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Ein Bayern-Abschied, der kaum auffällt, und ein anderer, der Geschichte schreiben könnte

Was verbindet Bryan Zaragoza mit Thomas Müller? Zwei völlig unterschiedliche Bayern-Geschichten, die jedoch beide für Wendepunkte stehen, die die Zukunft der Münchner auf einzigartige Weise prägen könnten.

Zaragoza: Gekommen, gescheitert, gegangen?

Er kam als Hoffnungsträger, verschwand als Randnotiz. Zaragoza wird wohl bald kein Spieler des FC Bayern mehr sein. Laut Sky ist der Wechsel zu Celta Vigo praktisch fix: Leihe mit anschließender Kaufpflicht und einer Ablöse von 13 Millionen Euro. Ein solider Deal, zumindest wirtschaftlich. Denn sportlich konnte der 23-jährige Flügelstürmer die hohen Erwartungen nie erfüllen.

Gerade einmal sieben Einsätze, 171 Minuten, keine Scorerpunkte. Die Zeit Zaragozas an der Säbener Straße war eine Aneinanderreihung verpasster Chancen. Dabei hatte man im Februar 2024 tief in die Tasche gegriffen, um den Spanier noch vorzeitig aus Granada zu holen, samt Leihgebühr und Boni möglicherweise bis zu 18 Millionen Euro teuer.

Doch statt des Durchbruchs in München folgte die Zwischenstation bei Osasuna. Dort blühte Zaragoza auf, traf, legte auf und schaffte sogar den Sprung zurück in die spanische Nationalelf. Die Sehnsucht nach der Heimat wuchs und spätestens seit Februar war klar: Der Mann mit dem explosiven Antritt wollte nicht mehr an die Isar zurück.

Dass er Angebote von Klubs wie Fenerbahçe ablehnte, um mit Celta Vigo den nächsten Schritt zu gehen, zeigt: Zaragoza sucht nicht den Glamour, sondern das passende sportliche Umfeld. Und Bayern? holt sich einen Großteil der Investition zurück.

Müller: Ein Abgang mit Legendenstatus

Wesentlich emotionaler wird es bei Thomas Müller: 25 Jahre FC Bayern, Identifikationsfigur, Weltmeister und jetzt?

In einem Video kündigte Müller seinen „Sprung über den großen Teich“ an. Ziel: Nordamerika. Doch wohin genau? Lange sah alles nach dem Los Angeles FC aus, dem langjährigen Partner des FC Bayern. Doch ausgerechnet das Wunschziel LAFC hat sich abgewandt und richtet nun den Blick auf Heung-Min Son.

Stattdessen rückten plötzlich die Vancouver Whitecaps ins Blickfeld. Ein Verein, der bislang nicht gerade für große Transfers bekannt war. Doch Müller wäre mehr als nur ein Transfer. Er wäre der Star, der dem Team eine neue Identität geben könnte. Er wäre ein Anführer, ein Stratege und ein Trikotverkäufer mit Kultstatus.

Doch der Deal ist komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint. Die „Discovery Rights“, ein MLS-eigenes Transferrecht, liegen beim FC Cincinnati. Und die fordern: Geld. Viel Geld. Offenbar mehr, als die LA Galaxy im Vorjahr für Marco Reus zahlen mussten.

Außerdem hat Vancouver derzeit keinen freien „Designated Player“-Slot, also keinen Platz für einen Topverdiener. Eine mögliche Lösung wäre ein „Targeted Allocation Money“-Deal, ähnlich wie bei Rodrigo de Paul zu Inter Miami. Doch auch das erfordert Kreativität und Kompromissbereitschaft.

MLS oder doch ganz woanders?

Während die Liga hinter den Kulissen fieberhaft an einer Lösung bastelt, werden neue Kandidaten ins Spiel gebracht: Philadelphia Union war interessiert, winkte aber beim Gehalt ab. Zuletzt klopfte sogar der Sydney FC aus der australischen A-League an.

Die Zeit drängt. Die Liga will Müller. Vancouver will Müller. Aber Cincinnati hält den Schlüssel. Und so steht dieser Sommer für den FC Bayern unter zwei ganz unterschiedlichen Transfersternen: Während Zaragoza leise und fast unbemerkt verschwindet, steht bei Müller eine Entscheidung an, die mehr als nur ein Vereinswechsel wäre. Es wäre das Ende einer Ära. Oder doch nur der Beginn eines neuen Kapitels?

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