart bewies Magath 2003 mit einer jungen Mannschaft taktische Klasse und wurde sensationell Vizemeister. Es folgte der Wechsel zu Bayern München, wo er den Umbruch gestaltete und zweimal in Folge das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewann. International blieb der erhoffte Erfolg aus und eine schwache Bundesligasaison führte im Jahr 2007 zur Trennung.
Seine prägendste Trainerstation folgte beim VfL Wolfsburg. Magath vereinte die Ämter des Trainers, des Sportdirektors und des Vorstands. Eine in der Bundesliga einzigartige Machtfülle. Nach zahlreichen Transfers formte er 2009 eine Mannschaft, die mit einer außergewöhnlichen Rückrunde erstmals deutscher Meister wurde. Später bezeichnete Magath diese Zeit als seine produktivste Phase.
Nach Stationen bei Schalke 04, einer zweiten Amtszeit in Wolfsburg, beim FC Fulham und in China kehrte Magath 2022 überraschend in die Bundesliga zurück. Mit Hertha BSC rettete er sich über die Relegation. Ausgerechnet gegen seinen Herzensklub, den HSV. 2025 scheiterte seine Kandidatur als HSV-Präsident, wenig später übernahm er den Posten des Sportvorstands bei Viktoria Aschaffenburg.
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