Eines der interessantesten Merkmale des Tennis ist, dass der Sport auf unterschiedlichen Platzbelägen gespielt werden kann. Jeder Belag besitzt eigene Eigenschaften und begünstigt dadurch verschiedene Spielstile und Fähigkeiten.
Der Belag des Tennisplatzes beeinflusst den Absprung und die Geschwindigkeit des Balls sowie die Bewegungen der Spieler. Je nach individuellem Spielstil kann dies bestimmten Tennisspielern zugutekommen oder sie vor zusätzliche Herausforderungen stellen.
Die Vielfalt der Beläge erhöht die Chancen von Spielern mit unterschiedlichen Stärken – denn Eigenschaften, die auf einem Belag besonders erfolgreich sind, müssen nicht zwangsläufig auf einem anderen dominieren. Ein Spieler mit starkem Aufschlag und explosiver Vorhand hat beispielsweise bessere Erfolgsaussichten auf einem Hartplatz als auf einem Sandplatz.
Dadurch wird Tennis unberechenbarer und für die Zuschauer noch attraktiver.
Im professionellen Tennis gibt es drei verschiedene Beläge. Im Folgenden erklären wir die Besonderheiten jedes Belags und zeigen die jeweiligen Vor- und Nachteile auf.
Hartplatz
Rasen
Sandplatz
Der Hartplatz, auch als synthetischer Belag bezeichnet, ist im professionellen Tennis der am weitesten verbreitete Untergrund. Die meisten der derzeit besten Spieler verfügen über Eigenschaften, die gut zu diesem Belag passen.
Wie bereits erwähnt, kommen Hartplätze besonders Spielern mit schnellem Aufschlag entgegen. Sie sind langsamer als Rasenplätze, allerdings springt der Ball aufgrund des festen Untergrunds deutlich höher ab.
Auf Hartplätzen werden die Australian Open und die US Open ausgetragen – das erste und das letzte Grand-Slam-Turnier der Tennissaison. Während das Turnier in New York auf einem Acryl-Hartplatz stattfindet, wird in Melbourne auf einem synthetischen Hartplatzbelag gespielt.
Vorteile
Geeignet für die meisten Spielstile
Vorhersehbarer Ballabsprung, der längere Ballwechsel ermöglicht
Kann sowohl im Freien als auch in der Halle verwendet werden
Nachteile
Unterschiedliche Hartplatzbeläge erzeugen unterschiedliche Absprunghöhen
Auf Hartplätzen besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko; zudem können sie körperlich besonders belastend sein
Das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt, Wimbledon, wird seit 1877 auf den Rasenplätzen des All England Lawn Tennis and Croquet Club ausgetragen.
Rasen ist der schnellste der drei Beläge. Deshalb haben Spieler mit einem herausragenden Aufschlag-Volleyschlag-Spiel auf diesem Untergrund häufig besonders gute Chancen.
Der niedrige und teilweise unberechenbare Ballabsprung auf Rasen macht den Weg ans Netz zu einer sinnvollen und häufig eingesetzten Taktik. Gleichzeitig kann der schnelle Belag die Zeit für den Gegner deutlich verkürzen.
Vorteile
Weicherer Untergrund, der die Gelenke der Spieler weniger belastet
In warmen Regionen häufig kühler als andere Beläge
Belohnt Spieler mit ausgeprägten Netzqualitäten
Das schnelle Spiel kann für Zuschauer besonders unterhaltsam sein
Nachteile
Hoher Pflegeaufwand: Für einen Rasenplatz in Topqualität sind viel Zeit und erhebliche Kosten erforderlich
Der Belag kann durch intensive Nutzung schnell abgenutzt werden
Der niedrige Ballabsprung zwingt Spieler zu einer tieferen, stärker gebeugten Körperhaltung, was Rückenschmerzen begünstigen kann
Der Sandplatz wird besonders mit den Plätzen der French Open, dem einzigen Grand-Slam-Turnier auf Sand, in Verbindung gebracht. Dieser Belag ist vor allem in Europa und Südamerika weit verbreitet.
Sandplätze haben eine charakteristische rötliche Farbe und bestehen aus einer Mischung aus Steinen, Kies, Kalk und zerkleinerten Ziegeln.
Sand ist der langsamste der drei Beläge. Er nimmt den Aufschlag und die Geschwindigkeit harter Schläge stärker heraus und begünstigt dadurch technisch versierte und taktisch starke Spieler.
Rafael Nadal, der wegen seiner rekordverdächtigen 14 Titel bei den French Open als „König des Sandplatzes“ gilt, war mit seinem Spiel hinter der Grundlinie, seinen starken Topspin-Schlägen und seinen präzisen Stoppbällen auf diesem Belag besonders erfolgreich.
Vorteile
Der Ball springt höher und länger ab, wodurch längere Ballwechsel entstehen
Fördert ein taktisch geprägtes Spiel
Der weichere Belag ist häufig körperfreundlicher und verzeiht mehr
Nachteile
Wie Rasen erfordert auch Sand einen hohen Pflegeaufwand. Während der Turniere werden die Plätze regelmässig abgezogen, gebürstet und bewässert
Obwohl Sand grundsätzlich weicher ist, rutschen die Spieler auf diesem Belag häufig aus. Das kann zu Verletzungen an Muskeln und Sehnen führen
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