Der FC Schalke 04 ist eines der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga. Heute kämpfen die Gelsenkirchener um die Rückkehr in die deutsche Elite-Liga.
Der FC Schalke 04 gehört zu den traditionsreichsten und populärsten Fußballvereinen Deutschlands. Die Entscheidung, Schalke 04 als Gründungsmitglied der Bundesliga aufzunehmen, war keine reine Formsache, sondern spiegelte die sportliche und gesellschaftliche Bedeutung des Vereins in der deutschen Fußballlandschaft der Nachkriegszeit wider.
Als 1962 der DFB (Deutsche Fußball-Bund) beschloss, eine landesweite Profiliga zu gründen, standen zahlreiche Traditionsvereine zur Debatte. Die Auswahl der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga für die Saison 1963/64 basierte auf mehreren Kriterien: sportlicher Erfolg der vergangenen zehn bis zwölf Jahre, wirtschaftliche Stabilität, Stadionkapazitäten sowie eine breite und begeisterungsfähige Fanbasis. Schalke 04 hatte sich vor allem durch seine überregionale Strahlkraft, die langjährige Präsenz in der Oberliga West und den bereits zu dieser Zeit legendären Status als „Arbeiterverein“ einen Namen gemacht.
Trotz eines sportlichen Durchhängers Anfang der sechziger Jahre überzeugten die Schalker Verantwortlichen den DFB davon, dass der Verein sowohl sportlich als auch wirtschaftlich zu den wichtigsten Adressen im deutschen Fußball gehörte. Die riesige Anhängerschaft im Ruhrgebiet, das Potential für hohe Zuschauerzahlen und die emotionale Bindung an die Region waren entscheidende Faktoren. Schalke war nicht nur sportlich, sondern auch kulturell und sozial integraler Bestandteil des westdeutschen Fußballs, was die Aufnahme als Gründungsmitglied schließlich rechtfertigte.
Der Start in die neue Bundesliga-Ära verlief für Schalke 04 zunächst vielversprechend. Am 24. August 1963 empfingen die Königsblauen vor über 30.000 Zuschauer im Glückauf-Kampfbahn Stadion den VfB Stuttgart. Das Auftaktspiel endete mit einem 2:0-Sieg für die Knappen und sorgte für große Euphorie. Doch schon bald zeigte sich, dass die Bundesliga für alle Vereine Neuland war.
Im weiteren Verlauf der Saison kämpften die Schalker mit Leistungsschwankungen, Verletzungspech und der neuen, stärker professionalisierten Konkurrenz. Am Ende belegte S04 den achten Tabellenplatz mit 29:31 Punkten und einem Torverhältnis von 29:31. Besonders das Derby gegen Borussia Dortmund, das vor allem aufgrund der emotionalen Rivalität große Aufmerksamkeit genoss, endete mit einem deutlichen 0:3 aus Sicht der Schalker.
Trotzdem war die erste Bundesligasaison für Schalke 04 ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung des Vereins. Die Erfahrungen aus dieser Saison legten das Fundament für die kommenden Jahrzehnte im deutschen Profifußball.
Die weitere Entwicklung
Nach den Anfängen in der Bundesliga erlebte Schalke 04 eine wechselhafte Entwicklung. Die 60er und 70er Jahre waren geprägt von großen Hoffnungen, sportlichen Höhenflügen, aber auch dramatischen Rückschlägen. Legendär bleibt das Team der frühen 70er Jahre, das von Spielern wie Klaus Fischer, Rolf Rüssmann und Norbert Nigbur geprägt war.
1972 holte Schalke nach einem furiosen 5:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern im Niedersachsenstadion von Hannover den DFB-Pokal. Es war der zweite Triumph nach 1937.
Doch die Freude wurde getrübt durch den Bundesliga-Skandal 1971, in den auch Schalke-Spieler verwickelt waren. Die Enthüllungen um Spielmanipulationen erschütterten das Vertrauen in den Verein und führten zu harten Strafen und einem zeitweiligen Imageverlust.
Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von sportlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Mehrfach stieg Schalke in die zweite Liga ab und kehrte mit viel Kampfgeist zurück. Besonders in den neunziger Jahren fand der Verein zu alter Stärke zurück. Mit dem Umzug in die Veltins-Arena 2001 gelang auch infrastrukturell ein großer Schritt. Die moderne Arena, die zu den stimmungsvollsten Stadien Europas zählt, symbolisiert den Wandel vom Arbeiterverein zur modernen Fußballinstitution. 2001 war auch das Jahr, als der „Meister der Herzen“ geboren wurde. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Bundesliga-Finale gab Schalke den schon sicher geglaubten Titel noch aus der Hand, die die Bayern in der Nachspielzeit gegen den HSV noch ein Tor erzielten. In Gelsenkirchen war die Partie bereits abgepfiffen und die Fans feierten bereits auf dem Platz.
Über die Jahrzehnte hinweg feierte Schalke 04 zahlreiche Erfolge – auch wenn die königsblaue Sehnsucht nach der deutschen Meisterschaft seit 1958 andauert. Besonders in Erinnerung geblieben sind die Triumphe im DFB-Pokal, den der Verein fünf Mal gewinnen konnte (1937, 1972, 2001, 2002, 2011).
Der größte internationale Erfolg war der Gewinn des UEFA-Pokals 1997. In einem legendären Finale besiegte Schalke Inter Mailand nach Hin- und Rückspiel sowie einem dramatischen Elfmeterschießen. Dieses „Eurofighter“-Team um Trainer Huub Stevens und Spieler wie Olaf Thon, Marc Wilmots und Jens Lehmann wurde zum Mythos und vereinte die Fans hinter einer neuen Ära der Hoffnung.
Auch im neuen Jahrtausend blieb Schalke sportlich relevant. Mehrfach erreichte man die Champions-League-Gruppenphase und spielte konstant um die vorderen Plätze mit. 2010/2011 wurde mit Trainer Felix Magath der große Triumph mit dem Double aus DFB-Pokal UEFA Champions League nur knapp verpasst. In der Königsklasse scheiterte S04 erst im Halbfinale an Manchester United.
Heute steht Schalke 04 erneut vor großen Herausforderungen. Nach mehreren Jahren sportlicher Turbulenzen und finanziellen Schwierigkeiten musste der Verein 2021 in die 2. Bundesliga absteigen – erstmals seit Jahrzehnten. Doch typisch für den Klub und seine leidenschaftliche Anhängerschaft war der sofortige Wiederaufstieg in der Saison 2021/22. Die Freude währte jedoch nur kurz. 2023 folgte ein weiterer Abstieg und 2025 wäre man sogar fast in die 3. Liga abgestiegen.
Dabei ist Schalke weiterhin einer der zuschauerstärksten Vereine Deutschlands, mit einer tiefen Verwurzelung im Ruhrgebiet. Die königsblaue Identität, geprägt von Solidarität, Gemeinschaft und Arbeiterstolz, bleibt ungebrochen, auch wenn die sportliche Lage aktuell schwierig ist. Der Verein kämpft um wirtschaftliche Stabilität, nachhaltige Nachwuchsförderung und die Rückkehr zu sportlichem Erfolg im deutschen Oberhaus.
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