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Bundesliga - Borussia Mönchengladbach
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„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss“ - Das reicht aber nicht für Gladbach

Jetzt ist der Zeitpunkt, in dem es entweder wieder bergauf für die Borussia geht oder man tief hinabstürzt.

Das Favré Dilemma

Es war der 14.02.2011 als ein gewisser Schweizer Lucien Favre, durch den jungen Sportdirektor Max Eberl, Michael Frontzeck ersetzte und die Borussia noch in der Relegation gegen den VfL Bochum rettete. Nochmal ein großes Dankeschön an Igor De Camargo. Danach folgte ein Erfolg nach dem anderen, man wurde zum Bayern-Schreck schoss den FC Schalke 04 mit einer Zaubervorstellung mit 3:1 aus dem DFB-Pokal und hatte auch in der Mannschaft eine gute Mischung aus Anführer wie Martin Stranzl und Granit Xhaka, im Tor hatte man einen Welttorhüter in seinen jungen Jahren mit Marc André ter Stegen, Zauberkünstler wie Marco Reus und nicht zu vergessen einer der besten Linksfüßer der Welt Juan Arango. Ja, es war alles herrlich zu dieser Zeit und „A German Team” war zurück im großen internationalen Fußball.

Die Suche nach dem Puzzle-Stück

Doch der Abgang von Lucien Favré war nicht „Gentlemanlike", wie man sagen würde. Von da an drehte sich das Trainerkarussell schneller als mit fünf Maß und einem Brathendl im Oktoberfest um 02:00 Uhr morgens. Was folgte, war ein kurzer Versuch mit André Schubert, der im ersten Moment überzeugte, aber dieser Sache nicht gewachsen war. Nach einem Jahr und ein paar Diensttagen übernahm Dieter Hecking, mit dem wieder mehr Konstanz in den Verein kam und der auch Gladbach zurück in die Europa League führte, andere hätten gesagt, den „Pokal der Verlierer” Gott segne dich Franz Beckenbauer. Dieses Zitat hatte auch ein gewisser Herr Eberl damals sich zu Herzen genommen und feuerte ganz unerwartet und in einem kurzen Telefonat den armen Hecking.

From Austria in die Bundesliga, kam ein aufstrebender junger frischer Trainer an den Niederrhein, der nur zu diesem Zeitpunkt zu haben war. Es war kein anderer als Marco Rose von Red Bull Salzburg. Was war der Hintergrund? Max Eberl sah in Rose eine Art Favré 2.0, denn auch dieser ließ attraktiven offensiven Fußball mit schnellem Umschalten spielen und förderte dazu noch junge Talente und machte Spieler besser. The perfect Match also, wäre da bloß nicht die andere Borussia dazwischen gegrätscht, aber dazu später mehr. In der ersten Saison erreichte er mit den Fohlen gleich die direkte UEFA Champions League-Teilnahme, im zweiten Jahr ging es dann mehr Richtung Mittelfeldplatz, wobei die 1:2 Niederlage zuhause gegen Manchester City unvergessen bleibt, ein Highlight von wenigen in dieser Saison. In der Winterpause wurden auch die Medien immer heißer, denn es gab das Gerücht, dass Borussia Dortmund ihn aus seinem Vertrag von Gladbach herauskaufen wollte. Leider blieb es nicht nur bei einem Gerücht und es wurde Tatsache, Max Eberl verlor seinen „Buddy”, das ist so wie Bud Spencer und Terence Hill, Dick ohne Doof oder noch schlimmer Kaffee ohne Koffein.

