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Tennis
  1. TENNIS

DTB-Team mit jungem Hoffnungsträger in Tokio

Ein Teenager, der Geschichte schreiben könnte, und ein Superstar, der pausiert. Der Davis Cup bringt Deutschland, Spanien und die gesamte Tenniswelt in Bewegung.

Tokio, eine Millionenstadt voller Neonlichter, und mittendrin sitzt ein 17-jähriger Junge mit einem Dauergrinsen im Gesicht auf der Rückbank eines Autos. Justin Engel, eines der größten deutschen Talente, ist erstmals beim Davis Cup dabei. „Es war ein unglaublicher Moment für mich, als ich den Anruf bekommen habe“, erzählt er. Er ist noch nicht einmal volljährig, aber schon Teil des deutschen Teams, das in Japan um das Ticket nach Bologna kämpft. Kann der Teenager tatsächlich schon eine Rolle in der traditionsreichsten Teamkonkurrenz im Tennis übernehmen?

Auf den Spuren von Becker

Die Schlagzeilen machen schnell den Vergleich auf: Boris Becker war bei seinem Debüt im Davis Cup 1985 noch ein paar Monate jünger. Kurz danach stürmte er sensationell zu seinem ersten Wimbledon-Titel. Doch Engel selbst will von solchen Parallelen nichts wissen. Auch Bundestrainer Michael Kohlmann betont: „Das ist aktuell nicht der Maßstab.“ Trotzdem bleibt die Symbolik gewaltig: Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Daniel Altmaier nominierte Kohlmann bewusst einen der Jüngsten. Während Zverev fehlt und der Rest des Teams um Struff, Hanfmann, Krawietz und Pütz eher zur Ü30-Fraktion gehört, setzt Engel ein klares Zeichen. Die Zukunft steht schon vor der Tür.

Der Aufstieg eines Newcomers

Noch vor einem Jahr war Engel in den Rankings irgendwo zwischen Platz 400 und 500 unterwegs. Heute steht er auf Rang 219 und das, nachdem er erste Matches auf der ATP-Tour für sich entschieden hat. Für einen Teenager ist das ein rasanter Aufstieg. In Tokio soll er vor allem „die Atmosphäre aufsaugen” und von den Routiniers lernen. Ob er tatsächlich am Freitag oder Samstag auf den Platz darf, ist offen. Allein die Nominierung macht ihn aber schon zum zweitjüngsten Davis-Cup-Spieler der deutschen Geschichte.

Die neue Generation klopft an

Engel ist nicht allein. Mit Niels McDonald (17), der das Juniorenturnier der French Open gewann, Max Schönhaus (18), der im Endspiel stand und aktuell die Nummer sechs der Juniorenwelt ist, sowie dem Berliner Diego Dedura (17), der in München großes Potenzial zeigte, wächst derzeit eine Generation heran, die den deutschen Tennisfans Hoffnung gibt. Noch sind es kleine Schritte, noch ist viel Arbeit nötig. Doch das Bild verändert sich: Deutschland kann bald wieder eine junge Achse im Welttennis stellen.

Der Wert von Erfahrung

Und doch: Um an der Spitze zu bestehen, braucht es mehr als Talent. Genau deshalb ist Tokio so wertvoll. Engel trainiert Schulter an Schulter mit Struff, Hanfmann oder den Doppelspezialisten Krawietz und Pütz. Wer einmal den Rhythmus und die Professionalität solcher Spieler erlebt hat, gewinnt Erfahrungen, die kein Jugendturnier bieten kann. Diese Mischung aus Lernen und Mitwirken macht die Reise nach Japan für Engel zu einem prägenden Erlebnis.

Spanien ohne Alcaraz

Während in Tokio also über die Zukunft des deutschen Tennissports gesprochen wird, schaut die Tenniswelt nach Marbella. Dort tritt Spanien am Wochenende gegen Dänemark an – allerdings ohne seinen Superstar. Carlos Alcaraz, der frischgebackene US-Open-Sieger und neue Weltranglistenerste, verzichtet. Nach dem Kraftakt von Flushing Meadows, wo er Jannik Sinner in vier Sätzen niederkämpfte und bis weit nach Mitternacht spielte, ist er zu müde. Stattdessen setzen die Spanier auf Jaume Munar, Pedro Martínez, Pablo Carreño Busta, Roberto Carballés Baena und Doppel-Ass Marcel Granollers. Letzterer hatte erst in New York mit Horacio Zeballos das Doppel gewonnen. Ein erfahrener Anführer, jedoch ohne die Strahlkraft des 22-jährigen Senkrechtstarters.

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