Die League-of-Legends-Weltmeisterschaft („Worlds“) ist das jährliche Finale der globalen Saison – ein Event, das Stadien füllt, Rekorde im Livestream bricht und Sport-Geschichten schreibt. Von den Anfängen auf einer LAN-Bühne bis zu monatelang geplanten Arenashows: Worlds ist das Schaufenster des MOBA-Esports.
Die erste WM fand 2011 bei DreamHack Summer im schwedischen Jönköping statt. Acht Teams spielten um rund 100.000 US-Dollar, Fnatic gewann das Premierenfinale – ein Start, der heute beinahe bescheiden wirkt, aber die Grundlage für alles Folgende legte.
Über die Jahre kristallisierten sich Dynastien heraus. Allen voran T1 (vormals SK Telecom T1): Mit fünf Titeln – 2013, 2015, 2016, 2023 und 2024 – hält die Organisation den Rekord und verteidigte 2024 in London ihren Triumph im Finale gegen Bilibili Gaming. Dahinter steht Samsungs Doppel-Ära mit Siegen 2014 (Samsung White) und 2017 (Samsung Galaxy). Chinas LPL brachte mehrere Einmal-Champions hervor: Invictus Gaming (2018), FunPlus Phoenix (2019) und EDward Gaming (2021). Für Korea siegten außerdem DWG KIA (2020) und DRX (2022). Zusammen ergibt das Bild klarer Schwergewichte aus LCK und LPL – Europa und Nordamerika blieben seit G2s MSI-Triumph 2019 ohne Weltmeistertitel.
Seit 2018 wechselten sich LPL und LCK auf dem Thron ab: IG (2018) und FPX (2019) aus China; DWG KIA (2020), DRX (2022) und T1 (2023, 2024) aus Korea. Europa erreichte 2019 noch das Finale (G2), danach überwogen Viertel- und Halbfinal-Teilnahmen. Diese Phase war geprägt von hoher taktischer Tiefe (Objective-Setups, Lane-States, Tempo über Herald/Drake) und einer enormen Talentdichte in LPL/LCK-Infrastrukturen.
Worlds 2025 kehrt nach China zurück und ist über drei Städte verteilt: Beijing (Play-in & Swiss), Shanghai (Viertel- und Halbfinals) und Chengdu (Finale im Dong’an Lake Sports Park Gymnasium). Turnierzeitraum: 14. Oktober bis 9. November 2025. Das Preisgeld ist mit 5 Mio. US-Dollar dotiert.
Das Teilnehmerfeld umfasst 17 Teams – reduziert gegenüber den 20 des Vorjahres. Die Slots verteilen sich laut aktuellem Stand auf: LCK vier, LPL vier, EMEA drei, Americas drei, Asia-Pacific (LCP) drei. Der MSI-Champion zählt in dieses Raster und beeinflusst die Saat/Slot-Vergabe. Die Struktur bleibt vertraut: ein Play-in (Best-of-Five) entscheidet den letzten Platz für eine 16-Teams-Swiss-Stage; danach folgt eine K.-o.-Phase im Single-Elimination-Baum. In mehreren Phasen kommt „Fearless Draft“ zum Einsatz, wodurch bereits gespielte Champions im laufenden Match-Up gesperrt sind – ein Detail, das die Meta im Turnierverlauf dynamischer macht.
Wer ist favorisiert? Zum engeren Kreis zählen die Titelverteidiger T1 und die jüngsten LCK-Topteams (z. B. Gen.G als MSI-Sieger 2024), aus China Bilibili Gaming, JD Gaming und Top Esports – Organisationen, die international zuletzt konstant Halbfinal-Niveau erreichten. Aus EMEA ist G2 Esports der naheliegende Kandidat, sportlich national dominant und mit Routine in Best-of-Fives; als weitere europäische Teilnehmer kommen je nach Playoffs Formteams wie Fnatic oder Team Vitality in Frage. In den Americas ist die Lage traditionell breiter: je nach Sommerform treten LCS-Spitzen wie Cloud9 oder Team Liquid an, ergänzt durch die beiden südamerikanischen Vertreter aus dem zusammengeführten LTA-System. Diese Favoritenbilder basieren auf den bisherigen Ergebnissen der Saison 2025 und der Historie großer Turniere – die endgültigen Teilnehmer entscheiden sich wie immer erst mit den regionalen Playoffs und Qualifiern kurz vor Turnierstart.
Kurz gesagt: Worlds wuchs von einer LAN-Finale-Bühne zu einer monatelang geplanten Stadion-Tour. 2025 liefert China die Kulisse; der Titel führt realistisch wieder über LCK und LPL – doch die Swiss-Stage und „Fearless Draft“ lassen Raum für Überraschungen.
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