Das Geld zum Fenster rauswerfen wurde dann fester Bestandteil in Mönchengladbach, für die Ablöse von Rose holte man jetzt einen echten Österreicher, Adi Hütter von Eintracht Frankfurt und man erhoffte sich, dass er einen nahtlosen Übergang schafft. Leider Fehlanzeige nach einem Jahr und einem müden zehnten Platz war Schluss für Hütter, eine ordentliche Abfindung gab es obendrein, denn das Jahresgehalt lag bei angeblichen 5 Millionen €. Was in England funktioniert, soll auch in Deutschland funktionieren dachten sich beide Parteien, also folgte Daniel Farke den Ruf der Bundesliga, nicht lange, denn nach einem kurzen Intermezzo, kam Gerardo Seoane, der in Leverkusen durchgefallen war und in Gladbach zu viel Zeit bekam, aber am Ende dann auch gehen musste. Eugen Polanski soll nun der Heilsbringer sein und es könnte mal wieder ein Trainer bei der Borussia sein Können zeigen, der sich zu 1000% mit dem Verein identifizieren kann. In der zweiten Mannschaft machte er sich einen Namen und wenn es nach vielen Fans geht, dann schafft er das auch in der ersten.

Von Eberl zu Don Rollo

Die sensationelle Arbeit von Max Eberl ist unantastbar in Mönchengladbach. Als er selbst seine Karriere 2005 beendete als Spieler von Gladbach, wurde er auf Anhieb Nachwuchskoordinator. Was folgte waren drei Jahre langes Lernen und sich eigene Gedanken zu machen, wie ich diesen Verein von einer Fahrstuhlmannschaft zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga zu Borussia aus den 70er Jahren machen kann. Als er dann 2008 das Vertrauen als Sportdirektor bekam, wurde es ein rasanter Aufstieg in seiner persönlichen Vita. In derselben Saison schrammte man nach dem Aufstieg als Zweitligameister knapp am Abstieg vorbei. Alles schien, als brachte Eberl Konstanz in den Verein, doch der Schein trügt. 2010/11 war man lange Letzter, ehe man sich, wie erwähnt, in der Relegation rettete. Ab da an wurde es ein wahrhaftiges Märchen, der junge Sportdirektor baute weiter in Gladbach um, denn das neue Stadion, das 2004 fertig gebaut wurde, musste noch finanziert werden und mit einem Abstieg wären es katastrophale Folgen geworden.

Champions League und Europa League teilnahmen, waren von da an schon normal. Aber das, was unter anderem Eberl auszeichnete, war sein Team hinter ihm und er selbst, man holte Spieler wie Marco Reus für ein paar hunderttausend und verkaufte ihn für über 17 Millionen, einen Granit Xhaka, Nando Raffael, Yann Sommer, Alassane Pléa, Matthias Ginter, Dante, Juan Arango, Max Kruse und Christoph Kramer. Diese Spieler entwickelten sich alle prächtig, ein paar wurden teuer weiterverkauft, einige blieben bis zu ihrem Karriereende. Trotzdem war Eberl unzufrieden und er wollte ein höheres Risiko eingehen, um endlich mal den langersehnten Titel in Gladbach zu holen, der Druck wurde immer größer von außen und von ihm selbst. Bis der Tag kam, an dem sich das perfekte Paar trennte, gab der Sportdirektor bekannt, dass er psychische Probleme hatte und entschied darauf, seine Arbeit am Niederrhein niederzulegen.

Roland Virkus, ein unbekannter Name in Deutschland, aber ein Vertrauter in Gladbach. Die Lösung nach dem großen Bruch bei der Borussia war in den eigenen Reihen gefunden worden. Eine neue Ära wurde eingeleitet, aus fatalen Entscheidungen, wie die jetzigen Trainer Diskussionen, schlechte Transfers gleich zu beginn, hochdotierte Verträge, wie der vom 1, 2, 3, 4 Neuhaus, aber es gab auch gute Entscheidungen, um mal den Möchtegern Kritikern in die Suppe zu spucken, Tim Kleindienst wurde geholt (Nationalspieler), Robin Hack, Rocco Reitz schaffte seinen Durchbruch und Franck Honorat, nur die Trainer waren bislang nicht sehr glücklich gewählt. Trotzdem bleibt noch Zeit für Virkus, denn auch wenn Eberl alles richtig gemacht hatte, liefen viele Verträge aus bei der Übernahme von Roland Virkus, deswegen sollte man ihm mindestens noch eine Saison Zeit geben, um sich dann ein gerechtes Bild von der Lage in Mönchengladbach zu machen.

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