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Tennis
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Engel fliegt, Zverev landet in Stuttgart

Während Rasen-Debütant Justin Engel bei den BOSS Open überrascht, arbeitet Alexander Zverev auf sein erstes Match hin. Tatjana Maria glänzt in London, während Kvitova und Vekic scheitern.

Die Rasensaison ist da und sie liefert sofort. Beim traditionsreichen Turnier auf dem Stuttgarter Weissenhof sorgt der 17-jährige Justin Engel für ein Ausrufezeichen, während sich Deutschlands Nummer eins, Alexander Zverev, an alte Plätze und neue Aufgaben herantastet. Parallel dazu kämpfen im Londoner Queen’s Club die Frauen um ihre Rückkehr auf die große Bühne mit Erfolg für Tatjana Maria und einem abrupten Aus für einige prominente Namen.

Engel fliegt, Hanfmann strauchelt

Stuttgart erlebte am Dienstag einen echten Tennis-Krimi: Justin Engel, gerade einmal 17 Jahre alt, trat zum ersten Mal auf Rasen an und besiegte in einem dramatischen Dreisatz-Match den erfahrenen Australier James Duckworth mit 4:6, 6:4 und 7:6 (5). Der Teenager, der per Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war, kämpfte sich nach einem verlorenen ersten Satz zurück, behielt beim Matchball die Nerven und setzte sich nach 2:30 Stunden im Tiebreak durch. Wer ihn bislang nur als Geheimtipp kannte, weiß jetzt: Der Junge kann nicht nur Sand.

Engel, der bereits in Hamburg gegen den Routinier Jan-Lennard Struff überrascht hatte, zeigte in Stuttgart nicht nur Nervenstärke, sondern auch Teamgeist er tritt gemeinsam mit Struff auch im Doppel an. Während Engel also auf Kurs ist, endet das Turnier für Yannick Hanfmann bereits früh. Der 33-Jährige verlor gegen den Ungarn Marton Fucsovics mit 5:7 und 4:6. Trotz eines guten Beginns wirkte er zu fehleranfällig. Fucsovics trifft nun auf Arthur Rinderknech, der den gesetzten Denis Shapovalov überraschend in drei Sätzen aus dem Turnier warf.

Zverevs Rückkehr, Becker-Kritik und ein Lächeln

Nach sechs Jahren kehrt Alexander Zverev an den Ort zurück, an dem er bislang wenig holen konnte. Seit 2015 hat er in Stuttgart kein Match mehr gewonnen und doch kommt er mit einer Mischung aus Gelassenheit und Ehrgeiz. Bei der Pressekonferenz zeigte sich Zverev in einem grünen Shirt, ganz in Rasensaison-Stimmung, und bedankte sich beim Veranstalter: „Ich war länger nicht hier, da ich gute Ergebnisse in Paris erzielt habe. Das ist ein guter Grund.“

Erst kürzlich schied er im Viertelfinale der French Open gegen Novak Djokovic aus, eine Niederlage, die Boris Becker öffentlich kommentierte. Zverev reagierte auf die Kritik mit einer Prise Ironie und einer klaren Ansage: „Wenn es bei mir nicht läuft, sind alle Leute sehr schlau. Da gehört Boris leider dazu.“ Dennoch bleibt der Respekt erhalten: „Ich werde immer mit ihm reden, wenn er reden möchte.“

Sportlich will er in Stuttgart angreifen: Nach einem Freilos wartet in der zweiten Runde der Sieger der Partie Fabio Fognini gegen Corentin Moutet auf ihn. Das wird kein leichter Auftakt, aber Zverev gibt sich optimistisch: „Ich möchte sofort gutes Tennis spielen, brauche aber ein paar Trainingstage.“

London: Maria marschiert, Kvitova strauchelt

Während in Stuttgart die Männer im Fokus stehen, erlebt London ein Comeback der besonderen Art: Nach 52 Jahren schlagen im ehrwürdigen Queen’s Club erstmals wieder Frauen auf und die Premiere gelingt zumindest Tatjana Maria. Die 37-Jährige bezwingt die an Nummer 30 der Weltrangliste stehende Leylah Fernandez mit 7:6 (4), 6:2 und das, nachdem sie zuvor zwei erfolgreiche Qualifikationsmatches bestritten hat. Während der erste Satz noch ausgeglichen verläuft, dominiert Maria im zweiten und sichert sich nach 1:54 Stunden den Einzug in die zweite Hauptrunde.

Dort wartet entweder Karolina Muchova oder Maddison Inglis, denn das Match wurde wegen Dunkelheit unterbrochen. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt also nicht, aber Maria ist auf Rasen traditionell eine gefährliche Gegnerin.

Weniger erfreulich verlief der Tag für Petra Kvitova und Donna Vekic. Kvitova unterlag der Brasilianerin Beatriz Haddad Maia, obwohl sie den ersten Satz gewonnen hatte. Vekic scheiterte deutlich an der Qualifikantin Anastasia Zhakarova. Der Queen’s Club ist zurück im Frauentennis und zeigt sofort, dass Rasen kein Platz für alte Meriten, sondern für neue Geschichten ist.

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