Alexandra Eala stürmt durch Sao Paulo, doch nun wartet mit Janice Tjen eine Spielerin, die für ein Tennis-Märchen sorgt. Wer setzt sich im Viertelfinale durch?
Alexandra Eala ist derzeit eine der spannendsten Geschichten auf der WTA-Tour. Die 19-jährige Filipina erlebt einen Lauf, den kaum eine andere Spielerin derzeit vorweisen kann. Am Mittwoch setzte sie ihre Erfolgsserie in Sao Paulo fort und bezwang Julia Riera mit 6:1, 6:4 in nur 77 Minuten. Es war ein Auftritt, der sowohl Souveränität als auch Nervenstärke zeigte und sie erneut ein Stück nach vorne bringt.
Denn Eala hat längst mehr als nur einen heißen Moment. Sie kommt aus einer Phase, die zeigt, dass ihr Durchbruch kein Zufall ist: ein WTA-125-Titel in Guadalajara, ein Überraschungserfolg über Clara Tauson bei den US Open und nun bereits das dritte Viertelfinale dieser Saison. Das Selbstbewusstsein ist da, die Lockerheit spürbar und genau das strahlte sie in Brasilien aus.
„Die Brasilianer sind unglaublich gastfreundlich“, schwärmte sie nach dem Sieg. „Das erinnert mich an die Philippinen, deshalb fühle ich mich hier wie zu Hause.“ Vielleicht war es dieses Wohlfühlgefühl, das sie beflügelte. Vom ersten Aufschlag an kontrollierte Eala das Geschehen. Die ersten vier Spiele gingen an sie, sie nutzte alle drei Breakbälle gnadenlos. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatte sie den ersten Satz gewonnen.
Doch im zweiten Durchgang wurde es enger. Zwar schnappte sich Eala gleich das erste Spiel, doch Riera schlug zurück. Später verteidigte die Argentinierin sogar vier Matchbälle, ehe die an Nummer drei gesetzte Eala den Sack zumachte. Ein wichtiger Test, der zeigte: Sie bleibt ruhig, auch wenn es wackelt. Nebenbei erhöhte sie ihre Bilanz gegen Riera auf 2:0 und das nach insgesamt weniger als zweieinhalb Stunden Spielzeit in zwei Runden.
Während Eala das Publikum begeistert, sorgt ihre nächste Gegnerin für ganz andere Schlagzeilen. Janice Tjen schreibt Tennisgeschichte für Indonesien. Mit einem furiosen 6:1, 6:0 gegen Martina Okalova sicherte sie sich ihr erstes WTA-Viertelfinale und ist damit die erste Indonesierin seit 2004, die auf dieser Bühne so weit kommt. Bereits in der ersten Runde hatte sie mit dem Sieg über Leolia Jeanjean für eine Überraschung gesorgt, doch gegen Okalova ließ sie jegliche Zweifel an ihrer Form verschwinden.
In nur 52 Minuten servierte Tjen eine Demonstration ab. Trotz einer Quote von nur 42 Prozent beim ersten Aufschlag gewann sie fast 86 Prozent dieser Punkte. Sie ließ nur einen Breakball zu, erspielte sich selbst zwölf und verwandelte sechs davon. Ein Auftritt, der zeigt: Diese 22-Jährige hat nicht nur Talent, sondern auch die Kaltschnäuzigkeit, die es braucht, um auf der Tour Fuß zu fassen.
Und nun also: Eala gegen Tjen. Zum ersten Mal treffen die beiden als Profis aufeinander. In ihren Juniorenjahren standen sie sich dreimal gegenüber, zwei dieser Duelle gingen an Eala. Doch was heißt das schon? Heute ist es ein neues Spiel, auf einer neuen Bühne und für beide eine riesige Chance.
Ein Sieg bedeutet für Eala die Aussicht auf ihr drittes Halbfinale in dieser Saison und die Bestätigung, dass ihr Name immer fester in der WTA-Landschaft verankert ist. Für Tjen hingegen wäre es der endgültige Durchbruch: ein Halbfinale im erst zweiten WTA-Turnier – ein Ausrufezeichen, das weit über Sao Paulo hinaus hallen würde.
Wer hat also die Nase vorn? Die Abgeklärtheit und das Momentum von Eala oder die Unbekümmertheit und der historische Drive von Tjen? Sicher ist: Dieses Viertelfinale ist mehr als nur ein normales Match. Es ist ein Duell zweier Spielerinnen, die beide ihre eigene Geschichte schreiben wollen und vielleicht schon bald bei den ganz großen Turnieren aufschlagen könnten.
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